Nach der Wahl: Zeit für mehr Freundlichkeit!

Was Sie jetzt gleich lesen, könnte dazu führen, dass Sie mich für naiv halten. Oder für einen unverbesserlichen Optimisten. Aber damit kann ich leben. Nun denn: ich wünsche mir, dass sich nach der Bundestagswahl tatsächlich etwas verändert in Deutschland – nämlich die Art, wie wir miteinander umgehen!

Denn ich bin müde vom ständigen Gepoltere gegen das, was einem selbst nicht in den Kram passt. Das geht los bei Sätzen wie “Die da oben kümmern sich doch eh nur um sich” und hört bei “Mein Nachbar, dieser Depp, hat seit Wochen den Rasen nicht gemäht!” noch lange nicht auf. Spüren Sie auch, dass der Umgangston in unserer Gesellschaft deutlich rauer geworden ist?

Klar kann man da schön auf andere zeigen – auf “die Medien” oder “die Regierenden”. Aber auch und gerade die ganz normalen Gespräche bei Familienfeiern, nach Gottesdiensten, bei zufälligen Treffen driften oft ab in gegenseitige Belehrungen und Debatten, bei denen man den anderen von der eigenen, viel richtigeren Meinung zu überzeugen versucht.

Ganz gleich, wie die Bundestagswahl morgen ausgeht und wer da künftig Verantwortung übernimmt: ich wünsche mir, dass diese Menschen eine faire Chance bekommen. Dass man nicht geradezu darauf wartet, wer wann endlich den ersten Fauxpas liefert, über den man sich genüsslich echauffieren kann.

Ja, ich wünsche mir mehr Mitgefühl, Fairness und Freundlichkeit. Denn das gefällt nicht nur naiven Menschen und unverbesserlichen Optimisten.

von Daniel Heinze, katholischer Kirchenredakteur bei Radio PSR

 

Foto: Lehmann

JETZT ANMELDEN: „Dir singt mein Herz und will nicht verstummen.“ – Jugendchortag am 2.10.

Am Samstag, den 2. Oktober 2021, ab 10 Uhr, treffen sich Jugendchöre aus Leipziger Kirchgemeinden zu einem gemeinsamen Jugendchortag in der Peterskirche am Gaudigplatz. Unter dem Motto „Dir singt mein Herz und will nicht verstummen.“ (Psalm 30,13) proben die Jugendlichen, lernen sich gegenseitig und neue Klänge kennen und feiern mit allen Eindrücken und der Musik im Ohr. Mit einem Gottesdienst um 17 Uhr in der Peterskirche endet dieses musikalische Treffen.

Der Tag ist eine gute Gelegenheit, um das Singen im Jugendchor kennenzulernen. Es sind keine Vorkenntnisse notwendig. Anmeldung und Information bei Ulrike Pippel, Kinder-Jugend-Kantorin im Kirchenbezirk Leipzig, E-Mail: ulrike.pippel@evlks.de.

 

Foto: epd

Projekt „Friedens(w)orte. Friedensgebet der Schülerinnen und Schüler“

Nach dem Friedensgebet in der Nikolaikirche und anderen Kirchen in der Stadt sind an dem Tag 1989 die Demonstrierenden das erste Mal um den gesamten Ring gelaufen. Dass es dabei friedlich blieb, war alles andere als normal. Als Erinnerung an dieses Ereignis und als Mahnung zum Frieden möchte die Arbeitsstelle Kinder-Jugend-Bildung des Kirchenbezirkes Leipzig dieses Jahr, wie schon oft in den Jahren davor gerne wieder Schülerinnen und Schüler der 3.-6. Klassen einladen, um den 9. Oktober ein Friedensgebet zu halten.

Aufgrund der Corona-Pandemie viel die Entscheidung in diesem Jahr für ein digitales Format, ein kleiner Film wurde erstellt. Dieser kann von einer Cloud heruntergeladen und im Rahmen von Bildungsangeboten in der Schule oder Kirchgemeinde oder im Rahmen von Gottesdiensten oder gottesdienstähnlichen Veranstaltungen in Schulen oder Kirchgemeinden verwendet werden. Darüber hinaus kann zu dem Thema „Friedens(w)orte“ noch weiter gearbeitet werden. Es wird dazu eingeladen, z.B. mit einem neuen Lied, vertiefenden Gesprächen zu dem Film, einem biblischen Gleichnis oder anderen Geschichten, mit einem Friedensworte-Bingo u.s.w..

