Eine gute Nachricht
von Wolfgang Menz
Das ist eine gute Nachricht: Deutsche spendeten im vergangenen Jahr 4,65 Mrd. Euro. Gemeinnutz und Hilfe bleiben offensichtlich das Anliegen vieler – die sich hoffentlich nicht entmutigen lassen, obwohl die Bereitschaft zum Teilen lt. Deutschem Spendenrat insgesamt zurückging (- 9% zu 2024).
Mich erinnert das an eine Szene vom sogenannten Speisungswunder im Neuen Testament. Dem Hunger ganz vieler konnten die Jünger nur wenige finanzielle und materielle Ressourcen entgegensetzen. Mit zugesprochener Zuversicht teilten sie dennoch aus. Erstaunlicherweise reichte es mehr als genug.
Das ist doch nicht normal? Stimmt! Das Neue Testament ordnet es als Wunder ein: Als ein Symbol für alternatives Leben, damit auch zukünftig unüberschaubare Herausforderungen und begrenzte persönliche Möglichkeiten nicht entmutigen. Wo kämen wir denn hin, wenn die Kleinen beim Geben der Zurückhaltung der Großen folgen würden?
Viele Jahre arbeitete ich in einer Organisation, die auch Geld für Hilfsprojekte sammelt. Empfänger setzten auf verlässliche Zusagen, uns blieb nur die höfliche Einladung zum Spenden. Ich verfasste Berichte, um mit Fortschritten zu werben. Heute überfliege ich Spendenaufrufe nur noch. Ich weiß doch, wie unspektakulär Gutes sein kann. Mir reicht die Glaubwürdigkeit der Hilfsorganisation. Ich genieße die Freiheit, um der Sache, der Menschen und um Gottes Willen dabei zu sein. Muss ja keiner wissen – außer dem Finanzamt vielleicht.
Wolfgang Menz ist Sozialpädagoge
Foto: Kirchenbezirk Leipzig




Ev.-Luth. Kirchenbezirk Leipzig