Geht’s Dir gut?

„Geht’s Dir gut?“ – „Bist Du okay?“ – „Alles in Ordnung?” WhatsApp-Nachrichten wie diese erreichten mich am Montagabend dutzendfach. Von der Familie, von Freunden, auch von Leuten, mit denen ich nur selten schreibe. Alle hatten von der Amokfahrt in Leipzig mitbekommen und daran gedacht, dass ich ganz in der Nähe des Geschehens arbeite.

Wie antworte ich darauf? Dass etwas Furchtbares direkt vor unserer Bürotür passiert ist, haben wir schnell verstanden. Das ganze Ausmaß wurde uns erst nach und nach bewusst. Mir fehlten erstmal die Worte, und ich habe auf die besorgten Nachfragen meist nur mit einem kleinen Herzchen geantwortet. „Hab mich lange nicht so über ein kleines Emoji gefreut wie über dein Herz gerade eben“, schrieb eine Freundin zurück.

Ja, es geht mir gut. Natürlich bewegt mich immer noch, was am Montag in der Leipziger City passiert ist. Ich denke an die, die vielleicht keine Herzchen-Antwort auf ihre „Geht’s Dir gut“-Nachricht bekommen haben, die gerade trauern oder sich um verletzte Angehörige sorgen. Ich bin dankbar für alle, die Anteil nehmen. Für geöffnete Kirchen. Für umsichtige Einsatzkräfte. Für den Zusammenhalt in unserer Stadt.

Und mich beeindruckt, welche Kraft eine kurze Textnachricht wie „Geht’s Dir gut?“ haben kann, wenn sie mir im richtigen Moment signalisiert: Du bist nicht allein, ich denke an Dich, Du bist mir wichtig. Danke dafür!

Daniel Heinze, katholischer Kirchenredakteur bei Radio PSR