Urlaub und Ferien: den Kopf anders füttern

Für manche ist die Urlaubszeit die Zeit im Jahr, in der sie “mal so richtig abschalten” wollen. Mal gar nichts machen, nix anschauen oder lesen, den Kopf einfach auf Durchzug schalten. Diese Idee von Urlaub ist mir persönlich ja ein wenig suspekt. Ähnlich wie Leute, die nach einer erfolgreichen Abschlussprüfung jubeln: hurra, nie wieder lernen müssen! Ist es nicht toll, den eigenen Kopf auch nach Ausbildung, Schulzeit, Uni immer wieder neu mit frischem “Stoff” zu füttern? Aber gut, da ist jeder anders.

Natürlich, Urlaub ist dafür da, auszuspannen, aus der Hektik des Alltags auszubrechen. Es ist auch vollkommen richtig, einfach mal nichts zu tun. Gleichzeitig ist diese Zeit jetzt im Sommer für mich aber immer auch die ideale Gelegenheit, um meinen Horizont zu erweitern: zu erkennen, wie groß, spannend und bunt die Welt, Gottes wunderbare Schöpfung, doch ist – und sie ein wenig besser kennenzulernen.

Das geht zum Beispiel durch Reisen – in diesem Jahr coronabedingt natürlich wesentlich eingeschränkter als sonst. Doch das geht eben auch durch Bücher, Filme, Podcasts. Ich kann eintauchen in mir bisher unbekannte Geschichten, Biografien, Zeiten. Ich habe Zeit für Neues und gönne mir neuen, anderen Input, der mir im Alltag sonst vielleicht nicht begegnet. Das ist für mich ein großer Segen in der Urlaubszeit.

Aber zum Glück gibt’s weder für das Ausspannen noch für das Dazulernen im Urlaub irgendeine Pflicht. Wie so oft gilt wohl: “Die Mischung macht’s!” Allen, die gerade ihren Urlaub genießen, wünsche ich die genau für sie passende Mischung, damit es eine gute, gesegnete, erfüllte Zeit wird. Frohe Ferien!

Daniel Heinze, katholischer Kirchenredakteur, Rado PSR

 

 

Orgelmusik und Ausstellung in der Michaeliskirche

Jeweils mittwochs 12 Uhr erklingt in der Michaeliskirche am Nordplatz Orgelmusik. Bis zum 23. September 2020 musizieren Studierende der Hochschule für Musik und Theater Leipzig und Kantor Veit-Stephan Budig an der historischen Sauer-Orgel von 1904. Die im Originalzustand erhaltene dreimanualige Orgel mit ihrem vollen weichen Klang, mit 46 klingenden Registern und reich geschnitztem Jugendstilprospekt ist einmalig in der Leipziger Orgellandschaft. Der Eintritt ist frei.

Ab 1. Juli ist zudem in der Kirche die Ausstellung „Ich hatte einst ein schönes Vaterland – Jüdisches Leben in Gohlis und der äußeren Nordvorstadt“ zu sehen.
Die Ausstellung von Elisabeth Guhr, die im letzten Jahr als „work in progress“ gezeigt wurde, ist weiter gewachsen und stellt neue Blicke auf jüdisches Leben vor – unter anderem jüdische Frauen im Widerstand, wie Gerda Taro, außerdem die Rauchwarenhändler, die um den Nordplatz herum lebten, wie Chaim Eitingon. Industrielle, Wissenschaftler und Künstler sind weitere Themen.

Die Michaeliskirche bis zum Herbst täglich von 15 Uhr bis 18 Uhr geöffnet.

Foto: Sauerorgel in der Michaeliskirche (Foto: Kirchenbezirk)

Pauluskirche Grünau: Kino im Kirchgarten

Zum open-air-Kino wird am Freitag, 7. August 2020, 21 Uhr, in den Kirchgarten der Pauluskirche Grünau, Alte Salzstr. 185, eingeladen. Auf dem Programm steht der Film „Das brandneue Testament“. Die Komödie des belgischen Regisseurs Jaco Van Dormael greift tabuisierte Themen auf und hinterfragt nicht zuletzt die Rolle von Frauen in Bibel und Gesellschaft.

Der Eintritt ist frei. Bei Regen findet die Aufführung in der Pauluskirche statt.

Grünau Pauluskirche, Foto: Matthias Möbius

„20 Jahre Bach-Orgel“ – BachOrgelFestival in der Thomaskirche

Vom 18. Juli bis zum 22. August wird an jedem Samstag, 15 und 17 Uhr, in der Thomaskirche die Orgel erklingen. Die Programme der 12 Konzerte dauern jeweils etwa 45 Minuten. Damit viele Menschen live dabei sein können, wird jedes Konzert zweimal gespielt, denn nur 250 Besuchern pro Konzert kann Einlass gewährt werden.

