„Nur mal kurz die Welt retten…“

So oder so ähnlich ist die Motivation vieler Bewerber aus Deutschland für den Dienst in unseren Partnerkirchen. Unser Anspruch an das Programm hat damit aber wenig oder eigentlich nichts zu tun. Es geht nicht um Entwicklungshilfe sondern vielmehr um einen Lerndienst. Es geht darum, dass junge Menschen die Menschen in unseren Partnerkirchen kennenlernen und sich als Menschen begegnen.

Die Motivation der Freiwilligen aus dem globalen Süden nach Deutschland zu kommen, ist meist eine andere. Da geht es mehr um Neugier und Interesse an einem Land, das eine scheinbar erstrebenswerte wirtschaftliche und politisch vorbildliche Entwicklung verzeichnet und nicht zuletzt das Land ist, aus dem das Luthertum entstammt. Aber auch hier setzen wir auf einen Lerndienst. Diese schöne funkelnde Welt des Westens birgt auch Herausforderungen und Probleme. Dabei soll es nicht darum gehen, die Errungenschaften, wie das Sozial- und Gesundheitssystem zu zerreden. Vielmehr geht es um die Korrektur des oftmals verzerrten Bildes von Deutschland in unseren Partnerkirchen.

Es ist all den jungen Menschen hoch anzurechnen, dass sie sich in ein ganz unbekanntes Land aufmachen. Sie sind neugierig und bereit zum Austausch, zum Kennenlernen und zum Zusammenrücken und schließlich auch zum Zusammenhalten in der Einen Welt. Wir sind froh und neugierig auf das, was sie nach ihrer Rückkehr zu berichten haben. Wir freuen uns, wenn sie Freunde gefunden haben, mit denen sie weiterhin Freuden und Sorgen teilen und füreinander einstehen. Und wir sind sicher, dass die Freiwilligendienste ein erster Schritt auf dem Weg in eine gerechtere Welt sind, weil sich immer mehr Menschen kennen und einander wichtig sein werden und im Glauben verbunden sind.

Am kommenden Samstag, 12.8., werden wir zusammen das Jahresfest des Leipziger Missionswerkes mit dem Thema „Querdenkerinnen nach Luther“ begehen. Dabei werden neben anderen Programmhöhepunkten auch die Freiwilligen von ihren Erfahrungen berichten. Wenn Sie noch nichts vorhaben: Sie sind herzlich ins Missionswerk in der Paul-List-Str. 19 eingeladen! Ab 15 Uhr geht es los.

Susann Küster-Karugia, Referentin im Freiwilligenprogramm des Leipziger Missionswerks

 

Foto: Okapia