Zusätzliche Beratungstermine in der Sozialberatung

Aufgrund der hohen Nachfrage nach Unterstützung im Zusammenhang mit Hartz IV bietet die Kirchliche Erwerbsloseninitiative Leipzig (KEL) ab sofort zusätzliche Beratungstermine an. Schwerpunkt bildet hierbei die allgemeine Sozialberatung mit Fragen zu Anträgen und Bescheiden im ALG II. Darüber hinaus bietet die KEL auch weiterhin Termine zur Lebensberatung und Sozialen Schuldner- und Insolvenzberatung an. Die Beratung ist offen für alle und findet in den Räumen der KEL in der Ritterstr. 5 statt.
Weitere Infos telefonisch unter 0341 9605045 oder auf der Homepage www.ke-leipzig.de.

Zur Kirchlichen Erwerbsloseninitiative Leipzig:
Die Kirchliche Erwerbsloseninitiative Leipzig (KEL) ist eine Einrichtung des Ev.-Luth. Kirchenbezirk Leipzigs. Zentrales Anliegen der KEL ist die berufliche und soziale Integration von Erwerbslosigkeit betroffenen oder bedrohten Menschen. Das geschieht unabhängig von Alter, Glaubensrichtung und Weltanschauung. Ratsuchende werden bei der Suche nach Möglichkeiten und Perspektiven, die Arbeitslosigkeit und damit die soziale Isolation zu überwinden, intensiv und individuell betreut.

Für Rückfragen: Marco Ringeis (Geschäftsführer), Tel: 0341/960 50 45, Email: ke-leipzig@evlks.de

Foto: Markus Spiske, unsplash.com

„Kommt, alles ist bereit!“ – Weltgebetstag der Frauen

In über 120 Ländern wird am 1. März für Frieden, Gerechtigkeit und Offenheit gerade auch für die, die oft vergessen werden, gebetet und miteinander gefeiert. Allein 800.000 Frauen in Deutschland beteiligen sich am Weltgebetstag, der damit zur größten ökumenischen Basisbewegung weltweit gehört. Seit Jahrzehnten verbindet sie auch in Deutschland Christinnen und Christen unterschiedlicher Konfessionen in Gebet und Handeln. 2019 feiert der Weltgebetstag in Deutschland sein 70. Bestehen.

Jedes Jahr legen Frauen eines Landes das Motto fest und gestalten die Liturgie. 2019 kommen die Impulse von Frauen aus Slowenien. Als Grundlage haben sie das Gleichnis vom Festmahl (Lukas 14,13-24) unter dem Motto „Kommt, alles ist bereit!“ gewählt. „Nun werden alle angesprochen, und gerade die, mit denen keiner rechnet und von denen nichts zu erwarten ist: Arme, Lahme und Blinde“, heißt es im Vorbereitungsmaterial.

Bei den Veranstaltungen stehen Gebete, Lieder, Informationen über Slowenien und landestypische Speisen und Getränke auf dem Programm. Neben Kultur, Musik und Kunst geht es auch um die Situation der Frauen in einem der jüngsten und kleinsten Länder der Europäischen Union. In Slowenien mit gerade mal zwei Millionen Einwohnern sind knapp 60 Prozent katholisch. Obwohl das Land tiefe christliche Wurzeln hat, praktiziert nur gut ein Fünftel der Bevölkerung seinen Glauben.

Weltgebetstag – Angebote Leipziger Kirchen

Elf Mitgliedsorganisationen des Deutschen Weltgebetstagskomitees  laden zur Teilnahme an den vielen dezentralen Feiern und Gottesdiensten ein. Ihr ökumenischer Aufruf ist auch ein eindrücklicher Appell für ein gemeinsames Abendmahl aller Konfessionen: „Wir rufen auf, mit uns rund um diesen Tag zu beten, für das gemeinsame Abendmahl und für eine gerechte Welt, in der alle Menschen mit am Tisch sitzen – unabhängig von ihrer Hautfarbe, Herkunft, Alter, sexueller Orientierung und Religion.“

