Mandela-Tag

Wenn Sie aufgefordert würden, an einem Tag im Jahr 67 Minuten etwas für Frieden und Gerechtigkeit zu tun, was würden Sie machen? Ich denke auch schon seit ein paar Tagen darüber nach. 67 Minuten sind nicht viel, kann man in 67 Minuten wirklich etwas Sinnvolles tun? Bis zum 18.Juli hätten wir noch Zeit, uns das zu überlegen.

Am 18.Juli, dem Geburtstag des Friedensnobelpreisträgers Nelson Mandela, wird der  Internationale Nelson-Mandela- gefeiert. Der Tag wurde auf Initiative der Vereinten Nationen deklariert und seit 2010 begangen, zu Ehren des 2013 verstorbenen Nelson Mandela.

Ich erinnere mich sehr genau daran, als 1976 Schüler in Soweto (Johannesburg) gegen die Einführung der Sprache Afrikaans in den Schulen protestiert haben und deren Aufstand blutig vom Apartheidsystem niedergeschlagen wurde. Schon vorher hatte ich Bücher und Geschichten über das unmenschliche System der Rassentrennung gelesen und Nachrichten verfolgt. „Nur für Weiße“ stand auf Parkbänken, an Schulen und allen öffentlichen Plätzen. Im Bus mussten die Farbigen hinten sitzen. Privilegierte Arbeitsplätze und einen angemessenen Lohn bekamen nur die Weißen. Mandela hat sich dagegen aufgelehnt. Dafür musste er 27 Jahre als politischer Gefangener in Haft verbringen. Nach seiner Freilassung wurde er von 1994 bis 1999 der erste schwarze Präsident seines Landes. Ohne Zorn und Rachegefühle gegenüber seinen Peinigern versuchte er mit allen Menschen, egal welcher Hautfarbe, ein neues Südafrika zu bauen. Insgesamt hat er 67 Jahre seines Lebens für eine humane, gerechte und freie Gesellschaft in Südafrika gekämpft.

Am 18.Juli, so ist die Idee, sollen die Menschen seine Lebensleistung im Kampf um eine Kultur des Friedens würdigen. Wir sind aufgerufen, 67 Minuten lang etwas im Sinne von Mandelas Wirken, zu tun.
Es soll ein aktiver persönlicher Beitrag zur Verbesserung von kritikwürdigen Verhältnissen und unmenschlichen Bedingungen in unserem eigenen Land oder der Welt sein. 67 Minuten sind nicht viel, aber bevor wir gar nichts tun, vielleicht ein guter Anfang.

Christine Müller, Beauftragte für den Kirchlichen Entwicklungsdienst in der Arbeitsstelle Eine Welt

 

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