„Danke! Und wie geht’s selbst?“

Wolfgang Menz über seine Erlebnisse mit einem offenen Wort.

Sie plant und leitet unsere Sitzungen. Sachlich. Es läuft ab wie geschmiert. Diesmal aber sagte sie: „Ich habe auch ganz private Herausforderungen: Als Mutter eines Abiturienten. Als Tochter eines kranken Vaters.“ Daran erinnere ich mich jetzt besser, als an die anschließende Tagesordnung. Mir wurde – außerhalb des Protokolls – private Nähe geschenkt. Das tat mir gut. Das verbindet uns.

Wie erleben Sie sich eigentlich in solchen Momenten? Mögen Sie von sich persönlich sprechen?

Ich selber bin eher zurückhaltend – oder sollte ich besser ängstlich sagen? Ich halte verborgen, was mich wirklich bewegt. Wahrscheinlich mag ich es nicht, angreifbar zu sein.

Stattdessen will ich krisenfest auftreten. Man soll sich auf mich verlassen können. Längst habe ich kapiert, dass sich dahinter Vorstellungen von einem `richtigen Mann´ verbergen. Klar, das ist nicht mehr aktuell. Theoretisch. Aber ich bleibe lieber abgesichert.

Obwohl … obwohl ich als Christ ausreichend Zuspruch erhalte: Bei jeder Taufe erlebe ich, dass Gott offensichtlich mit Kleinen ganz gut zurechtkommt. Die können noch gar nichts, haben noch nichts geleistet. Aber sie sind ganz und gar von ihm akzeptiert.

Wahrscheinlich liegt´s an meinem Glauben: Ich (aber-)glaube, dass ich die Sache selber schaukeln müsste. Zeigen, dass alles wie geschmiert abläuft. Oder wie sehen Sie das?

Schreiben Sie mir gern: wolfgangs.glaube@gmail.com

von Wolfgang Menz, Sozialpädagoge, der sonntags in die Kirche geht

 

Foto: Schwerdtle (gemeindebrief.evangelisch.de)