Grafik: weltgebetstag.de

Warum Kirche und Gesellschaft so oft aneinander vorbeireden

Die beiden großen Kirchen in Deutschland verzeichnen seit Jahrzehnten schwindende Mitgliederzahlen. Vor allem die katholische Kirche stößt zudem mit ihren inhaltlichen Positionen häufig auf Widerspruch. Wo aber liegen die Gründe für diese Säkularisierung? Warum sind die Kirchen oftmals aus unserer Alltagskultur verschwunden? Setzt sich der Prozess der wechselseitigen Entfremdung von Kirche und Gesellschaft unaufhaltsam fort? Wie können die Kirchen auf die veränderten Ausgangsbedingungen reagieren?

Am Donnerstag, dem 28. Februar 2019, 19 Uhr, diskutieren der evangelische Religionssoziologe Prof. Dr. Gert Pickel und der katholische Sozialethiker Prof. Dr. Thomas Eggensperger  aktuelle Zahlen und versuchen gemeinsam die Frage zu beantworten, was geschehen muss, damit Kirche und Gesellschaft seltener aneinander vorbeireden, sondern häufiger miteinander ins Gespräch kommen.

Die Veranstaltung findet im Hörsaal 001 der Theologischen Fakultät, Nonnenmühlgasse 1/Ecke Martin-Luther-Ring, statt. Interessierte sind herzlich eingeladen.

Prof. Dr. Gert Pickel ist Soziologe und Politikwissenschaftler und Professor für Religions- und Kirchensoziologie an der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig. Prof. Dr. Thomas Eggensperger OP ist Professor für Sozialethik und Christliche Sozialwissenschaften an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Münster und Geschäftsführender Direktor des Instituts Marie-Dominique Chenu Berlin.

Die Veranstaltung findet in Kooperation von Katholischer Akademie Bistum Dresden-Meißen mit der Theologischer Fakultät Leipzig statt.

Foto: Nathan Dumlao, unsplash.com

Kantor spielt Goldberg-Variationen

Im Rahmen der musikalischen Vesper am Sonnabend, dem 23. Februar 2019, spielt Kantor Daniel Vogt die Goldberg-Variationen von J. S. Bach. Dieses Meisterwerk der Klaviermusik des 18. Jahrhunderts verbindet den barocken Kontrapunkt mit großer Virtuosität und schlägt einen Bogen zur Tonsprache der Klassik.

Die Vesper im Gemeindehaus Möckern, Georg-Schumann-Str. 198, beginnt 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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Die „verlorenen“ Kirchen im Südraum Leipzig

Die durch den Kohleabbau im Leipziger Südraum zerstörten Kirchen sind Inhalt eines Vortrages am Donnerstag, dem 21. Februar 2019, 17 Uhr, im Gemeindesaal der Nikolaikirche, Ritterstr. 5. Die Arbeitsgemeinschaft für Sächsische Kirchengeschichte lädt Interessierte herzlich dazu ein. Referentin Elisabeth Klabunde wird über die Devastierungen (Zerstörungen) von 1937 bis 1988 sprechen.

Foto: Evan Kirby, unsplash.com

Mit den Augen des Herzens sehen lernen

Sicher kennen Sie Andersens Märchen „Die Schneekönigin“. Es beginnt mit der Geschichte von einem Zauberspiegel, in welchem alles Gute und Schöne in sein Gegenteil verzerrt wird, alles Schlechte aber umso deutlicher hervortritt. Alle guten Gedanken verkommen zu einem Grinsen. Als der Teufel diesen Spiegel zu Gott in den Himmel tragen will, verzerrt er sich in einem fürchterlichen Grinsen so sehr, dass er zerspringt. Seine hundert Millionen Splitter fliegen über die ganze Erde und dringen Menschen ins Auge und ins Herz. Nun können sie das Gute und Schöne nicht mehr sehen, ihre Gedanken freuen sich nur noch an negativen Dingen und ihr Herz wird zu einem Eisklumpen. Auch der kleine Kai bekommt einen Splitter ins Herz und ein Körnchen des Spiegels ins Auge. Weil er sich an nichts mehr freuen kann, wird er ins Reich der Schneekönigin entführt. Und erst die Liebe seiner Freundin Gerda und ihre Tränen können die Spiegelsplitter aus seinem Auge und Herzen lösen und er kehrt ins Leben zurück.

