„Eigentlich“ und „normalerweise“: Wenn Corona unsere Pläne durchkreuzt …

Eigentlich würde unsere Familie an diesem Wochenende ein großes Fest feiern: den 80. meines Onkels. Normalerweise reist da die ganze Sippe aus allen Ecken des Landes an – Neffen und Nichten, Kind und Kegel, Enkel und Urenkel …! Wir würden gut essen und trinken, es gäbe ein selbstgebautes Kulturprogramm und nachts, bevor das Taxi einen nach Hause kutschiert, lägen wir uns in den Armen, um uns gegenseitig zu versichern: Das sollten wir viel, viel häufiger machen, nicht wahr?

Eigentlich. Normalerweise. Würde, hätte, könnte.

Das ist jetzt schon der dritte oder vierte große Anlass, den unsere Familie wegen Corona nicht feiern kann wie üblich (Sie merken, wir feiern gern und viel). Ein weiterer Plan also, durchkreuzt durch diese Pandemie. Natürlich verstehen wir das. Halten wir uns an die Regeln. Sind vernünftig.

Trotzdem fühlt es sich doof an, wenn das, worauf man sich freut und was man sich erhofft, dann nicht stattfinden kann. Ja, Corona ist von Anfang an auch eine Übung in Demut und Geduld. Bei vielen geht es dabei um deutlich Wichtigeres als um Geburtstagspartys: um Existenzen, die Gesundheit und mehr.

Als Christ darf ich aber nach wie vor auf Gott vertrauen: “Gott, viele meiner Pläne werden gerade durchkreuzt. Hilf mir, trotzdem geduldig und zuversichtlich zu bleiben.” Ja, ich baue darauf, dass ich trotz Planänderungen, Krisen und Sorgen auch weiter voller Hoffnung in die Zukunft schauen darf: die nächste zünftige Familienfete kommt bestimmt.

Daniel Heinze, Katholischer Kirchenredakteur bei Radio PSR

 

Foto: Lehmann