Frohe Ostern

…da war doch was? Ostern. Wieder mal und wieder so anders. Ostern – mit der Botschaft von Auferstehung und Hoffnung. Das müsste doch aus Sorgen, Ängsten und Lethargie herausreißen? Nur irgendwie erreicht das mein Herz nicht, dann müsste doch alles anders sein, oder nicht?

In den Osterberichten der Bibel merkt man, da war nicht plötzlich alles anders. Es gab Angst und Skepsis, Verwirrung und Zweifel. Wie bei Thomas, dem Zweifler, der nicht glauben kann, dass etwas passiert ist, was diese Welt verändert. Wenn Jesus auferstanden wäre, müsste das offensichtlicher, klarer sein. Nur auf Erfahrungen und Berichte von einzelnen hin erklären: jetzt ist alles gut? Wo sind die Fakten, die Beweise, aufgrund denen man die Situation anders betrachten und das Leben neu beginnen kann?

…und dann kommt Jesus. Er ist einfach da. Er kommt mitten in seine Fragen und Zweifel. Wer die Geschichte aufmerksam liest, bemerkt: Jesus begegnet Thomas dort, wo sich die anderen treffen, da ist er da. Damit ändert sich alles. Thomas bekommt wieder Boden unter den Füßen.

Schöne Geschichte, aber? Der Berichterstatter Johannes schreibt an dieser Stelle, dass er das aufgeschrieben hat, damit jeder glauben, also Vertrauen fassen und neu Boden unter den Füßen bekommen kann. Und er begegnet jedem so, wie er es versteht. Das ist eine Einladung, denn Gott ist nur ein Gebet entfernt. Deshalb frohe Ostern, jetzt erst recht.

Reinhard Steeger, Gemeinschaftspastor der Landeskirchlichen Gemeinschaft Leipzig

 

Foto: Lotz