„Zeit zur Klage – Raum für Hoffnung“ – Gottesdienste und Offene Kirchen am 18. April

Seit über einem Jahr bestimmt die Corona-Pandemie weltweit das Leben. Das Virus hat viele Opfer gekostet und fordert weiter seinen Tribut: Menschen sind verstorben – oft in großer Einsamkeit. Hinterbliebene fanden keinen Raum, um ihrer Trauer Ausdruck zu verleihen. Kindern und Jugendlichen fehlt die Gemeinschaft mit Gleichaltrigen. Eltern mühen sich oft über die eigene Belastungsgrenze hinaus, Kinderbetreuung und Arbeit zu vereinbaren. Unternehmen sehen durch die Regelungen des Lockdown ihre Existenz und ihr
Lebenswerk infrage gestellt. Vor diesem Hintergrund wollen die Vertreter der Christlichen Kirchen in Sachsen gemeinsam dieser Klage Ausdruck verleihen und nach Zeichen der Hoffnung suchen.

Unter dem Titel „Zeit zur Klage – Raum für Hoffnung“ werden am Sonntag, 18. April 2021, viele Kirchen und Kapellen in Sachsen und weitere Religionsgemeinschaften ihre Türen öffnen und die Menschen vor Ort zu einem gemeinsamen Corona-Gedenken einladen. Kommunen sowie örtliche Initiativen und Vereine werden ermutigt, sich an dieser Einladung zu beteiligen. „Viele Menschen suchen nach Möglichkeiten, ihre Klage, ihre Fragen und ihre Unsicherheiten loszuwerden, aber auch neue Hoffnung und Kraft zu schöpfen. Dafür wollen
wir geistliche Orte anbieten.“, so die Initiatoren der beteiligten Kirchen.

In den Gottesdiensten an diesem Tag wird mit gemeinsamen liturgischen Elementen die Klage vor Gott gebracht, der in der Corona-Zeit Verstorbenen und ihrer Hinterbliebenen gedacht und der Fürbitte für Menschen Raum gegeben, die derzeit unter der Corona-Pandemie in Deutschland und weltweit leiden. Auch am Nachmittag und Abend dieses Sonntags werden viele Kirchen und kirchliche Räume geöffnet sein, um Christen und Nichtchristen eine Möglichkeit des Gedenkens, zur persönlichen Einkehr und für die eigene Klage zu geben und gleichzeitig einen Hoffnungsort mit Trost und Stärkung anzubieten.

 

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Musikalische Vesper in der Kirche Panitzsch

Zu einer österlich-musikalischen Vesper wird am kommenden Sonntag, dem 18. April 2021, 17 Uhr, in die Kirche Panitzsch der Kirchgemeinde Parthenaue-Borsdorf eingeladen. Margret Baumgartl (Barockvioline) und Luces Pohle (Orgel) musizieren Werke von Georg Philipp Telemann, Johann Gottlieb Graun und Johann Sebastian Bach. Es erklingen unter anderem Improvisationen im barocken Stil von Lucas Pohle über Themen aus der Bachkantate „Der Herr ist mein getreuer Hirt“ zum Sonntag Misericordias Domini (BWV 112) und von Bach die Sonata Nr. 6 G-Dur für Violine und obligates Cembalo (BWV 1019). Lesung, Gebet und geistliches Wort von Pfarrer i.R. Reinhard Freier verbinden die verschiedenen musikalischen Beiträge.

Der Eintritt ist frei. Es wird um eine Kollekte gebeten. Der Zutritt zur Kirche ist nur unter Einhaltung der geltenden Hygienevorschriften möglich.

 

Kirche Panitzsch, Foto: Kirchgemeinde

„Wie geht Sterben?“ – Online-Themenabend beschäftigt sich mit Aspekten der letzten Lebensphase

„Wie geht Sterben?“ lautet der Titel eines Themenabends am Montag, 19. April, um 19 Uhr im Deutschen Hygiene-Museum Dresden. Aus Anlass der alljährlich bundesweit ökumenisch veranstalteten Woche für das Leben sprechen dabei Fachexperten und eine Betroffene über medizinische, pflegerische, soziale, gesellschaftliche und spirituelle Aspekte der letzten Lebensphase. Der Abend wird im Livestream übertragen in den Regionalprogrammen von Sachsen Fernsehen, unter www.dhmd.de/veranstaltungen und auf dem YouTube-Kanal der eaf Sachsen.

