Ein Wal namens Timmy

Michael Brugger über Mitgefühl

Noch ein Text über Timmy? Noch eine Wortmeldung zum Leiden des jungen Wals in der Ostsee? Seit Wochen informieren Liveticker, Fernsehmeldungen, ganze Seiten in großen Wochenzeitungen über das Schicksal des gestrandeten Riesensäugers. Minister, Wissenschaftler, Schamanin, Influencer – jeder will helfen. Wir Menschen sind so besorgt um den Buckelwal, dass wir ihm sogar einen Namen geben.

Ich frage mich, warum gerade dieser Wal so viel Aufmerksamkeit und Mitgefühl bekommt. Ist es die mediale Verwertbarkeit, sind es die Klicks? Ist es die große Hilflosigkeit, die im Stranden zum Ausdruck kommt? Ist Mitgefühl für Tiere leichter als für Menschen? Warum erregt gerade dieses Tier unsere sorgende Aufmerksamkeit? Warum nicht die vielen anderen, die sich, ebenfalls in unsere Netze verheddert, irgendwo durchs weite Meer kämpfen? Warum nicht die Makrele auf dem Fischbrötchen am Timmendorfer Strand?

Mitgefühl empfinden wir, wenn wir das Gegenüber zu einem von uns machen. Wenn es einen Namen bekommt. Wenn wir das Einzelne im Anderen sehen, in Augen schauen, ein Herz schlagen hören. Dieses Mitgefühl ist eine kostbare Kraft. Wir können nicht mit allen fühlen, das laugt uns aus. Deshalb frage ich mich immer wieder: Wem schenke ich mein Mitgefühl? Und: Wie richten wir unsere Welt so ein, dass wir nicht zu viel davon brauchen?

Michael Brugger ist Krankenhausseelsorger im Klinikum Sankt Georg Leipzig

Kontakt: E-Mail an Autor schreiben

 

Foto: Pixabay

Über ausgesprochene Schweine

von Wolfgang Menz

„Diese Schweine haben unsere Fliesen eingetreten!“ rief ich wütend. Es liegt Jahre zurück. Gerade hatten wir unser Jugendhaus eröffnet. Und nun dieser Undank unserer Besucher!

„Es sind Jugendliche. Keine Schweine,“ mäßigte mein Kollege im Jugendclub meinen Zorn. Das saß, weil es traf. Beim Nachrichtenlesen kommt mir derzeit diese Mahnung zur Bewahrung von Wahrheit und Würde wieder in Erinnerung. Gewalt bleibt nach wie vor intolerabel. Aber Menschen, auch gewalttätige, sind Menschen. Trotzdem. Wo kämen wir sonst hin?

Daher widerstrebt mir das Verstecken von Menschenwürde hinter harmlos klingenden Formulierungen. Z. B. wenn Gegner „liquidiert“ werden. Den brutalen Sinn verhüllend meint es, dass Menschen umgebracht wurden. Täglich werden die Zahlen erfolgreich (?) „ausgeschalteter“ Gegner verkündet – getöteter und verletzter in einer anonymen Summe. Wo sind wir hingekommen?

Ich habe – zugegeben – nur wenig Möglichkeiten, mich gegen den Wandel der Sprache und Macht zu wehren, aber ich will doch wenigstens ehrlich hören, was mit mir und meinen Mitmenschen geschieht. Es sickert sonst eine Gewöhnung an die Missachtung der unveräußerbaren Menschenwürde ein. Das sollten wir auf keinen Fall hinnehmen – um Gottes und uns Menschen willen.

Wolfgang Menz ist Sozialpädagoge

E-Mail an Autor schreiben

 

Foto: Pixabay

Klang-Stille-Raum: Musik und Meditation

Am Freitag, 17. April 2026, lädt die Veranstaltungsreihe „Klang-Stille-Raum“ um 19.00 Uhr zu einer besonderen Kombination aus Musik und Meditation in die Kirche Schönau in Leipzig-Grünau ein.

Unter dem Titel „Wer ich auch bin, du kennst mich, dein bin ich, o Gott.“ stehen Texte von Dietrich Bonhoeffer im Mittelpunkt. Die Lesung wird musikalisch begleitet von Werken unter anderem von Johann Sebastian Bach, Max Reger und Paul Hindemith.

Es liest Hannelore Hensen, während Prof. Anna Niebuhr den Abend am Violoncello musikalisch gestaltet.

Die Veranstaltung ist Teil einer Reihe in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Leipzig sowie Partnern der Katholischen Kirche Leipzig. Der Eintritt ist frei.

Veranstaltungsort:
Kirche Schönau
Schönauer Str. 245

 

Kirche Schönau, Foto: Matthias Möbius

Frühlingskonzert an der Jehmlichorgel

Am Freitag, 17. April 2026, findet um 19.00 Uhr in der Philippuskirche Leipzig ein Frühlingskonzert an der Jehmlichorgel statt. Die Leipziger Organisten Bernhard Vit und Frank Lehmann präsentieren dabei bekannte und weniger bekannte Werke und zeigen die beeindruckende Klangvielfalt des Instruments.

