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Losung 30.03.17

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Partnerschaft Leipzig - Minneapolis
Gelungener Pfarreraustausch 2015/2016

Nach dem Ende des ersten Pfarreraustausches seiner Art zwischen dem Kirchenbezirk Leipzig und der Minneapolis Area Synod soll und darf natürlich auch ein Fazit gezogen werden. Pfarrer Morris Wee hat seine Sicht der Dinge in einem Bericht zusammengefasst, der hier nachzulesen ist.

Verabschiedung von Pfarrer Morris Wee

Pfarrer Morris Wee wurde am 12. Juni 2016 in einem Regionalgottesdienst in der Gustav-Adolf-Kirche in Lindenthal als Pfarrer der Sophienkirchgemeinde in Leipzig verabschiedet.
Bilder dieses Tages können Sie hier finden.


Juni 2016: Gäste aus Minneapolis

Bischöfin Ann Svennungsen, Minneapolis Area Synod of the ELCA und Pastor Kelly Chatman, Redeemer Lutheran Minneapolis waren im Juni 2016 zu Gast in Sachsen. Beide nahmen an der Begegnungstagung für internationale Partnerschaften vom 9. bis 14. Juni 2016 in Meißen teil. Diese Tagung war ein Beitrag der sächsischen Landeskirche im Themenjahr 2016 "Reformation und die Eine Welt" der Lutherdekade zum Reformationsjubiläum.

Im Anschluss verbrachten Bischöfin Svennungsen und Pastor Chatman noch ein paar Tage als Gäste des Kirchenbezirkes in Leipzig. In Gesprächen ging es u.a. um den Pfarreraustausch und das Reformationsjubiläum 2017.

Gäste aus Minneapolis in der Gnadenkirche Wahren     v.l.n.r. Pfarrer Morris Wee, Pastor Kelly Chatman, Pfarrer Johannes Markert, Pastorin Kristine Carlson,Bischöfin Ann Svennungsen, Pfarrer Michael Günz und Kirchenvorstand Dirk Klingner


Erster wechselseitiger Pfarrertausch vollzogen

Mit der Diensteinführung des Leipziger Pfarrers Helge Voigt am 7. Februar in der Ev.-Luth. Gemeinde „Christ Church Lutheran“ der Minneapolis Area Synod in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota und dem derzeitigen Dienst von Pastor Morris Wee in der Sophienkirchgemeinde im Leipziger Nordwesten, ist in der sächsischen Landeskirche zum ersten Mal ein unmittelbarer und wechselseitiger Pfarreraustausch vollzogen worden.

Foto: Pfarrer Paul Rogers    Foto: Pfarrer Paul Rogers

Foto: Pfarrer Paul Rogers    Foto: Pfarrer Paul Rogers

Möglich wurde dieser Wechsel durch eine Kirchenpartnerschaft zwischen dem Evangelisch-Lutherischen Kirchenbezirk Leipzig und der Minneapolis Area Synod der Evangelical Lutheran Church in America. Beide Partner sind über den Lutherischen Weltbund (LWB) verbunden und die Partnerschaft besteht seit über 25 Jahren. Ein Passus in den zuletzt angepassten Vereinbarungen sieht einen Austausch zwischen Mitarbeitern, so auch von Pfarrerinnen und Pfarrern, vor.

Foto: Pfarrer Paul Rogers    Foto: Pfarrer Paul Rogers

Bereits im Sommer 2015 begann der Gemeindedienst von Pastor Morris Wee im Kirchenverbund der Leipziger Sophienkirchgemeinde. Ebenso wie bei Pfarrer Helge Voigt, der aus gesundheitlichen Gründen erst jetzt den Dienst antreten konnte, endet der Austausch im August dieses Jahres. Die Partnerschaft trägt dazu bei, dass eine erkennbare weltweite Verbundenheit lutherischer Christen wächst und geistliche und sakramentale Gemeinschaft erlebbar wird.

Zum Nachlesen, ein Beitrag von Pfarrer Helge Voigt:
Wie mein lutherisches Beffchen Freunde zum Lachen brachte

Im Folgenden können Sie die Geschichte der Partnerschaft zwischen Minneapolis und Leipzig nachlesen sowie weitere Informationen zum aktuellen Pfarreraustausch erhalten.


2011: Delegation aus Leipzig zu Gast in Minneapolis


Minneapolis Area Synod Eine Delegation des Ev.-Luth. Kirchenbezirkes Leipzig war von 14. bis 25. Oktober 2011 zu Gast bei der „Minneapolis Area Synod der Evangelical Lutheran Church in America“. An der Reise nahmen insgesamt 18 Pfarrer, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Gemeindepädagogik und Kirchenmusik teil.