Die „Hauptperson“ ist in diesem Jahr die Bach-Orgel. Das Instrument von Gerald Woehl wird 20 Jahre alt. Wie in jedem Jahr können sich Besucher auf ein hochkarätig besetztes internationales Festival freuen.

Eintrittskarten zu 10 Euro gibt es im Thomasshop, an der Tageskasse und unter www.thomaskirche.org. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre und Leipzig-Pass-Inhaber haben freien Zutritt. Je Konzert dürfen maximal 250 Besucher in die Kirche.

Weitere Informationen im Pfarramt: Tel. 0341/22224200

Termine:

  • 18. Juli, 15.00 Uhr / 17.00 Uhr – Ville Urponen, Helsinki
  • 25. Juli, 15.00 Uhr / 17.00 Uhr – Thomas Fritzsch, Freyburg (Viola da Gamba) und Nikolaikantor Lucas Pohle (Orgel)
  • 1. August, 15.00 Uhr / 17.00 Uhr – Thomasorganist Ullrich Böhme
  • 8. August, 15.00 Uhr / 17.00 Uhr – Olivier Latry, Kathedrale Notre-Dame Paris
  • 15. August, 15.00 Uhr / 17.00 Uhr – Hansjörg Albrecht, München
  • 22. August, 15.00 Uhr / 17.00 Uhr – Zsuzsa Elekes, Budapest

Thomaskirche Leipzig, Foto: Kirchenbezirk Leipzig

„Orgelherbst“ in der Nikolaikirche

Zum „Orgelherbst“ in der Leipziger Nikolaikirche wird vom 1. August bis zum 31. Oktober 2020 herzlich eingeladen. Jeweils sonnabends 17 Uhr musizieren international bekannte Organisten und Organistinnen an der von Friedrich Ladegast 1862 erbauten größten Orgel Sachsens. Der Eintritt kostet 10 Euro, ermäßigt 7 Euro (bis 18 Jahre Eintritt frei).

Den Programmflyer können Sie hier als PDF-Datei herunterladen.

Nikolaikantor Lucas Pohle, der das erste Konzert der Reihe gestalten wird, sagt Folgendes zum Programm des diesjährigen Orgelherbstes: „Das 2004 durch die Orgelbaufirma Hermann Eule restaurierte und erweiterte Instrument eignet sich hervorragend zur Feier der beiden großen musikalischen Jubiläen des Jahres: Ludwig van Beethoven widmet Salvatore Pronestì  zu seinem 250. Geburtstag ein Konzert mit Bearbeitungen für Orgel sowie Improvisationen über Themen des großen Komponisten.  Der blinde Louis Vierne, der 37 Jahre lang als Organist an der Kathedrale Notre-Dame de Paris wirkte, nimmt unter den Komponisten der französischen Orgelsymphonik einen herausragenden Platz ein. In vielen Werken dieser beiden Komponisten werden die schweren Schicksalsschläge, die ihre Leben prägten, spürbar – was wiederum in unsere von Covid-19 geprägte Zeit spricht. Möge die Orgelmusik in St. Nikolai zur „Ehre Gottes und Recreation des Gemüths“ dienen, wie es der hier als „Director musices“ wirkende Johann Sebastian Bach formulierte.“

Nikolaikirche Leipzig, Foto: Kirchenbezirk Leipzig

Leutzscher Sommerkonzerte

Vom 12. Juli bis zum 16. August wird jeweils sonntags 18 Uhr zum Sommerkonzert in die St. Laurentiuskirche Leutzsch, William-Zipperer-Str. 149, eingeladen. Die Konzerte werden von verschiedenen Ensembles und Solisten gestaltet. Der Eintritt ist frei.

Das Streichtrio „Vietz“ ist am 19. Juli zu Gast. Auf dem Programm stehen Kompositionen von Beethoven, Mozart, Schubert u.a.

Am 26. Juli hat das Konzertprogramm die Überschrift „Leutzscher Panoptikum“.

Das Canella-Trio ist am 2. August mit Musik und szenischem Tanz zu erleben. Zum Trio gehören Magdalena Steinberg (Cello), Anna-Katharina Reuter (Querflöte) und Felicitas Ressel (Klarinette).

Am 9. August spielt das Toni-Fehse-Trio (Toni Fehse, Trompete; Jonas Wilfert, Klavier; Alexander Kreß, Cello) Stummfilm-Klassiker.

