Courage erweckt zum Leben

Kennen Sie Mutter Courage? Wenn Nein, können Sie hier Mut schöpfen. Wenn Ja, wissen Sie schon um die Chance der Unerschrockenheit. Bertold Brecht erzählt… Aber wie komme ich eigentlich darauf? Es könnt‘ an der Welt liegen und meinem Beunruhigtsein über manche Gefahr für das friedliche Zusammenleben.

Im Dreißigjährigen Krieg schleichen sich nachts feindliche Truppen an, um die Stadt Halle zu überfallen. Auf einem Bauernhof außerhalb zwingen sie den Sohn der Bauersleut, ihnen den Weg zu zeigen. Der Bauer entdeckt das feindliche Heer, das zum Angriff auf die Stadt rüstet. Die Stadt ist verloren! Was tun? Wenn wir doch mehr wären. Wir können nix machen.

Was bleibt? Ach ja, beten kann man immer. Sie knien nieder und beten. Die Bauersleut und die stumme Katrin, Tochter einer Händlerin, die bei ihnen gerade übernachtet. Gott, helfen kannst nur du. Wir können ja nix machen.

Katrin holt die Trommel aus ihrem Wagen, steigt aufs Dach, zieht die Leiter hoch und beginnt laut zu trommeln, um die Stadt aus ihrem tödlichen Schlaf zu wecken. Sie hört trotz Drohungen nicht auf. Die stumme Katrin trommelt immer lauter. Die Bäuerin:  Hast du kein Mitleid mit uns? Sie werden uns töten! Ihre Trommel scheint zu rufen: Das hab‘ ich doch, aber mit der ganzen Stadt. Die Soldaten: Hör auf und wir verschonen deine Mutter, die in der Stadt ist. Katrin trommelt. Sie wollen den Wagen mit all ihrem Besitz anzünden. Katrin trommelt. Da hört man die Sturmglocken der Stadt Halle. Die Stadt ist vom Schlaf erwacht und kann ihr Leben retten. Sie hat es geschafft. Die stumme Katrin war laut genug.

Wieso hat es das Gebet nicht geschafft? Weil es resigniert war und nichts erwartete. Katrin erkennt die Lage, bemerkt, dass Gebet nicht das Einzige ist. Es gibt immer eine Möglichkeit etwas zu tun, und ist sie noch so klein. Wachet und betet, so Jesus.

Courage, Mut, Unerschrockenheit brauchen wir auch heute.

Danke, liebe Schülerinnen und Schüler, dass Ihr auf die Straße geht. fridays for future. Ihr rüttelt uns wach: „Zerstört nicht unsere Zukunft. Macht endlich was.“ Hoffentlich wecken uns die Alarmglocken rechtzeitig auf. Oder greifen wir zur Trommel und tun am besten beides: wachsam sein und beten, jedoch erwartungsvoll.

Friedbert Fröhlich, Pastor der Evangelisch-methodistischen Kirche in Leipzig

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