Das Material ist unter folgendem Link zu finden: www.nikolaikirche.de/friedensgebet-schule

Kontakt
Diakonin Susanne Stief
Schulbeauftragte
Ev.-Luth. Kirchenbezirk Leipzig
Arbeitsstelle Kinder-Jugend-Bildung
04109 Leipzig Burgstraße 1-5
Tel.: 0341 212009-424
E-Mail: susanne.stief@evlks.de

 

Plakatmotiv zum Projekt

„Glocken fürs Klima“ – Andachten zum Klimastreik am 24.9. 12 Uhr

Am 24. September 2021 findet der nächste globale Klimastreik von friday for future statt. Aus diesem Anlass ruft der Ökumenische Weg zusammen mit „Churches for future“ die Gemeinden zu Klimaandachten um 12 Uhr mittags auf.

#prayersforfuture www.oekumenischerweg.de

Folgende Orte und Termine stehen bereits fest:

Freitag, 24. September 2021

  • 12.00 Uhr       Andachtsraum im Diakonissenkrankenhaus, Georg-Schwarz-Str. 49
    „Klima-Andacht“ zum weltweiten Aktionstag
  • 12.00 Uhr       Kirche Wiederitzsch, Bahnhofstraße/Schulstraße
    Klima-Andacht zum weltweiten Aktionstag
  • 12.00 Uhr       Kirche Podelwitz, Buchenwalder Str. 3
    Klima-Andacht zum weltweiten Aktionstag
  • 12.00 Uhr       Marienkirche Stötteritz, Lochmannstr. 1
    Klima-Andacht zum weltweiten Aktionstag
  • 12.00 Uhr       Martin-Luther-Kirche Markkleeberg-West, Pfarrgasse 27
    Klima-Andacht zum weltweiten Aktionstag
  • 18.00 Uhr       St. Laurentiuskirche Leutzsch, William-Zipperer-Str. 149
    Klima-Andacht zum weltweiten Aktionstag

 

Foto: Pixabay

Von den DDR-Kirchen lernen? – Offener Abend mit Landesbischöfin a. D. Junkermann in der Gnadenkirche Wahren

Am Freitag, 24. September 2021, 19.30 Uhr, wird zum 152. Offenen Abend in die evangelisch-lutherische Gnadenkirche Leipzig-Wahren, Opferweg 2, eingeladen. Das Thema lautet  „(Verborgene) Schätze heben: Was lässt sich von den Kirchen in der DDR für Kirche und Glaube heute lernen?“ Referentin wird Ilse Junkermann sein, die als Landesbischöfin der evangelischen Kirche in Mitteldeutschland über einige Jahre hinweg tätig war und die jetzt an der Universität Leipzig eine Forschungsstelle „Kirchliche Praxis in der DDR. Kirche sein in Diktatur und Minderheit“ leitet.

Sie schreibt: „Die Kirchen in der DDR haben in der Zeit der Diktatur eigene Konzeptionen für ihre Arbeit als Kirchen in der Minderheit entwickelt, oftmals durch Impulse, die aus der weltweiten Ökumene, aber auch von der kirchlichen Basis kamen. Durch die Wiedereingliederung der evangelischen Kirchen in der DDR in die Evangelische Kirche Deutschlands (EKD) und der katholischen Bistümer in die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) schienen viele dieser Konzeptionen überholt bzw. wurden angesichts der gesamtdeutschen rechtlichen Regelungen vielfach aufgegeben, jedenfalls mit ihrem Potential für die gegenwärtige spezifisch ostdeutsche und die zukünftig gesamtdeutsche Situation der Kirchen kaum wahrgenommen. Bisher ist die kirchliche Praxis der evangelischen Kirchen in der DDR (und auch der röm.-katholischen Bistümer und der Freikirchen) nur in Ansätzen erforscht, eine umfassende (praktisch-)theologische Reflexion steht noch aus.“

Wir freuen uns, Landesbischöfin a. D. Ilse Junkermann nach ihren bisherigen Ergebnissen und Eindrücken befragen zu können und von ihr zu hören, welche (verborgenen) Schätze aus den Erfahrungen der Kirchen in der DDR noch zu heben sind – für eine Kirche, die in ganz Deutschland sich immer deutlicher von einer Volkskirche hin zu einer Minderheitskirche transformiert.

Der Eintritt ist frei. Bitte beachten Sie die gültigen CORONA bedingten Hygieneregeln.