Die Teilnehmer der Reise traten mit Partnern aus Gemeinden in Minneapolis und Dozenten von Luther Seminary und Augsburg College in Erfahrungsaustausch darüber, wie sich kulturelle Prägungen auf Gottesdienst, das Verständnis des Evangeliums und die daraus erwachsende Form missionarischer und diakonischer Arbeit in einer Gemeinde auswirken. Ziel war es, an den „fernen“ Erfahrungen amerikanischer Einwanderergemeinden Entdeckungen zu machen, die für die soziokulturellen Veränderungsprozesse einer (ost-)deutschen Großstadt neue Erkenntnisse vermitteln.

Die Wurzeln der Partnerschaft zwischen dem Ev.-Luth. Kirchenbezirk Leipzig und der Minneapolis Area Synod derBishop Glenn Nycklemoe und Superintendent Martin Henker, Foto: Jörg Petzold Evangelical Lutheran Church of America liegen in Kontakten, die noch zu Zeiten der ehemaligen DDR über das Theologische Seminar und den Lutherischen Weltbund entstanden. Auf der Reise nach Minneapolis wurde auch die Partnerschaftsvereinbarung beider Kirchen für weitere fünf Jahre verlängert und auf die Zusammenarbeit bei der Bildungsarbeit erweitert.

Luther als Gastgeschenk, Foto: Holger HildebrandEine große Bereicherung ist, dass die Partnerschaft vom Kirchenbezirk und dem Diakonischen Werk Innere Mission Leipzig gemeinsam wahrgenommen wird. In den letzen Jahren gab es mehrere Begegnungen. So war im Jahr 2009 eine Delegation aus Minneapolis aus Anlass des 20jährigen Jubiläums der Friedlichen Revolution zu Gast bei Diakonie und Kirchenbezirk. Im Juni 2013 werden die nächsten Besucher aus Minneapolis in Leipzig erwartet.

Präsentation zur Reise hier als PDF-Datei.



Statements zur Reise:

Gottesdienst – Vielfalt und Einheit
Sehr eindrücklich in Minneapolis war für uns die Vielfalt der Gottesdienste. Von stark liturgisch geprägten Formen (mit feierlichem Einzug, Verlesung des Evangeliums in der Mitte der Gemeinde und Weihrauch) bis hin zu sehr freien Formen feierte jede Gemeinde auf ihre eigene Weise lutherischen Gottesdienst. In vielen Gemeinden gab es auch verschiedene Gottesdienstformen nebeneinander. Anregend war für uns, dass Gottesdienste viel stärker gemeinsam von Kirchenmusikern und Pfarrern vorbereitet wurden. Wir können uns gut vorstellen, dass manches von diesen Impulsen direkt in unsere Arbeit einfließen kann.

Soziales Engagement
Beeindruckend war für uns auch, wie selbstverständlich soziale Arbeit Teil der Gemeindearbeit ist. Das zeigt sich in der großen Zahl freiwilliger Helfer, aber auch darin, dass viele Gemeinden einen hohen Prozentsatz ihrer Einnahmen in soziales Engagement fließen lassen. Auf diese Weise wirken Kirchgemeinden ganz unmittelbar in ihren Stadtteil und in ihre Nachbarschaft hinein. Die Glaubwürdigkeit einer Gemeinde und ihrer Botschaft wird in hohem Maß an ihrem Einsatz für die Benachteiligten und Schwachen gemessen. Vergleiche mit Leben und Arbeit unserer Kirchgemeinde legen sich natürlich nahe.
                                                                                Pfarrer Johannes Markert

Gemeinsam auf dem Weg
Überraschend aber wahr. Auch die Kirchen in den USA kämpfen mit dem Traditionsabbruch und der schwindenden Bindung an die Kirchen. 54 % der Bevölkerung in Minneapolis beantwortet die Frage nach der Kirchenbindung mit: „keine“. Deshalb schätzen die Partnerkirchen den Kontakt mit uns, weil wir offenbar auf denselben Wegen gehen. An uns sehen die Amerikaner: Auch in einem durch und durch atheistischen Umfeld kann Kirche bestehen. Es gibt Kirchen, die treibt die Angst und es gibt Kirchen, die treibt ihre Mission. Das soziale Engagement der Kirchen in den USA ist immer wieder beeindruckend. Die Klarheit, mit der Gemeinden ihre Mission, ihre Aufgabe an dem Ort, an dem sie sind, beschreiben, ist bewundernswert. Wir brauchen um unsere Gemeinden keine Angst haben, solange wir wissen, welche Mission wir haben. Hoffentlich sind wir auch auf diesem Weg gemeinsam unterwegs. Diese Partnerschaft bedeutet: Über Wege, die Andere schon ein gutes Stück gegangen sind, gemeinsam etwas lernen!

