Aller guten Dinge sind DREI

Seit alters her ist es üblich, Zahlen nicht nur als wissenschaftliches Hilfsmittel für Physik, Mathematik oder Ähnliches zu verstehen, sondern sie auch mit Symbolik aufzuladen.

Ganz gegen ihre Bedeutung als Schulzensur kommt die Zahl „1“ dabei nicht so gut weg. Wir erleben zwar gerade, dass der eine oder die andere wieder lautstark nach der EINEN, „reinen“ Wahrheit oder EIN-fachen Antworten ruft, mehrheitlich gilt aber: EINtönigkeit, Monotonie oder EINfalt haben keinen guten Klang in unseren Ohren.

Da hat es die Zahl „2“ schon deutlich besser, bietet sie doch wenigstens eine kleine, wenn auch bescheidene Auswahl. Erst ZWEI ermöglichen Beziehung, doppelt hält außerdem besser und nur zwei Alternativen erlauben es mir abzuwägen und das jeweils Bessere zu wählen. Dennoch birgt die „2“ die Gefahr in sich, zum ausschließenden „entweder – oder“ zu verleiten. Das aber wird in den seltensten Fällen dem Leben und der Wirklichkeit gerecht, sondern ist eher der Rückfall in EINseitigkeiten.

Erst mit der Zahl „3“ beginnt für uns Buntheit und Vielfalt wirklich. „Aller guten Dinge sind DREI!“ fasst diese Tatsache das Sprichwort zusammen.

Wenn der gerade stattfindende Kirchentag auf dem Weg sich als Motto einen DREIklang – Musik. Disput. Leben. – gewählt hat, dann ist das als Einladung gemeint, zusammen mit vielen Gästen die Buntheit, Vielfalt und Schönheit des Lebens zu feiern. Gott will das Leben nicht einfach, eintönig, sondern komplex, voller Überraschungen und Abwechslung. Gott selbst ist und lebt diese Vielfalt nach Überzeugung der Christen als Vater, Sohn und Heiliger Geist, also in DREI Personen. Und die Bibel gibt uns für die Gestaltung unseres Lebens, unserer Lebenswege und Beziehungen, wie kann es anders sein, einen DREIklang mit auf den Weg: Glaube, Hoffnung, Liebe (1 Kor. 13,13). Aller guten Dinge sind wirklich DREI.

Übrigens: in einem Internetlexikon wird ein für sich gespielter, musikalischer DREIklang beschrieben als  „heiter“ und „fröhlich“. Das gilt nicht nur für die Musik, sondern überall dort, wo Menschen die Eintönigkeit hinter sich lassen und sich der Vielfalt erfreuen. Der Kirchentag auf dem Weg ist eine gute Möglichkeit, dies wieder einmal einzuüben, zu trainieren – und zu feiern.

Propst Gregor Giele, Propsteikirche St. Trinitatis