Von guten Weisen des Zusammenlebens – Jugend der Welt diskutiert

Nachdenken über die Zukunft, das wollen die jungen Frauen und Männer des internationalen Jugendtreffens vom 23. bis 28. Juni in Zwochau. Eingeladen dazu hat die Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen, deren Delegierte im Anschluss in Leipzig tagen. In der Begegnungsstätte Zwochau diskutieren die jungen Leute aus Asien, Lateinamerika, USA Europa und Afrika, wie das Zusammenleben auf der Welt gerechter und solidarischer gestaltet werden kann. So hinterfragen sie z.B. die gegenwärtige Erziehung zum Konsum: Ist Geld ausgeben wirklich alles?; und suchen nach Alternativen zum westlichen Lebensstil: Wachstum um jeden Preis? – auch wenn längst klar ist, dass damit weltweit soziale Ungerechtigkeit und irreparable Umweltschäden einhergehen?

Wie ist gutes Leben für alle Menschen unserer Erde möglich? Und inwiefern sind wir von Gott zu einem erneuerten Lebensstil aufgefordert?

Bereits heute gibt es alternative Werte, Erfahrungen und Praktiken, die ein gutes Leben für alle zum Ziel haben. Die Wirtschaft, so der Grundgedanke, sollte dem Wert des Lebens und nicht der Verwertung des Kapitals dienen. Beispiele finden die jungen Menschen u.a. bei den indigenen Gemeinschaften der Anden und des Amazonas. Da gibt es beispielweise den „Antikredit“, ein selbstorganisiertes zinsloses Darlehen: Wohnraum wird langfristig gegen eine festgelegte Summe vergeben. Am Ende der Laufzeit zahlt der „Vermieter“ entweder den gesamten Betrag zurück oder der Wohnraum geht in den Besitz des zahlenden Mieters über.

Das Beispiel zeigt: Ansätze zu lebensfreundlicheren Wirtschaftsmechanismen gibt es bereits. Das „Buen vivir“, das gute Leben für alle, wird diese Lebensweise in den Andenländern genannt. In Ecuador und Bolivien hat es mittlerweile Verfassungsrang. Um „gute Weisen des Zusammenlebens“ soll es auch beim offenen Jugendtreffen am 27. Juni ab 18.00 Uhr in der Evangelisch Reformierten Kirche zu Leipzig gehen, wenn junge Menschen eingeladen sind zu spannenden Diskussionen, Musik und internationalen Begegnungen in der Mitte Leipzigs.

Auf die Gedanken der jungen Männer und Frauen aus Leipzig und aller Welt dürfen wir gespannt sein!

Pfarrerin Elke Bucksch, Evangelisch Reformierte Kirche Leipzig

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