Du kannst können

Von wegen ich kann. Wenn ich aufzählen würde, was ich alles gerade nicht tun kann, reicht der Platz nicht aus. Wie wäre es, wenn ich aufzähle, was ich kann? Goethe sagt: „Und niemand weiß, wie weit seine Kräfte gehen, bis er es versucht hat.“

Eine Geschichte von dem Therapeuten Jorge Bucay bewegt mich. Einer sitzt vor ihm: „Ich kann nicht.“ Da erzählt er ihm, wie er als 7-jähriger Junge von den Elefanten im Zirkus fasziniert war. Ihm fiel auf, dass das große Tier vor und nach der Vorstellung nur an einem winzigen Holzpflock angekettet ist. Er war sich sicher, dass der Elefant, der einen großen Baum auszureißen vermag, sich von diesem lächerlichen Pflock befreien konnte. Die Erwachsenen erklärten ihm, dass er so dressiert ist. Seine Frage, warum er dann noch angekettet sein musste, blieb unbeantwortet. Erst viel später, fand er die Antwort. „Der Zirkuselefant flieht nicht, weil er schon seit seiner frühesten Kindheit an einen solchen Pflock angekettet ist.“ Also, er glaubt, dass er es nicht kann. Es hat doch bisher auch nie geklappt. Das hat sich ihm ins Gedächtnis eingebrannt. Ich kann es nicht und ich werde es niemals können.

Es ist einen Versuch wert. Du wirst überrascht sein, was geht. Du kannst können. Auf geht’s. „Wo kämen wir hin, wenn alle sagten, wo kämen wir hin und niemand ginge, um einmal zu schauen, wohin man käme, wenn man ging.“ (Kurt Marti)

Friedbert Fröhlich, Pastor der Evangelisch-methodistischen Kirche in Leipzig

 

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