Teilnehmende des Gesprächsabends sind: Dr. Barbara Schubert, Chefärztin für Onkologie, Geriatrie und Palliativmedizin im St. Joseph-Stift Dresden; Dr. Pia Ritter, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Deutschen Hygiene-Museum Dresden; Andreas Müller, Geschäftsführer im Landesverband für Hospizarbeit und Palliativmedizin Sachsen e. V.; Anja Koebel, Journalistin und Betroffene. Moderiert wird der Abend von Georg Teichert.

 

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Gesprächsabende in der Peterskirche ab 21. April

Je länger die Pandemie unseren Alltag prägt, um so drängender werden die Fragen. Wie wird das alles weitergehen? Die Frage berührt auch unser Gemeindeleben. Manche Probleme werden jetzt bewusst, die vielleicht schon länger schwelen. Wohin geht es mit unserer Kirche? Die Antwort hängt – Gott sei Dank – nicht allein von uns ab. Aber wichtig ist schon, wie sehr wir die Kirche eigentlich brauchen und in welchem Maße ihre Angebote uns entgegenkommen. Davon hängt vieles ab für die Zukunft unserer Kirche – und für alle, die mit ihr einen Weg suchen. Wir wollen darüber sprechen unter dem Thema

Kirche, wohin? Wozu wir heute Kirche brauchen

und laden zu einer neuen Reihe unserer Gesprächsabende mit folgenden Themen ein:

  • 21. April 2021 Ablegen, was uns im Innersten bewegt. Kirche als Ort der Stille, der Klage und des Gebets
  • 28. April 2021 Suchen, wo uns Antworten fehlen. Kirche – Begegnungsort der Unfertigen und Ratlosen
  • 5. Mai 2021 Hören, worauf wir uns verlassen können. Kirche als Echoraum für Gottes menschliches Wort
  • 12. Mai 2021 Ringen um das, was gerecht ist in unserer Welt. Kirche, die hinschaut, wo Not ist
  • 19. Mai 2021 Feiern, was stärkt und verbindet. Kirche als Gemeinschaft im Glauben und Leben

Die Abende finden mittwochs um 19.30 Uhr in der Christenlehrekapelle der Peterskirche statt.

Eingeladen sind die Mitglieder unserer Kirchengemeinden und darüber hinaus sehr gerne auch Gäste, die an den Themen interessiert sind. Die Abende werden thematisch eingeleitet, und es wird ausreichend Gelegenheit zu Begegnung und Gespräch geben. Jede*r darf, niemand muss reden. Für die Beachtung der geltenden Abstandsregeln wird gesorgt.

Die Abende werden eingeleitet durch Prof. Jürgen Ziemer, Pfarrer Andreas Dohrn, Pfarrerin Christiane Dohrn, Prädikantin Anna Rietzschel und Vikarin Charlotte Kalmakhelidze.

 

Peterskirche Leipzig, Foto: Kirchenbezirk Leipzig

Frohe Ostern

…da war doch was? Ostern. Wieder mal und wieder so anders. Ostern – mit der Botschaft von Auferstehung und Hoffnung. Das müsste doch aus Sorgen, Ängsten und Lethargie herausreißen? Nur irgendwie erreicht das mein Herz nicht, dann müsste doch alles anders sein, oder nicht?

In den Osterberichten der Bibel merkt man, da war nicht plötzlich alles anders. Es gab Angst und Skepsis, Verwirrung und Zweifel. Wie bei Thomas, dem Zweifler, der nicht glauben kann, dass etwas passiert ist, was diese Welt verändert. Wenn Jesus auferstanden wäre, müsste das offensichtlicher, klarer sein. Nur auf Erfahrungen und Berichte von einzelnen hin erklären: jetzt ist alles gut? Wo sind die Fakten, die Beweise, aufgrund denen man die Situation anders betrachten und das Leben neu beginnen kann?

