Ein Kompliment

„Das war jetzt ein Kompliment von einem echten Atheisten!“, sagte Tim zu mir, als wir letzten Freitag in einer Runde von Jugendlichen zusammensaßen. Wir hatten gerade über die Jugendkirche PAX gesprochen, was wir machen, und wie die Leute dort so ‚ticken‘. Max hatte dazu gesagt: „Das beeindruckt mich, was da passiert.“

Die PAX feiert genau heute ihren dritten Geburtstag unter dem Motto: HIER und NEU. Das HIER erklärt den Ort: Gohlis, gelbe Backsteinkirche. NEU, weil die Kirchenbänke nun heraus sind, und alle auf dem Fußboden sitzen oder liegen können, zum Beispiel beim Schlummerkonzert heute Abend.

Was aber genau hatte Max zu seinem Kompliment bewogen? Die meisten jungen Leute in Leipzig, vermute ich, sind nicht wirklich atheistisch. Sie sind indifferent, gleichgültig dem Glauben gegenüber. Um atheistisch zu sein, muss sich jemand bewusst dagegen entscheiden. Die Jugendlichen kennen Glauben zu wenig, um ihn begründet abzulehnen. Der DDR-Sozialismus hat hier ganze Arbeit geleistet. Bei einer Podiumsdiskussion zum Grundgesetz sagte jetzt ein Jugendlicher: „Ob Gott mit in der Präambel steht oder nicht, ist mir eigentlich egal.“

Max hatte sich schon länger klar gegen den christlichen Glauben entschieden, obwohl er damit groß geworden war. An diesem Freitagabend hatten wir darüber gesprochen, dass wir in der Jugendkirche über das Konzept „Lebenswendefeier“ nachdenken, ein Ritual angesiedelt zwischen Konfirmation und Jugendweihe. Das gefiel ihm. Da wollte er mehr wissen. Das passte wohl zu ihm. Mal schauen, ob er heute Abend kommt. 18:00 Uhr beginnen wir unsere PAX-Geburtstagsparty mit einem PAX Life Gottesdienst. Ist dir, ist Ihnen Glaube eigentlich egal? Sind Sie indifferent? Oder wollen auch Sie mehr wissen? Willkommen in der Jugendkirche oder der Kirche in Ihrem ‚Kiez‘.

Grit Markert, Stadtjugendpfarrerin Leipzig

PAX Jugendkirche, Foto: Maik Kohlsdorf