12. Juli bis 16. August 2020 – Leutzscher Sommerkonzerte

Vom 12. Juli bis zum 16. August wird jeweils sonntags 18 Uhr zum Sommerkonzert in die St. Laurentiuskirche Leutzsch, William-Zipperer-Str. 149, eingeladen. Die Konzerte werden von verschiedenen Ensembles und Solisten gestaltet. Der Eintritt ist frei. Das erste Konzert am 12. Juli steht unter dem Titel „Die Ehre Gottes in der Natur“. Sopranistin Alena Stolle wird an der Orgel von Gabriele Wadewitz begleitet. Es werden unter anderem Werke von Beethoven, Fauré und Vierne zu Gehör gebracht.

Das Streichtrio „Vietz“ ist am 19. Juli zu Gast. Auf dem Programm stehen Kompositionen von Beethoven, Mozart, Schubert u.a.

Am 26. Juli hat das Konzertprogramm die Überschrift „Leutzscher Panoptikum“.

Das Canella-Trio ist am 2. August mit Musik und szenischem Tanz zu erleben. Zum Trio gehören Magdalena Steinberg (Cello), Anna-Katharina Reuter (Querflöte) und Felicitas Ressel (Klarinette).

Am 9. August spielt das Toni-Fehse-Trio (Toni Fehse, Trompete; Jonas Wilfert, Klavier; Alexander Kreß, Cello) Stummfilm-Klassiker.

 Joachim Thoms, Berlin, beendet am 16. August die Reiher der Leutzscher Sommerkonzerte mit Orgelimprovisationen unter dem Titel „Sorry, I have stolen“.

Foto: Pixabay

Orgelmusik und Ausstellung in der Michaeliskirche

Jeweils mittwochs 12 Uhr erklingt in der Michaeliskirche am Nordplatz Orgelmusik. Bis zum 23. September 2020 musizieren Studierende der Hochschule für Musik und Theater Leipzig und Kantor Veit-Stephan Budig an der historischen Sauer-Orgel von 1904. Die im Originalzustand erhaltene dreimanualige Orgel mit ihrem vollen weichen Klang, mit 46 klingenden Registern und reich geschnitztem Jugendstilprospekt ist einmalig in der Leipziger Orgellandschaft. Der Eintritt ist frei.

Ab 1. Juli ist zudem in der Kirche die Ausstellung „Ich hatte einst ein schönes Vaterland – Jüdisches Leben in Gohlis und der äußeren Nordvorstadt“ zu sehen.
Die Ausstellung von Elisabeth Guhr, die im letzten Jahr als „work in progress“ gezeigt wurde, ist weiter gewachsen und stellt neue Blicke auf jüdisches Leben vor – unter anderem jüdische Frauen im Widerstand, wie Gerda Taro, außerdem die Rauchwarenhändler, die um den Nordplatz herum lebten, wie Chaim Eitingon. Industrielle, Wissenschaftler und Künstler sind weitere Themen.

Die Michaeliskirche bis zum Herbst täglich von 15 Uhr bis 18 Uhr geöffnet.

Foto: Sauerorgel in der Michaeliskirche (Foto: Kirchenbezirk)

„20 Jahre Bach-Orgel“ – BachOrgelFestival in der Thomaskirche

Vom 18. Juli bis zum 22. August wird an jedem Samstag, 15 und 17 Uhr, in der Thomaskirche die Orgel erklingen. Die Programme der 12 Konzerte dauern jeweils etwa 45 Minuten. Damit viele Menschen live dabei sein können, wird jedes Konzert zweimal gespielt, denn nur 250 Besuchern pro Konzert kann Einlass gewährt werden.

Die „Hauptperson“ ist in diesem Jahr die Bach-Orgel. Das Instrument von Gerald Woehl wird 20 Jahre alt. Wie in jedem Jahr können sich Besucher auf ein hochkarätig besetztes internationales Festival freuen.

Eintrittskarten zu 10 Euro gibt es im Thomasshop, an der Tageskasse und unter www.thomaskirche.org. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre und Leipzig-Pass-Inhaber haben freien Zutritt. Je Konzert dürfen maximal 250 Besucher in die Kirche.

Weitere Informationen im Pfarramt: Tel. 0341/22224200

Termine:

  • 18. Juli, 15.00 Uhr / 17.00 Uhr – Ville Urponen, Helsinki
  • 25. Juli, 15.00 Uhr / 17.00 Uhr – Thomas Fritzsch, Freyburg (Viola da Gamba) und Nikolaikantor Lucas Pohle (Orgel)
  • 1. August, 15.00 Uhr / 17.00 Uhr – Thomasorganist Ullrich Böhme
  • 8. August, 15.00 Uhr / 17.00 Uhr – Olivier Latry, Kathedrale Notre-Dame Paris
  • 15. August, 15.00 Uhr / 17.00 Uhr – Hansjörg Albrecht, München
  • 22. August, 15.00 Uhr / 17.00 Uhr – Zsuzsa Elekes, Budapest

Thomaskirche Leipzig, Foto: Kirchenbezirk Leipzig

FREIE PLÄTZE: „Lettland – ein bisschen anders“ – Begegnungsreise

NOCH FREIE PLÄTZE:

„Lettland – ein bisschen anders“ – Begegnungsreise durch Lettland – 16.09. – 25.09.2020

Alle Informationen zur Reise finden Sie hier als PDF-Datei zum Herunterladen!

