Es fügt sich.

Der Gedanke zum Wochenende: Lüder Laskowski über Steuerabrechnungen, die Sinnsuche und eine hoffnungsvolle Aussicht

Zufrieden stecke ich ein paar Blätter Papier zwischen die Backen des Tackers und drücke fest zu. Klack. Die gehören zusammen. Von dem wilden Stapel Papier, der sich über das Jahr angesammelt hat, liegt nur noch ein Blatt. Es ist die Quittung für ein Buch, gekauft vor einem Jahr. Meine Gedanken gehen zurück. Da war die Welt noch in Ordnung!? Nein, war sie nicht. Dennoch bleibt das Gefühl, vieles wäre überschaubarer gewesen. Noch einmal macht es klack. Die Steuerunterlagen sind fertig.

Warum traue ich dem Gefühl, was mir im letzten Jahr passiert ist, gehört schon so zusammen? Obwohl ich den Verdacht habe, dass sich diese Einschätzung aus der genaueren Betrachtung der Einzelereignisse nicht ergeben würde. Mir kommt das schöne alte Wort „Fügung“ in den Sinn. Es ist aus der Mode gekommen. Lieber spricht man vom Zufall und verbietet sich damit, einen Sinn zu suchen. Das ist mir zu einfach. „Zufall ist vielleicht das Pseudonym Gottes, wenn er nicht selbst unterschreiben will.“ Diesen Satz hat mit einem Augenzwinkern der französische Schriftsteller Théophil Gautier gesagt. Ich würde ihm gern trauen. Und faktisch tue ich es Tag für Tag, weil es mir zum Leben hilft. Klack macht der Tacker. Zusammengebunden. Blatt für Blatt entsteht eine Ordnung. Ganz zuletzt werde ich dann einen Überblick haben.

Lüder Laskowski

Pfarrstelle „Stadtentwicklung – Sozialraum – Öffentlichkeit“

Kontakt: kolumne@kirche-leipzig.de

 

Foto: Tobias Frick (fundus-medien)