Mit ihren fast 4000 Pfeifen ermöglicht die romantische Jehmlichorgel ein breites Spektrum an Klangfarben – von zarten, schwebenden Tönen bis hin zu kraftvollen, eindrucksvollen Klängen. Damit zählt sie zu den besonderen Instrumenten der Leipziger Orgellandschaft.

Der Eintritt ist frei, es wird um eine Spende gebeten.

Veranstalter: Philippus Leipzig

Veranstaltungsort:
Philippuskirche, Philippus Leipzig
Aurelienstr. 54

 

Jehmlich-Orgel Philippuskirche, Foto: Philippus Leipzig

„Meine Taufe? Da war doch was!“

Sächsische Bischöfe laden zu einer ganz besonderen Tauferinnerung in die pax Friedenskirche Leipzig

Am 19. April 2026 von 15:00 bis 17:00 Uhr laden der Sächsische Landesbischof Tobias Bilz und Heinrich Timmerevers, Bischof des Bistums Dresden-Meißen, zu einem besonderen ökumenischen Event unter dem Motto „Taufe? Da war doch was!“ in die pax Friedenskirche in Leipzig-Gohlis ein.

Die Veranstaltung richtet sich besonders an junge Erwachsene in Leipzig, die in den Jahren 2000 und 2001 getauft wurden. Sie feiern in diesem Jahr ein besonderes Taufjubiläum: 25 Jahre! Doch allen Interessierten steht an diesem Tag die Tür der pax Friedenskirche offen: Für einen zeitgemäßen Zugang zu Kirche, Gemeinschaft und den Möglichkeiten des eigenen Engagements.

Wie in einer „Wohnzimmerkirche“ setzt die Veranstaltung auf eine persönliche, gesprächsorientierte und niedrigschwellige Atmosphäre mit Kaffee und Snacks.

Die Besucherinnen und Besucher erwartet ein abwechslungsreiches Programm mit Interviews und Gesprächen auf der Bühne.

Durch den Nachmittag führen die Radiomoderatoren Maxi Konang und Daniel Heinze. Für die musikalische Begleitung sorgt der Leipziger Liedermacher Sebastian Caspar.

Darüber hinaus bietet das Taufgedächtnis zahlreiche Gelegenheiten zur Begegnung und zum Austausch. So stehen die Bischöfe Tobias Bilz und Heinrich Timmerevers für Gespräche und einen persönlichen Segenszuspruch zur Verfügung.

Ein zentrales Element der Veranstaltung bildet die sogenannte „Agora“ mit verschiedenen Themenstationen. Hier können sich die Teilnehmenden unter anderem über Möglichkeiten des Engagements in Kirche und Gesellschaft informieren, lokale Initiativen und Gruppen kennenlernen sowie Wege zu Gemeinschaft und Austausch für junge Erwachsene entdecken.

Zum Abschluss etwas noch Besonderes: Gemeinsam wird ein Gefäß mit Wasser zum Überlaufen gebracht – als Zeichen für die überfließende Liebe Gottes, die mit der Taufe verbunden ist.

Als Erinnerung an diesen Tag dürfen sich die Teilnehmenden eine Überraschung mit nach Hause nehmen.

Die Bischöfe unterstreichen die besondere Bedeutung des Taufgedächtnisses.

Tobias Bilz betont: „Gut, dass es dich gibt! – In der Taufe verbindet sich Gott auf ewig mit dem Menschen und inspiriert ihn zu einem sinnvollen Leben. Ich freue mich, dass beim Taufgedächtnis in Leipzig mit Ihnen zu feiern.“

Heinrich Timmerevers ergänzt: „Nichts kann uns trennen von der Liebe Gottes. Krisen, Umwege und Schmerz gehören zum Leben. Gott erspart uns das nicht, aber er bleibt an unserer Seite. Im Taufgedächtnis vergewissern wir uns und schöpfen neue Kraft.“

Gottesdienst vor der Prüfungszeit

Am Freitag, 17. April 2026, findet von 17 bis 18 Uhr ein Gottesdienst vor der Prüfungszeit in der Lutherkirche am Johannapark statt. Das Angebot richtet sich an Oberschülerinnen und Oberschüler sowie Abiturientinnen und Abiturienten, die vor ihren Abschlussprüfungen stehen.