Ich habe den Eindruck, dass viele Menschen solche Spiegelsplitter abbekommen haben. Wir Deutschen mit unserer Neigung zum Nörgeln und Kritteln sind damit offenbar besonders reichlich versorgt. Die Art der Berichterstattung in Nachrichten und Zeitung macht es uns auch nicht gerade leicht, das Schöne und Gute in unserer Welt und unserem Alltag zu sehen. Oft genug verkaufen sich die schlechten Nachrichten am besten. Jedes Mal, wenn wieder eine Kampagne losgetreten wird, frage ich mich: Wer hat ein Interesse daran, solche Negativmeldungen jetzt zu bringen? Haben da nicht etliche Leute Splitter im Auge oder im Herzen?

Sollten Sie auch zu denen gehören, die an allem und jedem erst einmal den Haken suchen und sich an nichts mehr freuen, für nichts mehr dankbar sein können, dann prüfen Sie Ihr Herz und Ihr Auge, ob nicht auch bei Ihnen ein Splitter von jenem Spiegel stecken geblieben ist. Dann brauchen Sie jemanden wie die kleine Gerda, der Ihnen hilft.

Christen wissen, dass über alle menschliche Liebe und Zuwendung Gott uns mit Jesus Christus den geschenkt hat, der „das Auge unseres Herzens erleuchtet“ (Epheser 2,18) und uns die Welt, unsere Mitmenschen und uns selbst neu sehen lehrt. Nichts und niemand muss so bleiben wie es bzw. sie oder er ist, denn in Christus kann alles neu werden. Nicht, dass Christen nun nur noch durch eine rosarote Brille schauen und alles Schlechte, Böse und Gefährliche ausblenden. Aber durch Christus gewinnen wir die Kraft, es mit dem Schlechten aufzunehmen, weil das Gute, die Freude und Dankbarkeit, uns weiter tragen als Pessimismus und Krittelei.

Uta Gerhardt, Schulpfarrerin im Ev.-Luth. Kirchenbezirk Leipzig

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Wie überzeugt man seinen inneren Schweinehund?

Sagen Sie mal, wie heißt Ihr innerer Schweinehund? Meiner heißt „eigentlich“. Eigentlich – wollte ich viel mehr Sport machen. Eigentlich – sollte ich schon lange meine Mutter anrufen. Aber eigentlich – habe ich dazu gar keine Lust. Die ganzen Aufgaben, An- und Aufforderungen kommen auf einen zu und man weiß ja auch, dass das alles wichtig ist. Aber man macht´s nicht. Warum nicht? Ganz einfach, wegen „eigentlich“! Der liegt faul in seiner Ecke und sobald irgendeine Aufforderung kommt, knurrt er zustimmend, schaut kurz hoch und dämmert dann doch weiter vor sich hin. Dabei weiß er ganz genau, dass das falsch ist. Aber diese Tatsache nimmt er gelassen hin.

So weit, so gut, „eigentlich“ nicht dramatisch. Nur bleibt durch dieses blöde „eigentlich“ so viel liegen, so viel ungetan und so viele enttäuschte Gesichter bei Freunden, Arbeitskollegen und in der Familie. Aber wie kommt man da raus? Wie überzeugt man seinen inneren Schweinehund? Gegen gutes Zureden und nachdrückliche Befehle ist er irgendwie immun, aber nicht gegen Begeisterung. Da steht er auf, wedelt mit dem Schwanz und springt los. Also Begeisterung tanken? Etwas, was aufhorchen lässt, mitreißt und in Bewegung bringt? Aber wie?

Ganz einfach: Morgen ist Sonntag, Christen feiern an diesem Tag, dass alles noch einmal neu anfangen kann, weil Jesus auferstanden ist. Und deshalb muss nicht immer alles beim Alten bleiben. Jeder Sonntag erzählt davon, dass wir Gott nicht egal sind. Dass er sich nach einer Beziehung mit uns sehnt und mit uns ins Gespräch kommen will. Das beginnt, wo jemand anfängt, mit Gott zu reden. Einfach so. Und wer es versucht, der merkt, er kommt nicht nur irgendwie zu Gott, sondern auch endlich zu sich selbst.

