Erinnern und Ermahnen

Am vorletzten Sonntag des Kirchenjahres werden der Volkstrauertag und der Friedenssonntag begangen.

Der Volkstrauertag beinhaltet die Erinnerung an die vielen Menschen die Opfer der Kriege geworden sind. Dabei geht es sowohl um die zivilen Opfer, wie auch die Soldaten, welche von den Machthabern in die kämpferischen Auseinandersetzungen gezwungen wurden. Für die Hinterbliebenen ist das Erinnern an ihre ums Leben gekommenen Partner, Geschwister, Eltern und Großeltern wichtig. Viele Kinder haben ihre Väter nie kennenlernen dürfen. Für sie verdeutlichen die Trauer und der Verlust eine bleibende innere Wunde. Der Gedanke an die Hoffnung auf die Auferstehung, wenn Jesus Christus wiederkommt und Gott sein Reich vollendet kann in diesem Zusammenhang für manche ein Trost sein.

Zugleich wird der dritte Sonntag im November in der evangelischen Kirche innerhalb der Friedensdekade als Friedenssonntag begangen. Das Leid der kriegerischen Auseinandersetzungen und die Trauer über den Verlust der geliebten Menschen ermahnen immer wieder neu dazu, sich für den Frieden einzusetzen und zu verhindern, dass es wieder zu Kriegen kommt.
In Deutschland können wir dafür dankbar sein, dass uns seit über 70 Jahren ein Leben in Frieden geschenkt ist. Dies zu bewahren ist die Aufgabe aller, unabhängig davon ob ein persönlicher Glaube an den dreieinigen Gott, den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist vorhanden ist. Für den gläubigen Menschen ist der lebendige Gott ein Gott des Friedens und sein Sohn Jesus Christus hat mit seiner Friedfertigkeit vorgelebt, dass die Gewaltlosigkeit der einzig sinnvolle und gute Weg ist.
In diesem Sinne können wir uns in dieser Zeit im November nur erinnern und mahnen lassen.

Pfarrer Dr. Peter Amberg, Christuskirchgemeinde Leipzig-Eutritzsch

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