…und dann kommt Jesus. Er ist einfach da. Er kommt mitten in seine Fragen und Zweifel. Wer die Geschichte aufmerksam liest, bemerkt: Jesus begegnet Thomas dort, wo sich die anderen treffen, da ist er da. Damit ändert sich alles. Thomas bekommt wieder Boden unter den Füßen.

Schöne Geschichte, aber? Der Berichterstatter Johannes schreibt an dieser Stelle, dass er das aufgeschrieben hat, damit jeder glauben, also Vertrauen fassen und neu Boden unter den Füßen bekommen kann. Und er begegnet jedem so, wie er es versteht. Das ist eine Einladung, denn Gott ist nur ein Gebet entfernt. Deshalb frohe Ostern, jetzt erst recht.

Reinhard Steeger, Gemeinschaftspastor der Landeskirchlichen Gemeinschaft Leipzig

 

Foto: Lotz

Kirche mit Kindern – in Zeiten des Lockdowns

In den Leipziger Kirchgemeinden ist für Kinder immer was los. Jede Woche öffnen sich normalerweise die Türen für die Kinder der Stadt und des Umlandes. Alle Infos zu den regelmäßigen Gruppen Vorort und zu den sonntäglichen Gottesdiensten speziell für Kinder und Familien sind auf der Seite kirchemitkindern-leipzig.de zu entdecken.

In den Ferien öffnen sich die Türen auch unterwegs für Projekte und Freizeiten. Es ist für jeden etwas dabei. Auch wenn die Kinder und Jugendlichen im Moment nicht in den Räumen der Kirchgemeinden begrüßt werden können, auf der Seite www.kirchemitkindern-leipzig.de wurden schöne Ideen aus den unterschiedlichen Gemeinden gesammelt. Viel Spaß beim Entdecken!

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„Wir sind für dich da“ – TelefonSeelsorge

Die 104 TelefonSeelsorge-Stellen in Deutschland bereiten sich organisatorisch auf das „andere“ Weihnachten dieses Pandemie-Jahres vor. Die Dienste sollen über die Feiertage gut besetzt sein, Chat-Angebote werden aufgestockt. Die Kommunikationskanäle sollen möglichst vielen zur Verfügung stehen.

Beratungsnummer – Telefon: 0800 1110 111  oder  0800 1110 222

E-Mailberatung: www.telefonseelsorge.de

Rund um die Uhr, 24 Stunden täglich, erreichbar.

Jeder kann anrufen, der über eigene Fragen und Probleme reden möchte oder Hinweise und Informationen zur Bewältigung schwieriger Situationen braucht. Keiner muss seinen Namen nennen und alles, was Sie sagen, wird vertraulich behandelt. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterliegen der Schweigepflicht  und bleiben anonym, wie auch der Standort des Telefons.

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donnerstags 12 Uhr – Orgel-Punkt Zwölf in der Peterskirche

Jeden Donnerstag, 12 Uhr, wird zu Orgelmusik und Besinnung in die Peterskirche, Schletterplatz, eingeladen. Unter dem Titel „Orgel-Punkt-Zwölf“ findet diese Veranstaltung bereits seit 1996 regelmäßig statt. Leipziger Theologen geben kurze geistliche Impulse und Studenten vom Kirchenmusikalischen Institut der Hochschule für Musik und Theater Leipzig konzertieren unentgeltlich zugunsten der neuen Großorgel der Peterskirche.

Gespielt wird an der Orgel der Firma Jahn/Dresden, welche 1968 aus Universitätskirche St. Pauli am Augustusplatz kurz vor ihrer Sprengung gerettet werden konnte und seitdem in der Peterskirche erklingt.

Die ehemalige Schulorgel der Universitätskirche St. Pauli wurde nach umfangreicher Restaurierung durch Gerd-Christian Bochmann, Kohren-Sahlis, im Jahr 1995 der Peterskirche als Dauerleihgabe von der Universität Leipzig übergeben. Hier wird sie vorn im Kirchenschiff als Begleitinstrument für Gemeinde und Konzert genutzt.

