In vielen Sprachen singen – und verstehen

„Wie wird denn das nun wieder ausgesprochen???“ Diese Frage war in den letzten Wochen bei uns im Chor der Evangelisch Reformierten Kirche öfter zu hören – denn gerade lernen wir nicht nur viele neue Töne kennen – wir üben auch, in insgesamt neun Sprachen zu singen: Deutsch, Französisch, ein bisschen Englisch, Koreanisch, Swahili, Indonesisch, Spanisch, Esperanto und Hebräisch.

Wir proben für ein Psalmenkonzert anlässlich der Generalversammlung der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen, die gerade in Leipzig tagt. Rund 1.000 Christen aus 100 Ländern sind unter dem Motto „Lebendiger Gott, erneure und verwandle uns“ zusammengekommen. Die Kirche braucht immer wieder Erneuerung, das ist in diesem 500. Jubiläumsjahr der Reformation immer wieder zu lesen und zu hören. Und auch die Welt braucht sie, davon sind Christen überzeugt. Neben Gottesdiensten und Bibelarbeiten beraten die Delegierten über theologische, gesellschaftliche und politische Anliegen, und wie sie sich als Christen für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung einsetzen können.

Manchmal ist das sicher noch viel mühsamer, als ein paar fremdsprachige Texte zu singen, Nicht nur, weil sie verschiedene Sprachen sprechen: Männer und Frauen, Jüngere und Ältere aus armen und reichen Ländern, mit unterschiedlichen Erfahrungen und Kulturen wollen sich verständigen – möglichst so, dass alle berücksichtigt werden.

Aber so verschieden diese Menschen auch sind: ihrr Glaube verbindet sie. Ausgedrückt ist dieser Glaube seit Jahrtausenden in Psalmen. Die Gebetssammlung der jüdischen Bibel schätzte zum Beispiel der Genfer Reformator Johannes Calvin und machte sie zum Gesangbuch für reformierte Kirchen.

In diesen Psalmen stecken Erfahrungen, die Menschen zu allen Zeiten gemacht haben: Angst und Klage, aber auch Hoffnung und Vertrauen. All das ist am kommenden Dienstag im Konzert „Aus tiefer Not“ zu hören: Mit Musik aus vier Jahrhunderten – auch mit Uraufführungen von zwei Stücken, die extra für diesen Anlass komponiert und geschrieben wurden, in vielen Sprachen!

Alte und neue Musik, die Menschen in aller Welt verbindet – wie das klingt, können Sie erleben: nächsten Dienstag (4.7.) um 19.30 Uhr in der Nikolaikirche!