Prüfungszeiten sind besondere Phasen im Schulleben und bringen für viele junge Menschen Stress, Leistungsdruck und Unsicherheiten mit sich. Auch Fragen nach Motivation oder die Sorge, den eigenen Ansprüchen nicht zu genügen, begleiten diese Zeit. Der Gottesdienst versteht sich als Angebot der Begleitung und Stärkung. Er bietet Raum zum Innehalten und zur persönlichen Ermutigung. Wer möchte, kann sich segnen lassen und die Zusage mitnehmen: „Du bist nicht allein. Andere Menschen sind da und Gott ist da. Dein Leben kann gelingen.“

Gestaltet wird der Gottesdienst von Schulpfarrerin Uta Gerhardt und der Schulbeauftragten Susanne Stief. Die musikalische Leitung übernimmt Anne Heising, Kirchenmusikerin und Musiklehrerin an der Thomasschule Leipzig.

Die Lutherkirche am Johannapark befindet sich in der Ferdinand-Lassalle-Straße 25, 04109 Leipzig.

Die Kollekte ist für den Unterhalt der Kirche bestimmt.

Abschlussgottesdienst der Leipziger Kanzelreden

Am Sonntag, 19. April 2026, findet um 10.00 Uhr in der Michaeliskirche Leipzig der Abschlussgottesdienst der Leipziger Kanzelredenreihe 2025/26 statt. Die Reihe steht unter dem Titel „Zwischen Schwarz und Weiß – Orientierung in unübersichtlichen Zeiten“.

Seit Juni 2025 lädt die Michaelis-Friedens-Kirchgemeinde zu dieser Veranstaltungsreihe ein, in der bekannte Persönlichkeiten Orientierung in komplexen gesellschaftlichen Fragen geben. Im Mittelpunkt stehen differenzierte Perspektiven jenseits einfacher Schwarz-Weiß-Deutungen. Die Mitwirkenden berichten in ihren Kanzelreden von ihrem persönlichen „inneren Kompass“ und zeigen Wege auf, sich in einer vielfältigen und oft unübersichtlichen Welt zu orientieren.

Im Anschluss an den Gottesdienst besteht die Möglichkeit zum Austausch und zur Diskussion mit den Beteiligten.

Veranstaltungsort:
Michaeliskirche Leipzig
Nordplatz

 

Michaeliskirche Leipzig, Foto: Kirchgemeinde

Gospelkonzert in der Bethanienkirche

Am Sonntag, 19. April 2026, findet um 18.00 Uhr in der Bethanienkirche Schleußig in Leipzig ein mitreißendes Gospelkonzert statt. Zu hören sind Contemporary-Black-Gospel-Songs mit Einflüssen aus Pop, Jazz und Funk.

Die Leipzig Gospel Singers & Band präsentieren ein abwechslungsreiches Programm mit zahlreichen Solistinnen und Solisten. Die musikalische Leitung liegt bei Erik Emanuel Wohlrab.

Das Publikum erwartet ein authentisches Konzerterlebnis mit kraftvollen Stimmen und lebendiger Bandbegleitung.

Der Eintritt ist frei, es wird um Spenden gebeten.

Veranstaltungsort:
Bethanienkirche Schleußig
Stieglitzstr. 42

 

Bethanienkirche Schleußig, Foto: Kirchenbezirk Leipzig

Suchen, Finden, Überraschung!

Von Friederike Ursprung

Jetzt geht das große Suchen los – und die Freude beim Finden, wenn Sie und Ihre Kinder Ostereier und Schokohäschen entdecken, oder was sonst so an Überraschungen im Osternest liegt.

Eine freudige Überraschung – die gehört für Christen schon immer zum Osterfest, schon bevor sich das große Versteckspiel vom Osterhasen & Co. herausgebildet hat.

Es passt zu der Geschichte von den Frauen, die am dritten Tag nach der Kreuzigung von Jesus an sein Grab kamen. Auch wenn sie ihren toten Freund nicht mehr lebendig machen konnten: wenigstens wollten sie seinen Körper noch so einbalsamieren, wie es sich gehörte, um sich von einem geliebten Toten zu verabschieden.

Sicher fiel ihnen das schwer; wahrscheinlich hatten sie zwei Nächte lang durchgeheult – und eigentlich wussten sie nicht mal, wie sie in die Grabkammer reinkommen sollten, die mit einem schweren Stein verschlossen war. Und dann sahen sie: der Stein war weg, aber der Körper von Jesus auch!

Erst war das ein Schock. Sie fragen: Wo ist er nur hin?

Ihre Suche endete ganz ungewöhnlich: Wenn Ihr einen Toten sucht, seid ihr hier an der falschen Adresse, bekamen die Frauen bald mit. Aber was ihr findet, ist etwas viel Besseres: Jesus ist lebendig – die tollste, die freudigste Oster-Überraschung überhaupt!

Ihnen und Ihrer Familie ein fröhliches Suchen – und ein noch fröhlicheres Finden!

Friederike Ursprung, evangelische Kirchenredakteurin bei Radio PSR

E-Mail an Autorin schreiben

 

Foto: Birgit Arndt (fundus-medien)