Sonntag heißt: Gott hat nichts gegen uns, wir sind ihm nicht egal, ganz im Gegenteil! Er gibt uns einen Tag frei. Einen Tag, um aufzuatmen, um rauszukommen. Und er steht uns mit Rat und Tat zur Seite. Gott will uns begegnen und begeistern und uns damit fit und stark für die neue Woche machen. Dazu laden die Gottesdienste in den Kirchen und Gemeinden unserer Stadt ein: Begeisterung für den Neustart wecken, damit nicht alles beim Alten bleibt.

In diesem Sinn, einen schönen Sonntag.

Reinhard Steeger, Gemeinschaftspastor LKG Leipzig

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Kinderbibeltage 2019

In den Winterferien finden in vielen Leipziger Kirchgemeinden die Ökumenischen Kinderbibeltage 2019 statt. Herzlich eingeladen sind alle Schulkinder der 1. bis 6. Klasse. Für die Planungen ist eine telefonische Anmeldung bei den zuständigen Gemeindepädagogen oder Pfarrämtern erforderlich, da bei einigen Veranstaltungen ein Unkostenbeitrag für ein Mittagessen oder eine Vesper erhoben werden können.

Die diesjährigen Veranstaltungen finden Sie im untenstehenden PDF:

Kinderbibeltage 2019 – Liste der Angebote(PDF)

Am Ende der Dank

Heute vor 40 Tagen war Weihnachten. Mit Lichterschein und Geschenken, Beisammensein mit den Lieben und gutem Essen wurde gefeiert. Der Anlass zu diesem Fest ist alle Jahre wieder die Geburt des Kindes Jesus von Nazareth. In ihm sehen Christen und Christinnen Gott und zugleich den Menschen.

Die Eltern des Kindes Jesus waren fest verwurzelt in der Tradition ihres Volkes. Dazu gehörte der Glaube an den Gott Israels und die Beachtung der Vorschriften und Rituale, in denen dieser Glaube seinen Ausdruck fand. Deshalb war es für sie selbstverständlich, Gott für ihren erstgeborenen Sohn zu danken. Dazu wurde das Kind üblicherweise in den Tempel gebracht, eine Art „Erstgeborenenweihe“. Als Josef und Maria Jesus zum Tempel brachten, kam es zu einer denkwürdigen Begegnung. Der hochbetagte Simeon erkannte in diesem Kind den Retter, auf den er sein Leben lag gewartet hatte. Er nahm das Kind auf den Arm und sprach ein Dankgebet für dieses Kind. Den Wortlaut dieses Gebets gibt das Evangelium nach Lukas folgendermaßen wieder:

»Herr, jetzt kann dein Diener in Frieden sterben, wie du es versprochen hast. Denn mit eigenen Augen habe ich gesehen: Von dir kommt die Rettung. Alle Völker sollen sie sehen – ein Licht, das für die Heiden leuchtet, und deine Herrlichkeit aufscheinen lässt über deinem Volk Israel.« (Lukas 2, 29 – 32, zitiert nach BasisBibel)

Diese Worte haben Simeon, von dem wir nicht mehr wissen, als in dieser Geschichte erzählt wird, zum Inbegriff eines Menschen werden lassen, der dankbar und zufrieden aus dem irdischen Leben gehen kann. Er hat gesehen, was ihm das Wichtigste war und konnte so in Frieden sterben.

Heute erinnern die christlichen Kirchen in ihren Gottesdiensten und Andachten an Simeon und beenden damit den Weihnachtsfestkreis. Das Licht, von dem Simeon in seinem Dankgebet spricht, begleitet uns weiter durch das Jahr und bescheint liebevoll und gnädig unser Sein – bis wir – so Gott will – wieder Weihnachten feiern.

Pfarrerin Christiane Dohrn, Kirchgemeinde St. Petri

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