Geht doch!

Anfang Oktober habe ich Geburtstag. Die Blätter an Bäumen und Sträuchern werden schon vorher herrlich bunt. An manchen Geburtstagen genoss ich die bunte Landschaft vom Zugfenster aus. In diesem Jahr war es anders. Ich vermisste die bunte Vielfalt. Die Bäume waren und sind bis auf Ausnahmen noch grün oder schon braun.
Im Sommer haben viele über den Klimawandel diskutiert. Aber jetzt jubeln wir schon wieder über die sommerlichen Temperaturen. Allerdings könnten uns höhere Preise für manche Lebensmittel, die aufgrund der Trockenheit und Hitze schlecht gewachsen sind, noch lange daran erinnern.
Was hier noch als Klimawandel bezeichnet wird, hat sich vor allem in den Ländern des Südens inzwischen zu einer Klimakatastrophe ausgeweitet. Schwere Dürren in Ostafrika, verheerende Hurrikane in der Karibik und die gigantischen Monsunfluten in Südasien, Ernteausfälle infolge veränderter Niederschlagsmuster, Wasserverknappung und Vegetationsverlusten, die ihre karge Lebensgrundlage schon jetzt bedrohen, sind die Folgen.
Der Weltklimarat hat in dieser Woche seinen Sonderbericht zu den Folgen einer Erderhitzung um 1,5 Grad vorgestellt. Um diese Grenze nicht zu überschreiten, müssen wir radikal den Ausstoß an Treibhausgasen senken. Wir brauchen einen konsequenten Ausstieg aus der Kohleverstromung zusammen mit einer beschleunigten Energiewende, die rapide Senkung des CO2-Ausstoßes im Verkehr und eine nachhaltige Landwirtschaft.
Geht doch! Unter diesem Motto lädt ein ökumenisches Bündnis aus Landeskirchen, Diözesen, christlichen Entwicklungsdiensten, Missionswerken und Umweltverbänden im Vorfeld der 24. Weltklimakonferenz auf den Pilgerweg für Klimagerechtigkeit von Bonn nach Katowice ein. Das Bündnis fordert von den Vertragsstaaten ein verbindliches Regelwerk für die Umsetzung der genannten Ziele, die vor zwei Jahren in Paris verabschiedet wurden. Am 22.10. kommen die Pilgerinnen und Pilger nach Leipzig. Dort werden sie im Friedensgebet in der Nikolaikirche willkommen geheißen. Weiter geht es über 300 km durch Sachsen. Im Gepäck haben Sie viele Alternativen. Es ist besser, jetzt in Klimaschutz zu investieren als nachher Verluste zu beklagen und für Schäden aufkommen zu müssen.

Christine Müller, Arbeitsstelle Eine Welt in der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens

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