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Friederike Ursprung, evangelische Kirchenredakteurin, Radio PSR
Endlich wieder Halleluja




Seit Ostersonntag ist es wieder da: Nach sieben Wochen Fastenzeit jubeln Christen wieder Halleluja. „Preiset Gott“ heißt dieser uralte hebräische Satz. In der Passionszeit hatte das Halleluja Pause; da standen Themen im Mittelpunkt, die wenig Grund zum Jubeln boten: Die Besinnung auf Leid und Ungerechtigkeit, auf eigene Schuld und die Notwendigkeit zur Umkehr, schließlich auf den grausamen Tod Jesu am Karfreitag. Nun ist es zurück: Christus ist auferstanden, Halleluja! Christliche Osterlieder sind voll von diesem fröhlichen Jubelruf.

Damit ist nicht alles wieder wie vorher, das Leid nicht weggewischt. Halleluja heißt nicht etwa: Alles halb so schlimm! Die Osterbotschaft nimmt Leid und Trauer ernst – vor allem nimmt sie die Leidenden und Trauernden ernst. Aber mit der Auferstehung ist eine neue Macht in die Welt gekommen: Gottes Sohn ist nicht totzukriegen, und seine Botschaft von Nächstenliebe und Vergebung auch nicht. Gott kann Leid, Gewalt, Ungerechtigkeit und Tod in neues Leben verwandeln, Gott sei Dank, Halleluja!

Diese Freude ist mit den Osterfeiertagen nicht vorbei – auch wenn die bunten Eier und Häschen jetzt aus den Läden verschwunden sind und die Osterferien zu Ende gehen. Für Christen hat die Osterzeit gerade erst begonnen; sie dauert bis Pfingsten. Darüber hinaus gilt jeder Sonntag als kleines Osterfest. Folgerichtig gehört in den meisten Kirchen das Halleluja zum Sonntagsgottesdienst – außer eben in Fastenzeiten.

Eine christliche Erfindung ist der Jubel für Gott aber nicht: Schon Jahrhunderte vor Jesus gehörte es zu jüdischen Gebeten, 24mal wird es in der Gebetssammlung der Psalmen überliefert. Dort ist auch beschrieben, wie das Halleluja klingen soll: Mit Pauken und Trompeten, Harfen und Lauten, mit Flöten, Gesang und Tanz - also mit allen Mitteln, mit denen sich Freude und Dankbarkeit ausdrücken lassen! In vielen Halleluja-Vertonungen aus allen Zeiten - bis in die aktuelle Popmusik – ist diese übersprudelnde Freude zu entdecken.

Schön, wenn Christen das uralte und immer neue Halleluja in den Kirchen nicht als hergebrachte Formel wahrnehmen, sondern als Jubel darüber, dass Gott das Leben immer wieder wunderbar neu macht!