Gemeinsam mit der ReiseMission Leipzig lade ich, Marion Kunz, Seniorenbeauftragte des Kirchenbezirkes Leipzig, erneut ein zu einer Reise für aktive Menschen 55+. Mit dem Bus wollen wir uns schöne Orte und verschiedene Regionen Lettlands anschauen, spannende Geschichten hören und liebenswerte, gastfreundliche Menschen und ihre Kirche kennen lernen. Wir werden Gemeinden auf dem Land besuchen und uns erzählen lassen, wie die Menschen ihren Alltag gestalten und wie sie versuchen, ihre Gemeinden zu unterstützen. Wir wollen miteinander Glauben teilen und Gottesdienste feiern.

Foto: Marion Kunz

Verborgenes sichtbar werden lassen

Eines der höchsten Güter in unserem gesellschaftlichen Miteinander ist die Aufmerksamkeit anderer. Wir setzen sie gleich mit Lob, Bewunderung und Selbstbestätigung, den Energiespendern unserer Seele. Warum legen wir so viel Wert auf Äußeres? Warum kaufen sich erfolgreiche Männer teures Rasierwasser? Warum schminken sich Frauen?

Man möchte auffallen. Unser Outfit hat großen Anteil daran, wie wir von anderen wahrgenommen werden. Allerdings kann der erste Eindruck täuschen. Wer nicht weiß, dass Mark Zuckerbergs unscheinbare graue T-Shirts teure Maßanfertigungen sind, läuft Gefahr, am modischen Sachverstand des Facebook-Chefs zu zweifeln.

Ich finde, eitel zu sein, hat zunächst mal was Angenehmes. Wer Wert auf sein Äußeres legt, wirkt auf seine Mitmenschen angenehmer. Der christliche Glaube verurteilt das nicht. Gott kennt uns, auch wenn wir uns im Spiegel – bekleidet oder nackt – oft fremd bleiben. Er liebt uns sogar mit Tränensäcken.

Der Wert eines Menschen hängt nicht nur von seiner äußerlichen Erscheinung ab. Da gibt es eine Innenseite, die viel Verborgenes in sich trägt. Was einen Menschen spannend für andere macht, sind die charakterlichen Qualitäten – Eigenschaften, die jeden von uns einzigartig erscheinen lassen. „Der Mensch sieht was vor Augen ist, aber der Herr sieht das Herz an.“

Vielleicht sollten wir uns gerade in der gegenwärtig schwierigen Zeit mehr auf dieses Wesentliche im Inneren eines Menschen besinnen. Die Außenseite, die wir zeigen und idealisieren, hat keinen dauerhaften Bestand. Auch „Germany‘s Next Topmodel“ wird einmal Falten bekommen…

Wolfgang Erler, Prädikant der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens

Bild von S. Hermann & F. Richter auf Pixabay

Monopoly

Heute vor 85 Jahren wurde das bekannte Brettspiel MONOPOLY auf den Markt gebracht. Der arbeitslose Heizungsmonteur Charles Darrow hat es erfunden, mitten in der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre. Er wurde zum Millionär.
„MONOPOLY…und die Herrn der Schlossallee, verlangen viel zu viel…“. Dieser Schlager klang mir in den Ohren als ich von diesem Jubiläum heute las. Und: „Was würde Jesus dazu sagen?“, schießt es mir dann noch durch den Kopf. „Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon“ (Lk 16,9)? Oder „Seid klug wie die Schlangen“ (Mt 10,16)?

Ich weiß es nicht. Jedenfalls glaube ich nicht, dass dieses Spiel „vom Teufel“ ist, wie ich das mal in einer Zeitschrift gelesen habe. Eher wird ein teuflisches Spiel vor Augen geführt, das Spiel um Geld. Und dabei kann man ein teuflisches Vergnügen entwickeln – zumindest einige oder ein Spieler.
Man kommt nun bei diesem Spiel mit Spielfiguren auf verschiedene Felder. Da hat man mal Glück und dann mal Pech. Und wenn ein Spieler viel Glück hat, häuft er sehr viel Geld an und kann dann sogar sein Glück „machen“. Das Problem dabei ist nur, dass der Glücks-Macher anderen viel Unglück bringt. Und zum Schluss gibt es den großen Gewinner und es gibt den großen Verlierer.

