Aus dem Urlaub direkt in den Alltag

Urlaub! Das steht für die meisten von uns für die schönste Zeit des Jahres. Egal ob nun drei Wochen am Stück oder mehrere verlängerte Wochenenden übers Jahr verteilt. Ob pauschal oder individuell, im Zelt oder im Fünf-Sterne-Hotel. Letzten Endes wollen wir damit eines erreichen: abschalten, neue Orte entdecken und auf andere Gedanken kommen. Einfach mal für ein paar Tage ein völlig anderes Leben leben.

Bevor wir zurückkommen, sind wir uns sicher: davon werde ich noch Wochen zehren. Aber wenn wir dann zurückkommen, sind wir oft ganz schnell wieder da, wo wir vorher waren. Im Alltag.

Bei mir machte sich das letztens schon am Flughafen bemerkbar: mein Gepäck war verschwunden. Nach einem eh schon langen Tag, bedingt durch einen verspäteten Flug, sitze ich weitere drei Stunden in der Zentrale für verloren gegangenes Gepäck. Und natürlich ist alles drin: meine Lieblingsklamotten, gesammelte Muscheln und Mitbringsel für die Liebsten. So schnell bin ich selten im Alltag angekommen.

Nachdem ich mich einige Zeit geärgert habe, denke ich mir aber: das Gepäck wird schon nicht weggekommen sein. Und wenn: nahezu alles darin ist ersetzbar.

Also fülle ich einen Wisch zur Gepäckermittlung aus und fahre nach Hause. Zwar mit ungefähr fünf Stunden Verspätung und ohne Gepäck. Aber was soll´s…

In diesen fünf Stunden habe ich aber etwas erkannt: die Mitarbeiter in dieser Zentrale müssen wirklich ´ne Menge aushalten, denn ich bin an diesem Tag nicht die Einzige, deren Gepäck verschwunden ist. Im Minutentakt kommen aufgebrachte Passagiere hinein, die ihr Gepäck vermissen. Meistens haben sie es dabei furchtbar eilig, weil sie einen Anschlussflieger bekommen müssen oder einfach nur – so wie ich – nach Hause wollen. Die meisten von uns würden es wahrscheinlich nicht mal eine Woche aushalten, hier zu arbeiten.

Wie ich schon sagte – im Grunde ist alles darin ersetzbar. Wichtig ist viel mehr, dass wir nicht verloren gehen. Denn Jesus möchte, dass niemand von uns auf der Strecke bleibt. So steht es auch bei Lukas 19, 10: „Denn des Menschen Sohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, das verloren ist.“

Und: letzten Endes regelt sich alles. Morgen wird mir mein Gepäck frei Haus geliefert.

Maxi Konang, evangelische Kirchenredakteurin bei HITRADIO RTL und Radio Leipzig

Foto: Timo Wagner, unsplash.com