Die Macht der Zunge

Bedenken von Wolfgang Menz zu unkalkulierbaren Risiken unbedachter Worte

Gerade habe ich mein facebook geschlossen. Manche Freunde, so nennt man doch die selber ausgewählten Gesprächspartner, nutzen zunehmend drastische Worte. Nicht gegen mich persönlich. Eher posten sie kräftig an alle. Mit Sendungsbewusstsein. In einer verletzenden Angriffsschärfe. Als wäre es alternativlos, ihre Alternative zu wählen.

Spiel mit dem Feuer kann einen großen Wald in Brand setzen. Das Bild stammt aus der Bibel. Nur mal kokeln, gar nicht so ernst gemeint – aber dann eine so unkontrollierbare Wirkung. Das soll doch hoffentlich nicht passieren. Weder bei der Diskussion im kleinen Kreis, noch beim Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Aber es könnte, wenn jene, die das große Wort führen, das Polarisieren nicht beenden. Und wenn wir Umstehenden, Mitlaufenden und Mitredner uns an das Schrille und Verletzende gewöhnen würden.

Ganz anders, als ich zufällig Zeuge eines Gesprächs wurde: Ein getrenntlebender Mann lehrte seine Kinder: „So reden wir bitte nicht über eure Mutter“. Sie hatte es gar nicht gehört. War gar nicht in der Nähe. Doch Sie wissen ja: das Zündeln und die Kunst, seine Worte vorausschauend zu wählen ….

Wolfgang Menz mit Facebook und Jakobus 3 aus der Bibel vor Augen

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