„Das ist ein Fasten, wie ich es liebe…“

Am Aschermittwoch  ist nicht alles vorbei, sondern der Beginn für neues Leben. Doch zunächst wird vielerorts am Aschermittwoch das Zeichen des Aschekreuzes auf die Stirn gezeichnet und dazu die Worte: „Gedenke Mensch du bist Staub und zu Staub kehrst du zurück.“

Asche ist Abfall, schmutzig, scheinbar wertlos. Asche steht auch für die Vergänglichkeit. Asche ist aber mehr, man kann damit reinigen und polieren und im Garten ist Asche ein Düngemittel. Asche unterstützt somit Wachstum und Leben. Und aus Asche erhebt sich der Sage nach der Vogel Phönix zu neuen Leben. Sprichwörtlich, wie Phönix aus der Asche beginnt neues Leben.

Wir Menschen leben in Spannungen und Gegensätzen, nach der Faschingszeit ist Fastenzeit, eine Zeit nicht nur, um in Sack und Asche zu gehen, sondern auch ist sie eine Zeit der Umkehr und Erneuerung. In der Bibel, bei Jesaja 58,6-8 wird der Sinn des Fastens so beschrieben:„Das ist ein Fasten, wie ich es liebe: die Fesseln des Unrechts zu lösen, die Stricke des Jochs zu entfernen, die Versklavten freizulassen, jedes Joch zu zerbrechen, an die Hungrigen dein Brot auszuteilen, die Obdachlosen und Armen ins Haus aufzunehmen, wenn du einen Nackten siehst, ihn zu bekleiden und dich deinen Verwandten nicht zu entziehen.“

Fastenzeit ist somit viel mehr, als auf Essen und Trinken zu verzichten, es ist eine Zeit der Erneuerung. Es ist eine Zeit, gewohnte und eingefahrene Wege zu verlassen. Viele Ratgeber geben uns dazu Anregungen: Zeit verschenken, Zeit in der Natur verbringen und die Schöpfung beobachten, sich über die kleinen Dinge des Alltags freuen, Freude verschenken, weniger Essen und Trinken, Verzicht auf Auto und Fernsehen und den Umgang mit Handy und Smartphone, Verzicht auf Rechthaberei und Schimpfworte, Verzicht auf schlechte Laune, die Haltung der Dankbarkeit einzuüben.

Die Fastenzeit bedeutet für mich, mein Leben zu reinigen und zu polieren. Es hat etwas von Frühlingserwachen. Und ich liebe den Frühling, wo neues Leben erwacht, wie in der Natur, so auch in mir, ein Hauch von Frühling.

Pater Josef kleine Bornhorst, Dominikanerkloster Leipzig

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