Andachten begleiten durch den Advent

Andachten am Morgen oder das Öffnen von Kalendertürchen am Abend sind nur zwei Beispiele mit denen Leipziger Kirchgemeinden durch den Advent begleiten und Kraft geben möchten, die coronabedingten Belastungen und Einschränkungen durchzustehen.

„Fünfzehn ­Minuten Stille im Advent“ heißt es vom 30. November bis 17. Dezember jeweils dienstags bis freitags um 7.30 Uhr in der Taufkapelle der Peterskirche, Eingang Schletterstraße. Mit adventlicher Stille, Kerzenschein und biblischem Impuls möchte die Gemeinde Stärkung für den Tag geben, Raum für die Sehnsucht nach Ruhe und Einkehr und zur Besinnung.

An der Marienkirche Stötteritz, Lochmannstr. 1., öffnet sich jeden Tag im Advent um 18 Uhr ein kleines Kalendertürchen. Vom 1. bis 24. Dezember gestalten unterschiedliche Menschen aus der Marienkirchgemeinde jeweils kleine Formate mit Text, Gebet oder Musik.
Gemeinsam, aber mit Abstand, möchte die Kirchgemeinde mit den Andachten vor der Kirche durch einen besonderen und gesegneten Advent gehen.

Zu Momenten der Besinnung und verantwortungsvollen Begegnung lädt die Kirchgemeinde Knauthain-Großzschocher viermal im Advent jeweils 18 Uhr an einen Kirchturm in ihrem Gemeindegebiet ein:

  • Dienstag, 1. Dezember, Dorfkirche Rehbach, Rehbacher Anger
  • Sonntag, 5. Dezember, Apostelkirche Großzschocher, Huttenstr. 14
  • Sonnabend, 11. Dezember, Andreaskapelle Knautnaundorf, Rundkapellenweg
  • Dienstag, 14. Dezember, Hoffnungskirche Knauthain

„Der andere Advent“ – Adventsandacht: In die Kirche Gundorf, Gundorfer Kirchweg 2, wird am 3., 10. und 17. Dezember, jeweils 18 Uhr zu einer Adventsandacht eingeladen.

Zum „Evensong im Advent“ lädt die Martin-Luther-Kirchgemeinde Markkleeberg-West im Dezember jeweils mittwochs 18 Uhr in ihre Kirche in der Pfarrgasse 27. Am 1., 8., 15. und 22. Dezember spielt Kantor Frank Zimpel eine kurze Orgelmusik und Pfarrerin Bickhardt-Schulz oder Pfarrer Frank Bohne sprechen Worte zur Besinnung.

 

Foto: Müller

Veranstaltungen und Gottesdienste in Leipziger Kirchen

Mit dem 1. Advent beginnt ein neues Kirchenjahr und die Adventszeit, die Zeit der Vorbereitung auf das Weihnachtsfest. Normalerweise laden Leipziger Kirchgemeinden mit Gottesdiensten und zahlreichen größeren und kleineren Konzerten und Adventsmusiken in den Wochen vor Weihnachten zum Innehalten ein.

Aufgrund der aktuellen Entwicklung der Corona-Pandemie können aber vorerst keine Konzerte, Kirchenmusik, Treffs und Vorträge stattfinden. Ausgenommen sind gottesdienstliche Angebote unter strengen Regeln. Es gilt die Pflicht zur Vorlage eines Impf-, Genesenen- oder Testnachweises (§ 18 Sächsische Corona-Notfall-Verordnung vom 19.11.2021) sowie die Abstands- und FFP2-Maskenpflicht.

Informationen zu den Angeboten finden Sie direkt bei den jeweiligen Kirchgemeinden Kirchen und Gemeinden – Kirchen in Leipzig (kirche-leipzig.de) und unter Gottesdienste – Kirchen in Leipzig (kirche-leipzig.de).

 

Foto: Kirchenbezirk Leipzig

Andachtshotline und Digitale Gebetsplattform

Auf beten.digital (https://beten.digital) gibt es die erste digitale Gebetspinnwand. Dort können Menschen Ihre Gebete und Gebetswünsche veröffentlichen, Mitbetende suchen und selbst auch zeigen, wenn ein Anliegen mit ihrem Gebet unterstützen. „Gerade jetzt, wo viele Menschen mit großen Ängsten, Sorgen und Nöten zu Hause sitzen und sich nicht versammeln können ist es wichtig, dass wir dennoch Wege finden, füreinander da zu sein.“, so Pfarrer Sebastian Keller. „Füreinander zu beten ist ein wichtiges Zeichen der Verbundenheit und Unterstützung. Wir wollen als Kirche füreinander und für andere da sein. Deshalb laden wir bewusst auch Menschen auf unsere Seite ein, die mit dem Beten bisher wenig Erfahrung haben. Sie können auch einfach ihre Gebetsanliegen schreiben und andere bitten für sie zu beten.“

