„Geburts-Vorbereitung“

Der Advent ist eine besondere Zeit der Geburtsvorbereitung. Diese Geburt ist anstrengend wie andere Geburten auch. Alle Jahre wieder. Da wird geatmet und gehechelt, da wird gepresst und gekauft. Nur zum Umtausch ist dieses Kind nicht geeignet. Einmal gekommen zieht dieses besondere Kind Kreise. Kreise durch die Welt. Das hängt mit den besonderen Namen dieses Kindes zusammen.

Christen glauben, dass sich mit diesem Kind eine uralte Hoffnung der Menschen erfüllt. Im ersten Teil der Bibel richtet sich diese Hoffnung auf den jeweiligen König, der das Volk leitet und nach außen verteidigt. Die Einsetzung in diese Aufgabe geschah durch Priester oder Propheten, die im Auftrag Gottes handelten. Dazu verwendeten sie Salböl, mit dem man den zukünftigen König bestrich und der damit zu einem „Gesalbten“ wurde (hebräisch „maschiach“). Mit diesem so eingesetzten König verbindet das Volk die Hoffnung, dass er die jeweilige Notsituation zum Guten wendet.
Bei dem Propheten Jesaja bekommt dieser Retter aus der Not besondere Namen: Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst. Das sind seltsame Wortgebilde, die wir sonst nicht kennen. Christen haben diese Namen und die damit verbundene Hoffnung auf Jesus gedeutet und ihn deshalb auch den Christus genannt. Das ist die Übersetzung des hebräischen „maschiach“. Was mehr ist als eine Namensgebung.

Das ist ein Bekenntnis. Christen glauben, dass dieses Kind der Christus ist, der Erhoffte und der Erwartete, der die Not wendet. Der für die Menschen ein wunderbarer Ratgeber ist. Dass in dem Kind der Maria sich der starke Gott zu erkennen gibt als Freund, als Freundin der Menschen. Dass in Jesus der ewige Vater in die Zeit kommt und dass durch ihn Frieden möglich wird.

Pfarrerin Ute Ellinger
Krankenhausseelsorgerin im Evangelischen Diakonissenkrankenhaus Leipzig

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