Gesetzlich regeln

Kennen sie das? Da sind wir von einer Sache überzeugt, weil wir uns informiert haben und nun wollen wir alles richtig machen. Für unsere Schokolade sollen keine Kinder gearbeitet haben und für unsere Kleidung keine Fabrikarbeiterinnen gestorben sein. Aber so einfach scheint das nicht zu sein. Da gibt es immer wieder neue Erkenntnisse und was gestern noch richtig war, gilt heute nicht mehr. So erlebe ich es beim ökofairen Einkauf. Immer wieder tauchen neue Siegel auf und es wird alles immer komplizierter. Einen Wegweiser durch das Label-Labyrinth finden wir im Internet. Als Konsumentinnen können wir schon viel tun. Aber es sollte nicht nur auf den Schultern jedes Einzelnen lasten, dass die Produkte nach ökologischen und sozialen Standards hergestellt werden. Wer eine bessere Welt schaffen will, muss dem Markt und der Wirtschaft klare Grenzen setzen. Ein breites Bündnis aus Kirchen, Gewerkschaften, Umwelt- und Entwicklungsorganisationen engagiert sich daher aktuell für ein Lieferkettengesetz: einen gesetzlichen Rahmen, der Unternehmen zur Achtung von Menschenrechten und Umweltstandards in ihrem Auslandsgeschäft verpflichtet. In diesem Jahr will die Bundesregierung über ein Lieferkettengesetz diskutieren. Damit deutlich wird, dass eine breite gesellschaftliche Basis nicht länger bereit ist, die Achtung von Menschenrechten und Umweltstandards der Willkür der Freiwilligkeit der Unternehmen zu überlassen, sammelt das Bündnis im Internet Unterschriften für eine Petition an Bundeskanzlerin Merkel.

Christine Müller, Arbeitsstelle Eine Welt in der Ev. Luth. Landeskirche Sachsens

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