Wie die neugeborenen Kinder

Der morgige Sonntag trägt in der Evangelisch-Lutherischen Kirche den Namen Quasimodogeniti. Dies heißt: „Wie die neugeborenen Kinder“ und nimmt Bezug auf die seit der Alten Kirche der ersten Jahrhunderte zum Osterfest getauften Kinder und auch Erwachsenen. Zum Osterfest erhielten die Neugetauften ein weißes Taufkleid, welches am darauffolgenden Sonntag wieder abgelegt wurde. Deshalb trägt dieser Tag auch den Namen Weißer Sonntag.

Durch die Taufe auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geist wird der getaufte Mensch ein Glied am Leib Christi und kommt in die jeweilige Gemeinde und die Landeskirche hinein. Die Taufe ist unverlierbar und jede und jeder Getaufte gehört auch zur umfassenden Kirche aller Zeiten.
In der ersten Zeit des Christentums stand die Erwachsenentaufe im Mittelpunkt, doch bald wurden auch kleine Kinder getauft. Auch heute ist die Kindertaufe im ersten Lebensjahr vorherrschend, aber etliche Eltern wünschen auch ein deutliches Erleben des Taufgeschehens für ihre Kinder. Für Jugendliche und Erwachsene besteht die Möglichkeit der Teilnahme an einem Glaubenskurs, welcher zur Taufe hinführt.

In der österlichen Freudenzeit, in welcher wir uns jetzt befinden, wird uns besonders das Geschehen der Auferweckung Jesu und die damit verbundene Hoffnung auf die Auferstehung und die Möglichkeit des ewigen Lebens für alle die an Gott, Jesus Christus und den Heiligen Geist glauben und getauft sind begleiten.
Die Taufe ist wie eine neue Geburt. So beinhaltet der Name des Sonntages Quasimodogeniti in sich die Verheißung eines neuen Beginns und die Ausrichtung auf die Zukunftsfähigkeit des Lebens über den irdischen Bereich hinaus.

Pfarrer Dr. Peter Amberg, Christuskirchgemeinde Leipzig-Eutritzsch

Foto: Gemeindebrief