„Beten stärkt, Beten verbindet, Beten wirkt.“ heißt es auf der Plattform. „Das Wissen, dass wir mit unseren Nöten nicht allein sind, dass Gott zuhört und auch andere für uns beten kann uns viel Kraft geben! Wir können andere Menschen stärken indem wir für sie beten!“

Unter der Hotline 0341/ 999 999 0 (in Worten: Sechs Mal die Neun und die Null) gibt es jede Woche eine Andacht zu hören. „Wir wollen damit vor allem ältere Menschen erreichen, die keinen Internetanschluss haben“, so Pfarrer Sebastian Keller. „Ich habe bereits Senioren und Seniorinnen angerufen und über das Angebot informiert und kann nach ersten Rückmeldungen schon jetzt berichten, dass die Idee gut ankommt.“

Ev.-Luth. Erlöserkirchgemeinde Leipzig-Thonberg
Pfarrer Sebastian Keller

 

Foto: Kirchgemeinde

Telefonseelsorge in Deutschland – Wenn Sie sich etwas von der Seele reden wollen.

Telefon: 0800 1110 111 oder 0800 1110 222

E-Mail- und Chatberatung: www.telefonseelsorge.de

Die Telefonseelsorge ist ein Netzwerk von 104 Stellen in Deutschland. In diesen Stellen arbeiten fast 300 festangestellte Mitarbeitende und über 7.700 ausgebildete Ehrenamtliche mit ganz unterschiedlichen Lebens- und Berufskompetenzen.

Anonym und verschwiegen

Jeder Anruf, jede E-Mail oder Chat bleiben anonym. Namen müssen nicht genannt werden und die Rufnummer erscheint nicht im Display. Sorgen und Probleme werden diskret und vertraulich behandelt. Alle Mitarbeitenden der Telefonseelsorge unterliegen der Schweigepflicht.

Kompetent und kostenfrei

Die ehrenamtlich Mitarbeitenden der Telefonseelsorge werden sorgfältig ausgewählt, mindestens 120 Stunden ausgebildet und durch regelmäßige Supervision begleitet. Auch im Spätsommer 2021 werden wieder in vielen Dienststellen Ausbildungsgruppen beginnen. Telefonseelsorge stellt so sicher, dass die 24/7-Erreichbarkeit der deutschlandweit bekanntesten Krisen-Notrufnummer gewährleistet bleibt.

Die anfallenden Gesprächsgebühren aus dem Festnetz übernimmt die Deutsche Telekom AG. Bei Handyanrufen können, abhängig vom Vertrag oder ob man sich im Ausland aufhält, Gebühren anfallen.

Rund um die Uhr erreichbar

Die Telefonseelsorge ist Tag und Nacht erreichbar, auch an Wochenenden und Feiertagen. Das Angebot gilt für alle, egal ob alt oder jung, ob Berufstätiger, Hausfrau, Auszubildende oder Rentner, ob evangelisch, katholisch, Angehörige einer anderen Glaubensgemeinschaft oder ohne Kirchenzugehörigkeit.

Die Telefonseelsorge ist für alle Problembereiche und für alle Anrufenden in ihrer jeweiligen Situation da. Wenn Gespräche allerdings missbräuchlich, rassistisch, diskriminierend oder gewaltverherrlichend sind, wird das Gespräch abgebrochen.

Quelle: www.telefonseelsorge.de

 

Foto: Pixabay

Schon wieder Advent

Während ich nach dem Karton greife, in dem die Deko-Sachen für die Adventszeit verwahrt sind, kommt es mir vor, als hätte ich erst vor Kurzem alles sorgfältig verpackt. Aber ein Blick zu den Fenstern in der Nachbarschaft zeigt mir, es ist an der Zeit, Sterne und Lichterketten ins Fenster zu hängen, den Adventsleuchter auf den Tisch zu stellen und grüne Zweige für die Wohnung zu besorgen.