 

Gnadenkirche Wahren, Foto: Kirchenbezirk Leipzig

„Unbehaust zu Hause“ – Podium zum Sukkot-(Laubhütten)-Fest

Am Sonntag, 26. September 2021, 18.30 Uhr lädt die Jüdisch-Christliche Arbeitsgemeinschaft Leipzig zu einem Podiumsgespräch in eine Sukka im Hof des Gemeindehauses der Israelitischen Religionsgemeinde Leipzig, Löhrstr. 10 ein. Zum Thema „Unbehaust zu Hause“ sprechen Propst Gregor Giele, Superintendent Sebastian Feydt und Landesrabbiner und Militärbundesrabbiner Zsolt Balla anlässlich des jüdischen Sukkot-(Laubhütten)-Festes miteinander. Moderiert wird der Abend von Dr. Timotheus Arndt, Jüdisch-Christliche Arbeitsgemeinschaft Leipzig.

Im Dritten Buche Mose, Kapitel 23, Vers 42 heisst es: „In Hütten sollt ihr wohnen, sieben Tage.“ Die Erinnerung an vierzig Jahre Wüste erinnert uns an unsere Unsicherheit zu allen Zeiten. Die Podiumsmitglieder sprechen über die Bedeutung des Laubhüttenfestes aus unterschiedlichen religiösen Perspektiven.

Die Veranstaltung auch als Zoom unter: www.ariowitschhaus.de verfolgt werden.

 

Foto: unsplash

JETZT ABSTIMMEN: PAX Jugendkirche Leipzig für den Evangelischen Medienpreis 2021 nominiert!

Die PAX Jugendkirche Leipzig ist mit dem Projekt PAX² für den Evangelischen Medienpreis 2021 nominiert. Das freut uns natürlich und wir brauchen nun viele Unterstützer, damit wir auch gewinnen.

Unsere Ehrenamtlichen und wir haben viel geschafft und keine Kraftanstrengung gescheut, den Jugendgottesdienst und andere Formate digital werden zu lassen. Mit virtuellen Gebetsanliegen und direkter Teilhabe an den Gottesdiensten mit Fragen und Antworten.

Unseren vierten Geburtstag konnten wir nicht mit allen zusammen feiern. Dafür gab es ein Konzert aus der PAX live übertragen. In der Passionszeit hat uns Noras Passion den Wandel und die Herausforderungen in diesem Jahr extrem emotional nahe gebracht und das über Filmsequenzen aus der PAX. Weihnachten haben wir zusammen gesungen und uns im virtuellen Raum Wärme gegeben. Das sind nur einige der Veranstaltungen, die zu sehen waren. Es war ein aufregendes Jahr 2020/21 mit vielen neuen Gedanken und Herausforderungen! Das alles zu sehen unter http://live.pax-leipzig.de

Und jetzt zur Abstimmung! http://medienverband-sachsen.de/mp2021-die-teilnehmer/

Das Team der PAX Jugendkirche Leipzig

 

PAX Jugendkirche, Foto: Maik Kohlsdorf

Gemeinsames Wort zur Wahl

Landesbischof Tobias Bilz (Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens) und Bischof Heinrich Timmerevers (Bistum Dresden-Meißen) wenden sich im Vorfeld der Bundestagswahl am 26. September 2021 mit einem gemeinsamen Wort an die Bürgerinnen und Bürger sowie die Christinnen und Christen in Sachsen.

Gemeinsames Wort zur Wahl

Liebe Bürgerinnen und Bürger, liebe Christinnen und Christen,

mit der Wahl zum 20. Deutschen Bundestag am 26. September 2021 befindet sich unsere Gesellschaft vor vielfältigen Herausforderungen, die nach neuen Wegen suchen lassen, aber auch verunsichern:

  • Erst kürzlich haben wir durch Flutkatastrophen gesehen, wie not-wendend und wichtig unsere Solidarität ist. Wozu sind wir künftig bereit? Dürfen wir aufeinander zählen?
  • Die Coronapandemie verlangt weitaus mehr als neue Impfstoffe. Wie geht es weiter im Leben unserer Gesellschaft, insbesondere in Schulen, wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und sozialen Einrichtungen, aber auch weltweit?
  • Der Ausstieg aus etablierten Energiequellen wie der Braunkohle verlangt nach neuen Konzepten. Doch wie behalten wir die Menschen in den betroffenen Regionen im Blick?
  • Die Lage in Afghanistan wie auch andere Hilferufe jenseits unserer hiesigen Grenzen werfen humanitäre Fragen auf. Wie handeln wir für Menschen, die aufgrund ihrer Herkunft, ihres Glaubens und aus Angst um ihre Zukunft ihre Heimat verlassen müssen?
  • Der Schutz und die Würde des Lebens – vom Beginn bis zum Ende – sind nach wie vor oberstes Verfassungsziel und stehen dennoch auf dem Prüfstand. Wie kann diese Würde bewahrt werden?
  • Die Verantwortung für die Schöpfung ist uns gemäß der biblischen Botschaft in die Hand gelegt. Wie sorgsam und nachhaltig gehen wir mit dieser Schöpfung um?
  • Die Digitalisierung verändert unser soziales, wirtschaftliches und gesellschaftliches Leben. Welche Steuerungsmöglichkeiten haben wir und wie nutzen wir sie?

