Einfach mal abschalten
Was der Urlaub über unser Bedürfnis nach Kontrolle verrät
Endlich Ferien, endlich Urlaub. Raus aus der Mühle des Alltags. Ein paar Tage abschalten. Sogar das Handy? Aber geht das überhaupt? Ohne ständig zu wissen, was gerade in der Welt passiert? Ohne zu kontrollieren, ob im Büro oder zu Hause alles läuft? Manchmal braucht es Mut: einfach abschalten. Ein gutes Buch lesen, Zeit für Begegnungen und Gespräche nehmen, den Sonnenuntergang beobachten, gutes Essen und die Natur genießen, das Leben als Geschenk nehmen – ganz analog und offline.
Viel von dem Lärm, der Anspannung und dem Stress, den wir erleben, erzeugen wir selbst. Wir glauben, wir müssten im Zentrum des Wirbels stehen, den wir meist selbst mit antreiben. Dabei überschätzen wir, wie unersetzlich wir wirklich sind. Der Apostel Paulus formulierte das einmal überraschend nüchtern: „Wer meint, etwas Besonderes zu sein, täuscht sich selbst.“ Meint: Nimm dich mal nicht so wichtig.
Eine Auszeit kann die Dinge wieder ins richtige Maß bringen. Nach ein paar Tagen Abstand werde ich vermutlich merken: Das meiste läuft auch ohne mich. Manches anders, als ich es geplant hätte – und trotzdem geht es weiter. Eine befreiende und entlastende Erkenntnis. Sie lässt mich hoffentlich gelassener nach vorne schauen. Zurück in den Alltag nehme ich die Frage: Wo werde ich gebraucht – und wo glaube ich nur, unersetzlich zu sein?
Pastor André Krause, Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Leipzig (Baptisten)
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