Stück für Stück packe ich den Karton aus und komme mir dabei wie in einer Zeitschleife vor. Als ich das letzte Mal den Adventsleuchter auf den Tisch gestellt habe, hatte ich die Hoffnung, im nächsten Jahr könnte alles wieder „normal“ sein. Aber jetzt?  Wieder ist das Adventskonzert abgesagt, die Weihnachtsfeier abgesagt und das Treffen mit Freunden sage ich ab; besser ist es in diesen Tagen.
Mir wird klar, wie viele freie Abende plötzlich vor mir liegen.  Was werde ich alles an diesen freien Adventsabenden machen können? Briefe schreiben und den Küchenschrank aufräumen, Bücher lesen und die Abstellkammer entrümpeln, Plätzchen backen und vielleicht sogar Stollen…

Unterdessen brennt die Kerze auf dem Adventsleuchter und für heute lasse ich die Vorhaben beiseite und entscheide mich fürs Sitzenbleiben. Ich sehe der Kerze beim Flackern zu und finde mich unversehens in einer adventlichen Grundstimmung wieder: Warten und auf das Licht schauen. Mehr braucht es nicht.

Schon wieder Advent. Gott sei Dank!

Christiane Dohrn
Pfarrerin der Ev.-Luth. Kirchgemeinde im Leipziger Süden

Foto: Lotz

Jahreslosung 2022: Jesus Christus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen. (Johannes 6,37)

Jesus lädt zu sich und Gott ein

„Draußen vor der Tür“, heißt das Theaterstück, das Wolfgang Borchert im Herbst 1946 geschrieben hat. Ein junger Mann namens Beckmann kehrt zurück nach Deutschland. Beckmann war im Zweiten Weltkrieg Soldat, dann in russischer Gefangenschaft. Von alledem schwer gezeichnet, findet Beckmann nicht mehr in sein altes Leben zurück, weil er überall abgewiesen wird. Er bleibt draußen vor der Tür, wo er stirbt ohne Wärme, ohne Antwort.

Einer Mutter ist es im Beisein ihrer Freundinnen peinlich, dass ihr Sohn mit schmutzigen Händen vor ihr steht. Sie schickt ihn mit einem Tadel weg. Wie wird der sich wohl gefühlt haben? Er hatte mit seinen Freunden Fußball gespielt und wollte nur mal schnell seine Mutter drücken, die in der Nähe bei einem Kaffeeklatsch war. Seine schmutzigen Schuhe hatte er extra draußen vor der Tür stehen lassen.

Ich bin froh und gewiss, dass ich zu Gott immer kommen kann, auch mit schmutzigen Händen oder mit meinen Problemen, so wie ich bin. Jesus hat das seinen Zeitgenossen vorgelebt. So durften Mütter mit ihren Kindern zu ihm, obwohl seine übereifrigen Jünger das verhindern wollten. Mit den Worten „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid!“ (Matthäus 11,28) lädt Jesus auch heute zu sich und zu Gott ein. Ein blinder Bettler darf zu ihm und erfährt Heilung. Und ein Vater läuft seinem verloren geglaubten Sohn voll Freude entgegen. Türen zu öffnen, ist göttlich.

Reinhard Ellsel

Quelle: https://gemeindebrief.evangelisch.de/

 

Foto: Lotz

Die Ewigkeit im Herzen

Ein Weisheitslehrer schreibt in das Menschheitsgedächtnis: „Gott hat die Ewigkeit ins Menschenherz gelegt“ (Prediger-Buch der Bibel). An seine noch dunkle Ahnung, doch Ahnung voller Lichtblick, denke ich zum morgigen „Ewigkeits-Sonntag“ oder „Christkönigs-Fest“. Der uns namentlich nicht bekannte Lehrer besitzt die Weisheit, im Unbestimmten stehen zu lassen, was da geschieht, wenn Gott „die Ewigkeit in des Menschen Herz legt“. Von der „Ewigkeit im Herzen“ können wir nur mit unbestimmten, andeutenden, umschreibenden Worten sprechen. Denn das bedeutet ganz Verschiedenes für uns alle, wenn wir in diesen Tagen an die Gestorbenen und unsere Endlichkeit denken: Der Bogen spannt sich von einer großen, suchenden Leere im Herzen, über ein leises Sehnen, es müsste doch so etwas wie ein „Danach“ geben, über vielfache Vorstellungen der Todesüberwindung oder einer besseren Welt, bis zu solchen Hoffnungen, die wir in der Bibel finden: am Ende wird Gott alles in allem sein – und er ist das Leben.