Also: Das hat dann Jesus mit Sicherheit nicht gewollt. Denn beim Blick auf die großen Verlierer um ihn herum sagte er damals:

„Selig, die arm sind vor Gott.
Selig, die rein sind im Herzen.
Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit.
Selig seid ihr, wenn man euch schmäht.“ (vgl. Mt 5, 3-11)

Aber mit diesen Eigenschaften gewinnt man bei MONOPOLY nicht. Das Spiel zeigt, wie die Kreisläufe in dieser Welt vielfach gehen. Und danach könnte man vielleicht darüber nachdenken, wie dieser Jesus aus Nazareth die Kreisläufe der Welt durchbrochen hat.

Pfarrer Thomas Bohne, Katholische Pfarrei St. Philipp Neri Leipzig-West

Bild von Bruno Germany auf Pixabay

Die beiden Wölfe

Eigentlich bin ich schon ein netter Mensch, meistens. Ich versuche es zumindest. Doch manchmal erschrecke ich über mich selbst. Da vertritt ein guter Bekannter eine für mich abwegige Meinung und was tue ich? Ich schieße ohne Verzögerung zurück, treffsicher genau dorthin, wo es ihm wehtut. Wir schaukeln uns hoch und bewerfen uns mit nicht gerade freundlichen Worten. Ich spüre, wie ich mich ärgere, zunehmend über mich selbst. Ich staune, dass ich auch so un-nett sein kann.

Vielleicht kennen Sie das ja auch und ich bin nicht der Einzige, dem es so ergeht. Eigentlich … . Was ist das bloß? Wieso bin ich doch manchmal so anders, als ich sein möchte? Da fällt mir eine Geschichte ein. Ein Indianerhäuptling erzählt seinem Sohn, dass in jedem Menschen zwei Wölfe kämpfen. Der eine ist böse. Der kämpft voller Ärger, Neid, Eifersucht, Egoismus und Rücksichtslosigkeit. Der andere Wolf ist gut. Er kämpft voller Liebe, sucht Frieden, zeigt Mitgefühl, ist ehrlich und dankbar. Der Sohn fragt: Und welcher der beiden Wölfe gewinnt den Kampf? Der Häuptling antwortet: Der, den du fütterst.

Das macht mir Mut. Ich bin also nicht hilflos meinen Launen ausgeliefert. Die Frage ist viel mehr, wen ich füttere. Es ist darum gut zu wissen, was die beiden Wölfe so fressen, was sie stark macht. Wir erleben gerade Beides. Die Belastungen der Pandemie können beide Wölfe an den Tag befördern. Wir können es aber beeinflussen. Der, den du fütterst, der wird die Oberhand gewinnen.

Friedbert Fröhlich, Pastor der Evangelisch-methodistischen Kirche in Leipzig

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Ein Sommer, wie es ihn nie gab

Lassen Sie uns bei allem, was uns in diesen Wochen besorgt, auch die Sinne für das Schöne schärfen. Den Sonnenschein. Die Blumen auf dem Balkon und im Garten. Den Duft nach einem Sommerregen. Die Bienen, für die so viele Menschen ihre Blumenkästen bienenfreundlich bepflanzt haben. Die Stunde auf der Sonnenliege. Das neue Buch, das fesselt. Das köstliche Essen, das wir mit unserer Familie zu Hause genießen. Die Vögel, die draußen vor dem Fenster singen. Weil es so wichtig ist, das Schöne zu genießen und Kraft daraus zu schöpfen, möchte ich diese Gedanken mit Ihnen teilen.

Eines meiner Lieblingssommerlieder fängt übrigens so an: „Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben“. Den Text hat Paul Gerhardt 1653 geschrieben – mitten in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges, der so viel Schrecken und Tod über die Menschen damals brachte. In der Schönheit der Schöpfung hat Paul Gerhardt Gott erkannt. Gott, der mit uns ist. Der Leben und Liebe schenkt.  Daraus hat er Mut und Hoffnung geschöpft.

Mir hat Mut gemacht, zu erleben, wie wir uns in der Zeit der Isolation nähergekommen sind: Familien und Freunde schicken sich liebevolle Videobotschaften. Enkel malen ihren Großeltern Bilder und schreiben Briefe. Menschen greifen zum Telefon und rufen andere an, um zu hören, wie es ihnen geht und ob Hilfe gebraucht wird. Am Ende ist es wie immer die Liebe, die alles überlebt. Und deshalb lassen Sie uns heiter und zuversichtlich auch durch diese seltsamen Zeiten gehen, und in allem wahrnehmen: Gott ist mit uns!

Passen Sie gut auf sich auf!

Pfarrerin Elke Bucksch, Evangelisch Reformierte Kirche zu Leipzig

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