Schulden machen keinen Sommerurlaub

Kirchlichen Erwerbsloseninitiative Leipzig: Schuldner- und Insolvenzberatung

Bei so Manchem wird der Gang zum Briefkasten zum Horrortrip. Anstelle schöner Urlaubskarten, finden sich Briefe von Inkassobüros und anderen Gläubigern. Die Beraterinnen der Kirchlichen Erwerbsloseninitiative Leipzig (KEL) machen Mut in solchen Situationen nicht den Kopf in den Sand zu stecken, sondern sich per Telefon, E-Mail oder persönlich in der KEL, Ritterstraße 5 zu melden. Im gemeinsamen Gespräch wird unter professionellen Gesichtspunkten geschaut, wie aus der Misere herauszukommen ist und welche Wege beschritten werden können.

Neben sozialer Schuldnerberatung wird auch Beratung zum Verbraucherinsolvenzverfahren angeboten und werden Wege aus der Überschuldungssituation aufgezeigt. Die Schulden sind zwar nicht von heute auf morgen verschwunden, aber durch die Hilfe kann die Last auf den Schultern leichter und ein Licht am Ende des Schuldentunnels sichtbar werden.

Leipzig ist in Deutschland nach Duisburg, Dortmund und Essen die Stadt mit der größten Anzahl ver-und überschuldeter Menschen – die „Armutshauptstadt“ Sachsens. (Quelle: Schuldneratlas Deutschland, Creditreform ) Die Gründe dafür sind vielseitig. Nach der Statistikerhebung der Diakonie Sachsen aus dem Jahr 2016 sind das vor allem dauerhaftes Niedrigeinkommen, Arbeitslosigkeit, Krankheit, Trennung und mit 17% der Familienstand alleinerziehend. Überschuldung ist eine Lebenskrise, die zu Verzweiflung, Krankheit und Isolation führen kann und keinen Aufschub duldet.

Die bundesweite Aktionswoche der Schuldnerberatung stand in diesem Jahr unter dem Motto: „Überschuldete brauchen starke Beratung“! Betroffene sollten nicht die Dienste von gewerblichen Schuldnerberatungen in Anspruch nehmen, sondern jeder Bürger, jede Bürgerin der Stadt Leipzig hat einen Anspruch auf kostenlose Beratung.

Der Träger der Kirchlichen Erwerbsloseninitiative Leipzig ist der Evanglisch-Lutherische Kirchenbezirk Leipzig. Die Mitgliedschaft zu einer Kirche oder Glaubensgemeinschaft ist aber keine Voraussetzung für das Beratungsangebot der KEL.

Internt: www.ke-leipzig.de

 

Foto: Kirchenbezirk Leipzig