Joachim Thoms, Berlin, beendet am 16. August die Reiher der Leutzscher Sommerkonzerte mit Orgelimprovisationen unter dem Titel „Sorry, I have stolen“.

Foto: Pixabay

Seniorenbüro in Großzschocher sucht Unterstützung

Bereits seit Ende Mai heißt das „Seniorenbüro Südwest mit Offenem Seniorentreff“ in der Dieskaustraße 138 in Leipzig-Großzschocher alle Interessierten wieder herz­lich willkommen. Der Leiter des Seniorenbüros, Jan Köhler-Leers, freut sich sehr, dass – unter Einhaltung der notwendigen Hygieneregeln – die Besucherzahlen wie­der steigen und die zumeist älteren Menschen diese Begegnungsstätte nutzen.

Gleichzeitig mit diesem neuen Start möchte der Offene Seniorentreff zusätzliche Angebote für Makramee, DIY und Stricken machen, die sich generationsübergrei­fend auch an jüngere Menschen richten. Wer Lust hat, an diesen neuen Gruppen teilzunehmen oder sogar eigene Ideen einzubringen und kleine Gruppen anzuleiten, melde sich gern telefonisch unter 0341 42 99 72 51 oder via E-Mail: seniorenbuero-suedwest@oesst.de bei Herrn Köhler-Leers.

www.oesst.de

Foto: Pixabay

Kirchliche Erwerbsloseninitiative: Beratungsstelle vorübergehend umgezogen

Die Kirchliche Erwerbsloseninitiative Leipzig ist ab 27. Juli 2020 bis zum Ende des Jahres in der Puschstr. 9 auf der Alten Messe (Messehalle 14, Pavillon der Hoffnung) zu finden. Die Räume der Beratungsstelle in der Ritterstraße werden renoviert.

Die Kontaktdaten bleiben unverändert:

Tel. 0341/9605045, E-Mail: ke-leipzig@evlks.de; www.ke-leipzig.de

Postanschrift: Ritterstr. 5, 04109 Leipzig

 

Kirchliche Erwerbsloseninititative, Foto: Kirchenbezirk Leipzig

Fotoausstellung zeigt „Besondere Momente“

Unter dem Titel „Besondere Momente vor dem Vergessen bewahren“ sind in der Martin-Luther-Kirche Markkleeberg-West, Pfarrgasse 27, Fotografien von Werner Sroka zu sehen.

Die Ausstellung ist bis zum 4. Oktober jeweils sonnabends und sonntags zwischen 16 und 18 Uhr zu besichtigen. Der Eintritt ist frei.

Foto: R. Strohmann

Das Schweigen der Lämmer?

Haben wir nichts mehr zu sagen? Oder wenn wir etwas sagen, dann klingt es oft peinlich, der Situation nicht angemessen, wenig konkret, fern der Realität. Sind wir überflüssig geworden, wir, die Menschen der Kirche?

In einer Zeit der Ratlosigkeit und der Suche nach der richtigen und guten Handlung fällt die Kirche derzeit vor allem mit einem auf: Sie schweigt. Nicht die einzelnen Mitarbeiter, auch nicht einzelne Bischöfe. Da ist schon so mancher vernehmbar in dieser Zeit.

Aber insgesamt? Insgesamt ist es doch ein großes Schweigen. Was ist uns geschehen in den Jahren nach der Wende, in der die Kirche ein wichtiger Ort der Gespräche und des Neuanfangs war? Ist uns die Stimme abhandengekommen? Aber ist Schweigen nicht viel zu unterschiedlich deutbar? Kann man sich das in so einer Zeit leisten: still sein, kleine Angebote wagen und ansonsten nichts zu tun?

Aber ist Schweigen nicht auch Antwort? Stille-Sein und zugeben: Jetzt gibt es keine einfachen Antworten. Jetzt respektiere ich die Ratlosigkeit. Jetzt gebe ich zu, dass ich da sein werde, ohne zu sagen, was richtig oder falsch ist. Ich verlasse den Weg auf dem man in gut und schlecht einteilt.  Ich bin mir dessen bewusst: Jetzt und hier sind wir gefordert andere, neue, ungewohnte Wege zu gehen. Vielleicht hilft uns allen der Mut dazu, keine Lösung zu haben, sondern in kleinen Schritten einen neuen Weg zu ertasten, mehr als das eine große Wort? Denn im Schweigen, in dem ich mit anderen unterwegs bin, ertönt etwas lauter als alles andere: Ich bin hier, auch mit dem, was ich nicht weiß. Ich bleibe dir nah, wer du auch seist, denn ich bin wie du.

Bettine Reichelt, Theologin, Lektorin und Autorin

Foto: Lotz