Die gegenwärtige gesamtgesellschaftliche Situation macht deutlich, dass die Beteiligung an einer Wahl nicht nur ein Bürgerrecht ist, sondern auch elementarer Bestandteil unserer Verantwortung für die Gesellschaft und die Zukunft unseres Landes. Freie Wahlen sind ein Kern unserer Demokratie. Von daher bitten wir Sie eindringlich, Ihr Wahlrecht auszuüben. Durch unseren Glauben sind wir in besonderer Weise dem menschlichen Miteinander und der Verantwortung für spätere Generationen verpflichtet. Auf der Grundlage des Evangeliums bringen wir uns mit unseren Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten in den gesellschaftlichen Diskurs ein und geben so der christlichen Botschaft in unserer Welt Stimme und Gestalt.

Wir geben keine Empfehlung darüber, welcher Partei oder Person Sie Ihre Stimmen zukommen lassen sollten. Doch wir bitten Sie darum, Ihre Wahlentscheidung am christlichen Menschenbild auszurichten. Als Kirchen stehen wir für Einzigartigkeit und Würde der Person, Verantwortung für das Gemeinwohl, gelebte Solidarität, Subsidiarität und Nachhaltigkeit als Grundlage unseres Handelns aus dem christlichen Glauben heraus.

Tobias Bilz
Landesbischof der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens

Heinrich Timmerevers
Bischof des Bistums Dresden-Meißen

Dresden, 17. September 2021

Lachen in der Kirche?

„In der Kirche lacht man nicht!“, ermahnt die Mutter ihre kleine Tochter, als sie die kleine Dorfkirche betreten und das Mädchen lachend durch den Mittelgang hüpft. Erschrocken hält es inne und geht langsam weiter. „Aber der dort lacht doch auch!“ sagt sie und zeigt auf ein altes Fresko an der Wand. Gemeinsam gehen sie etwas näher heran und dann erkennt es auch die Mutter: Das Fresko zeigt ein Narrengesicht mit weit geöffnetem Mund und Schellenkappe. Jahrhundertelang galt Lachen in der Kirche als Tabu. Jahrhundertealt ist aber auch jenes Fresko in einer kleinen Dorfkirche auf der dänischen Insel Ærø. Ursprünglich führte durch den offenen Mund ein Glockenstrang. Die Glocke wurde während der Abendmahlsliturgie geläutet, wenn Brot und Wein sich mit der Gegenwart Jesu verbinden. Denn es ist so unfassbar und zugleich so wahr, dass Jesus in Brot und Wein gegenwärtig ist, dass dies nur auf schallendes Gelächter treffen kann und zugleich auf tiefe Freude. Denn sollte Gott etwas unmöglich sein? Das Lachen ist eine der schönsten Gaben, mit denen Gott die Menschen ausgestattet hat. Was sonst kann Schweres leichter machen? Was sonst kann Menschen über sprachliche und kulturelle Schranken hinweg verbinden wie ein Lächeln oder gemeinsam zu lachen. Und wenn am Sonntag um 18 Uhr in der Peterskirche zum ersten Mal Bibel auf Kabarett trifft, wird sich auch bei Gott ein Lächeln zeigen, wie es sich gezeigt hat, als das kleine Mädchen lachend in sein Haus gehüpft kam.

von Pfarrerin Christiane Dohrn, Kirchgemeinde St. Petri

 

Foto: Pixabay

„Orgelherbst“ in der Nikolaikirche

Bis Ende Oktober werden Organistinnen und Organisten aus dem In- und Ausland im Rahmen des Orgelherbstes jeweils sonnabends 17 Uhr vielfältige Konzertprogramme in der Nikolaikirche zu Gehör zu bringen.

Die 5-manualige Ladegast-Eule-Orgel in der Stadtkirche St. Nikolai ist mit ihren 103 Registern und 6.804 Orgelpfeifen – im wahrsten Sinne des Wortes – eine „Königin der Instrumente“ und bietet ein beeindruckendes, berührendes Klangerlebnis.

Orgelherbst_2021

 

Nikolaikirche Leipzig, Foto: Kirchenbezirk Leipzig