Ein Sommer, wie es ihn nie gab

Lassen Sie uns bei allem, was uns in diesen Wochen besorgt, auch die Sinne für das Schöne schärfen. Den Sonnenschein. Die Blumen auf dem Balkon und im Garten. Den Duft nach einem Sommerregen. Die Bienen, für die so viele Menschen ihre Blumenkästen bienenfreundlich bepflanzt haben. Die Stunde auf der Sonnenliege. Das neue Buch, das fesselt. Das köstliche Essen, das wir mit unserer Familie zu Hause genießen. Die Vögel, die draußen vor dem Fenster singen. Weil es so wichtig ist, das Schöne zu genießen und Kraft daraus zu schöpfen, möchte ich diese Gedanken mit Ihnen teilen.

Eines meiner Lieblingssommerlieder fängt übrigens so an: „Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben“. Den Text hat Paul Gerhardt 1653 geschrieben – mitten in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges, der so viel Schrecken und Tod über die Menschen damals brachte. In der Schönheit der Schöpfung hat Paul Gerhardt Gott erkannt. Gott, der mit uns ist. Der Leben und Liebe schenkt.  Daraus hat er Mut und Hoffnung geschöpft.

Mir hat Mut gemacht, zu erleben, wie wir uns in der Zeit der Isolation nähergekommen sind: Familien und Freunde schicken sich liebevolle Videobotschaften. Enkel malen ihren Großeltern Bilder und schreiben Briefe. Menschen greifen zum Telefon und rufen andere an, um zu hören, wie es ihnen geht und ob Hilfe gebraucht wird. Am Ende ist es wie immer die Liebe, die alles überlebt. Und deshalb lassen Sie uns heiter und zuversichtlich auch durch diese seltsamen Zeiten gehen, und in allem wahrnehmen: Gott ist mit uns!

Passen Sie gut auf sich auf!

Pfarrerin Elke Bucksch, Evangelisch Reformierte Kirche zu Leipzig

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