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Andachtshotline und Digitale Gebetsplattform

Auf beten.digital (https://beten.digital) gibt es die erste digitale Gebetspinnwand. Dort können Menschen Ihre Gebete und Gebetswünsche veröffentlichen, Mitbetende suchen und selbst auch zeigen, wenn ein Anliegen mit ihrem Gebet unterstützen. „Gerade jetzt, wo viele Menschen mit großen Ängsten, Sorgen und Nöten zu Hause sitzen und sich nicht versammeln können ist es wichtig, dass wir dennoch Wege finden, füreinander da zu sein.“, so Pfarrer Sebastian Keller. „Füreinander zu beten ist ein wichtiges Zeichen der Verbundenheit und Unterstützung. Wir wollen als Kirche füreinander und für andere da sein. Deshalb laden wir bewusst auch Menschen auf unsere Seite ein, die mit dem Beten bisher wenig Erfahrung haben. Sie können auch einfach ihre Gebetsanliegen schreiben und andere bitten für sie zu beten.“

„Beten stärkt, Beten verbindet, Beten wirkt.“ heißt es auf der Plattform. „Das Wissen, dass wir mit unseren Nöten nicht allein sind, dass Gott zuhört und auch andere für uns beten kann uns viel Kraft geben! Wir können andere Menschen stärken indem wir für sie beten!“

Unter der Hotline 0341/ 999 999 0 (in Worten: Sechs Mal die Neun und die Null) gibt es jede Woche eine Andacht zu hören. „Wir wollen damit vor allem ältere Menschen erreichen, die keinen Internetanschluss haben“, so Pfarrer Sebastian Keller. „Ich habe bereits Senioren und Seniorinnen angerufen und über das Angebot informiert und kann nach ersten Rückmeldungen schon jetzt berichten, dass die Idee gut ankommt.“

Foto: Kirchgemeinde

Schweigen ist Gold

„Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“. Kennen Sie das alte Sprichwort? Vielleicht haben Sie es auch selber schon verwendet. Es meint: Schweigen kann ein Gewinn sein. Stille kann wertvoller sein als tausend Worte. Darin aufgehoben ist die menschliche Erfahrung: Im Schweigen liegt etwas Heilsames. In der Stille kann wachsen, was uns hält und trägt.

Heute ist Karsamstag. Die Älteren unter uns kennen den Tag vielleicht noch als den “stillen Samstag“. Die Worte „Karfreitag“ und „Karsamstag“ erzählen von ihrer Bedeutung: „Kara“ heißt Klage, Kummer, Trauer. Der Karsamstag also ein Tag, der Zeit und Raum gibt, Stille zuzulassen. Meine Freundin Lea hat mir in ihrer Ostergruß-Mail geschrieben: „Ich habe mir in diesem Jahr vorgenommen, den Karsamstag ganz bewusst für mich zu genießen. Ich möchte die Schönheit des Tages in seiner Stille erfahren. Mal keine Ablenkung durch Internet, Fernsehen oder Radio. Vielleicht mache ich einen Waldspaziergang und höre auf das Singen der Vögel, fühle die wärmende Sonne und bestaune die erwachende Natur. In der Stille möchte ich in mich hineinhören; mich an das Schöne in meinem Leben erinnern; nachspüren, was mir Kraft gibt und was mich eher mutlos macht.“

Heilsame Stille finden. Das Getöse des Alltags hinter sich lassen. Wieder spüren, was bei allen Unsicherheiten und Ängsten hält und trägt. Das kann auch der Glaube daran sein, dass Gott um unsere Wunden weiß und wir uns auf ihn verlassen können.

Ich nehme mir vor, Lea in der Osterwoche anzurufen. Dann können wir miteinander teilen, was wir in Stille und Schweigen entdeckt haben, und natürlich auch unsere Osterfreude!

Elke Bucksch, Pfarrerin an der Evangelisch Reformierten Kirche zu Leipzig

 

Foto: epd_Bild