Die Macht der Worte

In den letzten Wochen hatte sich manche Situation in der Welt gefährlich zugespitzt. Ist Ihnen dabei auch aufgefallen, welchen Einfluss Worte haben? Eine Twitter-Nachricht, ein Interview, ein öffentliches Statement haben die Macht, Situationen zu verschärfen und einen Konflikt eskalieren zu lassen. Worte prägen die Atmosphäre zwischen Nationen. Worte lösen einen Krieg aus oder verhindern ihn. Worte haben Macht. Neu ist diese Erkenntnis nicht. Aber wieder einmal zeigt sie ihre Brisanz.

Doch Vorsicht mit langen Zeigefingern. Was sich auf den ersten Blick unserem Einfluss entzieht und weit weg scheint, spielt sich doch auch bei uns im Alltag ab: ein scharfer Ton im Gespräch, unsachliche Bemerkungen in einer Diskussion, ein Gerücht im Kollegenkreis. Die Folge ist oft ein kalter Krieg im Kleinen. Daran sind wir selbst beteiligt und oft genug muss das Vorbild der Mächtigen als Begründung herhalten. Der Umgang mit Worten prägt die Kultur des Miteinanders in einer Gesellschaft. Und die Gesellschaft, das sind wir. Jede und jeder einzelne.

Das Buch der Sprüche in der Bibel beschreibt auf bestechend einfache Weise, worauf es im Umgang mit Worten ankommt. Zwei Beispiele: „Die Worte mancher Leute sind wie Messerstiche; die Worte weiser Menschen bringen Heilung.“ Oder: „Eine versöhnliche Antwort kühlt den Zorn ab, ein verletzendes Wort heizt ihn an.“ Viele tausend Jahre alt, haben diese Aussagen nichts von ihrer Aktualität verloren.

Am Ende eines Gottesdienstes wird ein Segen über der Gemeinde ausgesprochen. Das heißt, den Menschen wird Gutes von Gott her zugesprochen. Sein gutes, stärkendes, heilendes, tröstendes Wort geht mit in den Alltag. Sein Wort gibt uns Hoffnung zum Leben. Weil Gott unser Leben so sehr am Herzen liegt.

Wir alle prägen das Miteinander in unserem Umfeld, in unserer Stadt. Wir tun das auch durch Worte. Wir alle brauchen jemanden, der uns keine Vorwürfe macht. Wir alle brauchen jemanden, der zuerst zuhört und dann reagiert. Wir alle brauchen jemanden, der das Gute hervorhebt. Die Wirkung ist enorm. Probieren sie es aus. Sie werden sehen, es verändert Menschen. Zuerst sie selbst und dann den Nächsten und dann ihr Umfeld.

André Krause, Pastor der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Leipzig

 

Foto: Kirchenbezirk Leipzig