Die Sünden der Vorfahren

Kann Gott das je so gewollt haben? In den alten Gesetzen der Bibel steht es mehrmals: Die Sünden der Väter straft Gott bis ins dritte und vierte Glied – also: noch Generationen später!

Zum Glück hat sich dieses brutale Gottesbild verändert: Gott straft nicht willkürlich – immer ist er bereit, mit denen neu anzufangen, die Verantwortung für ihre Fehler übernehmen!

Um Verantwortung ging es immer schon in den Gesetzen, die die Bibel als Gottes Willen ansieht. Verantwortung der Menschen füreinander – und für Gottes Schöpfung. Das Volk Israel lebte in einem Land, das alle ernähren konnte. Die Menschen nutzten den Regen und den fruchtbaren Boden, den Gott ihnen schenkte, umsichtig und gerecht. Wenn irgendwer gierig alles wollte, auf Kosten von Menschen und Natur – dann konnte es passieren, dass Generationen unter den Folgen litten, so lange, bis Bäume wieder Früchte trugen und auf den Feldern reichlich Korn wuchs.

Das galt auch für die Folgen von Krieg und Gewalt.

Dann hatten tatsächlich Kinder und Enkel unter den Sünden der Vorfahren zu leiden! Nicht wegen eines blindwütig strafenden Gottes, sondern als Konsequenz menschlicher Fehler!

Nicht nur vor Jahrtausenden: heute protestieren junge Leute jeden Freitag dafür, dass sie nicht die Sünden der Vorfahren ausbaden müssen!

Und auch das sagt Gott: künftigen Generationen geht es gut, wenn die Vorfahren klug auf seine Gebote hören!

Friederike Ursprung, evangelisches Kirchenredakteurin bei Radio PSR

Foto: Okapia