Geld aus der Steckdose?
Der Strom kommt aus der Steckdose und das Geld für die kirchlichen Finanzen aus der Kirchensteuer. Wenn es aufhört zu sprudeln, klagen wir die „Versorger“ an und appellieren an die Landeskirche, doch wieder mehr Geld ins Netz einzuspeisen. Geld ist in den USA eine Form der Lebensäußerung. Geld gebe ich nicht, weil ich Steuern bezahlen muss, sondern weil ich die Gesellschaft in der ich lebe, gestalten will. Auch die Kirchen in den USA kennen die Klage über fehlende Finanzmittel. Auch in den USA werden Kirchen geschlossen, weil ihre Mitglieder sie nicht mehr finanzieren können, aber über Geld wird offener gesprochen. Zum Beispiel in Predigten zum jährlichen Spendenaufruf im Herbst. Drei Sonntage lang Predigten über Großzügigkeit als christliche Lebenshaltung. Geld gehört als Dankopfer in den Gottesdienst, sonst wird es zum Götzendienst!
                                                                                Pfarrer Christoph Maier

Gemeindeaufbau von der Basis her
Faszinierend ist es, wenn eine Gemeinde von 4000 Gemeindegliedern 4 Pfarrer und weitere Mitarbeiter anstellen kann. Was uns begegnete, waren sehr gut entwickelte Konzepte der Gemeindearbeit. Eine ausgewogene Balance zwischen Sammlung und Sendung der Gemeinde. Gottesdienste wurden mit hoher Gemeindebeteiligung gefeiert. Bei einer Gemeinde von 550 Gemeindegliedern kamen etwa 120-200 Leute sonntags zum Gottesdienst. Man engagiert sich in der Diakonie und hat professionelle Mitarbeiter wie auch Ehrenamtliche dafür. Diakonie, wie auch die Bildung Erwachsener und von Kindern und Jugendlichen geschehen in den Gemeinden. Man weiß, dass kein Staat oder eine übergeordnete Kirche für Gelder oder Arbeitsmöglichkeiten sorgen. Es wird viel gespendet. Und erstaunliche Entscheidungen getroffen. Eine der besuchten Gemeinden entschied, dass von allen Bauspenden der Gemeinde 10 % für andere Gemeinden oder diakonische Zwecke abgegeben werden, bei einem Bauspendenaufkommen von 2 Millionen Dollar eine beachtliche Summe! Die Gemeinden geben Geld für die übergeordnete Synode oder Kirche. Diese sind wichtig für Aus- und Fortbildung, wie auch für theologische Vereinbarungen. Eine kleine Episode: Uns wurde gesagt, dass man Lutheraner an zwei Dingen erkennt: 1. am Kirchenkaffee und 2. daran, dass mehrstimmig gesungen wird.                                                                                Pfarrer Helge Voigt

Zeitmanagement
Wir sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern begegnet, die Zeit hatten und nicht den Eindruck vermittelten, von Terminen getrieben zu sein oder unter anderem Druck zu stehen. Das liegt natürlich auch an der Besuchssituation und der herzlichen Gastfreundschaft, die wir erfuhren. Die Gespräche und Beobachtungen in diesem Zusammenhang regen aber zum Nachdenken an:
• Ein Kirchenvorstand entscheidet in der Situation des Dienstbeginns einer neuen Pfarrerin, die dienstlichen Aufgaben für die Anfangsphase zu reduzieren (und das Gehalt zu erhöhen, weil es den kirchlichen Empfehlungen angepasst werden soll).
• Ein Chor trifft sich sonntags 7.30 Uhr, singt im ersten Gottesdienst der Gemeinde, hält in der Pause vor dem nächsten Gottesdienst eine Andacht und feiert gemeinsam das Heilige Abendmahl, weil sie während der Ausspendung des Abendmahls singen. Zwischen 12.15 Uhr und 12.30 Uhr verlassen die Sängerinnen und Sänger die Kirche.
• Pfarrerinnen und Pfarrer treffen sich am Dienstagmorgen in einem Café zum Frühstück und zum Bibelgespräch über den Predigttext des kommenden Sonntags.

Wie weiter?
Am letzten Abend unseres Besuchs unterzeichneten wir im Zusammenhang mit einer Andacht die Partnerschaftsvereinbarung für weitere fünf Jahre. Diese Vereinbarung verbindet den Kirchenbezirk mit dem Diakonischen Werk Innere Mission Leipzig e.V. Es bestehen Pläne zu weiteren Begegnungen im Bereich der Diakonie, der Jugendarbeit und für einen Gegenbesuch von kirchlichen Mitarbeitern mit einem gewissen Gewicht auf der Kirchenmusik im Juni 2013 hier in Leipzig. Uns muss deutlich sein, dass in den Gemeinden der lutherischen Kirchen Amerikas ein sehr großes Interesse am Reformationsjubiläum 2017 besteht. Für uns könnte dieses Interesse die große Chance in sich bergen, gemeinsam mit Schwestern und Brüdern, deren Kirchen aus den gleichen theologisch/kirchlichen Wurzeln gewachsen sind, das Gespräch darüber zu suchen, was reformatorische Glaubensgrundlagen für uns heute bedeuten. Und wir haben – so denke ich jedenfalls – die Chance, das kostbare Geschenk der Gastfreundschaft zu bereiten.
                                                                                     Superintendent Martin Henker



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