Die Ewigkeit im Herzen. Alle tragen wir sie in uns, Gott legt sie in jedes Herz. Die christlichen Kirchen wünschen Ihnen: Die Ewigkeit ahnen, das helfe Ihnen, die Gestorbenen nicht verloren zu glauben, der Traurigkeit standzuhalten, unter der Endgültigkeit des Abschieds und den unbeantworteten Fragen nicht zu zerbrechen, einer Heilung nicht ausgesöhnter Schuld zu vertrauen und wieder ins Leben zu gehen. In Trauer und Schmerz – aber ans Leben und seine Aufgaben gehen und zu den Menschen, die uns brauchen. Das macht die Kraft der „Ewigkeit im Herzen“. Auch dieses Jahr.

Dr. Michael Kühne, Pfarrer und Theologischer Geschäftsführer Diakonissenkrankenhaus Leipzig, Rektor DH-Leipzig

 

Foto: unsplash

Rolle vorwärts in kommende Aufgaben

Ich hab diesen Monat einen Elternabend, dann bekomme ich an einem Wochenende Besuch und im Job reiht sich eine Deadline an die nächste. Irgendwann wollte ich es auch noch zum Klettern schaffen – gern zweimal die Woche. Und Gottesdienst? Mal gucken, ob ich wenigstens einen in diesem Monat unterkriege.

Da den Spagat zu schaffen, das kann ein ganz schöner Kraftakt sein. Dabei kann ich noch nicht mal Spagat. Im Bodenturnen im Sportunterricht hatte ich damals mit Ach und Krach – und das im wahrsten Sinne des Wortes – immer eine 4.

Doch zurück zu meinen Aufgaben des Monats: bei so viel Input die Waage zu halten, kann ganz schön anstrengen. Die Waage halten – damit hatte ich übrigens im Bodenturnen auch meine Probleme. Auch im Alltag macht sich das bemerkbar. Immer für andere da sein, möglichst alles schaffen und doch ins Straucheln kommen. Gut, wenn ich mich da auf Jesus besinnen kann. Er hilft mir im Alltag dabei, die Balance zu halten.

Manchmal muss es dann, um voran zu kommen, die Rolle vorwärts sein. Die hab´ ich sogar damals im Sportunterricht hinbekommen. Und wenn ich die geschafft hab, kann ich vielleicht auch in die Brücke gehen. Mit genug Kraft sollte ich dann stark genug sein, anderen, die Hilfe brauchen, ein starker Halt zu sein. Und es stärkt mein Rückgrat, sodass ich aufrecht für meine Belange durchs Leben gehen kann.

Wenn ich dann mal ins Schlingern gerate, kann ich mich mit meinem starken Kreuz – und mit dem Kreuz Jesu – immer wieder aufrappeln.

von Maxi Konang, evangelische Kirchenredakteurin bei HITRADIO RTL / Radio Leipzig

 

Grafik: Pfeffer

Barmherzigkeit ist nichts für Weicheier!

Das hat ein reformierter Kollege aus Polen erlebt. Er versuchte, Lebensmittel und Decken für die im Niemandsland zu Belarus ausharrenden Flüchtlinge zu bringen. Er durfte es nicht. Polen riegelt seine Grenze ab. Es soll verhindern, dass immer mehr Menschen durch das Schleusergeschäft des belarussischen Diktators nach Europa kommen. Der Diktator setzt die Flüchtlinge als politische Waffe gegen Europa ein.

Nur – es sind Menschen, mit denen Politik gemacht wird. Das Elend an der Grenze ist zum Erbarmen. Und erbarmungslos ist es, dass man nicht helfen kann. Das erlebte der Pfarrer. Ja – Barmherzigkeit ist nichts für Weicheier! Der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck sagte einmal: „Unser Herz ist weit, aber unsere Mittel sind begrenzt.“ Es können nicht alle Menschen, die wollen, kommen. Und gleichzeitig ist es zu verstehen, dass so viele Menschen weltweit nach einem menschenwürdigen Leben suchen.

Wie können wir uns ein weites Herz bewahren und barmherzig bleiben in einer unbarmherzigen Welt? Sie hört doch an Grenzen nicht auf! Der Glaube will Mut zur Barmherzigkeit machen, Menschen ohne Ansehen zu lieben und ihnen zu helfen. Barmherzig ist es auch, die eigenen Grenzen der Barmherzigkeit auszuloten und das auszuhalten und zu rufen: HERR – erbarme du dich! Bei Jakobus 2 heißt es mahnend: „Barmherzigkeit triumphiert über das Gericht!“

von Pfarrer Enno Haaks, Generalsekretär des Gustav-Adolf-Werkes Leipzig

 

Foto: Pixabay