Haben die Konfirmanden den Glauben jetzt drauf? Zur Konfirmation am 22. April

„Du bist gewollt, kein Kind des Zufalls … ganz egal, ob du dein Lebenslied in Moll singst oder Dur. Du bist ein Gedanke Gottes…“  so lautet der Kehrvers eines Liedes, das unsere  Konfirmanden ziemlich oft gesungen haben in den vergangenen eineinhalb Jahren.  Am kommenden Sonntag werden nun viele 13- bis 14-Jährige konfirmiert in unserer evangelischen Kirchgemeinde. Seit August 2016 treffen die Mädchen und Jungen sich regelmäßig, um dem Geheimnis des Glaubens an Gott auf die Spur zu kommen.

Und: Haben sie den Glauben jetzt drauf? Es wäre ziemlich kühn, das zu behaupten. Sicher, sie haben einiges gelernt –Texte, Lieder.  Über die Leidensgeschichte Jesu haben die KonfirmandInnen sogar ein Musical aufgeführt am Karfreitag. Gottesdienste haben sie erlebt, ein paar auch selbst mitgestaltet. Passiert ist einiges – besonders auf den gemeinsamen Konfi-Wochenenden: Lustige Spiele gab´s da, Freundschaften sind entstanden, ein „Wir-Gefühl“ auch. Manche denken wohl: Schade, dass die gemeinsame Zeit zu Ende geht – andere sind froh darüber, dass sie jetzt wieder mehr Freiraum haben. Haben diese jungen Menschen den Glauben jetzt drauf? Fragen und Zweifel sind geblieben wie die: Gibt´s Gott wirklich? Warum lässt er so viel Schreckliches geschehen? Bei manchen hat der naive Kinderglaube schmerzliche Risse bekommen.

Müssen die Jugendlichen ihre Fragen und Zweifel denn nun unter den Teppich kehren, wenn sie am Sonntag im Konfirmationsgottesdienst „Ja“ sagen auf die Frage:

„Wollt ihr in diesem Glauben bleiben und wachsen?“

Zweifel verdrängen – Fragen unter den Teppich kehren – nein! Das hilft nicht. „Bleiben und wachsen im Glauben“ das bedeutet doch: trotzdem dranbleiben – nachfragen – am besten mit anderen zusammen – im Gespräch bleiben. Daran kann einer wachsen: zu einem erwachseneren Glauben hin, zu einer neuen, reiferen Beziehung zu Gott hin. Wofür soll das gut sein? Wer so – in einer reifen Beziehung zu Gott – durchs Leben geht, sieht die Welt mit anderen Augen an – die Natur, die Menschen und sich selbst auch. Vielleicht haben ja manche von den Jugendlichen damit schon angefangen: So wie wir es oft gesungen haben: „Du bist gewollt, kein Kind des Zufalls … ganz egal, ob du dein Lebenslied in Moll singst oder Dur. Du bist ein Gedanke Gottes.“ Ich bin gewiss: Das gilt ein Leben lang – nicht bloß für Konfirmanden.

Pfarrerin Ruth Alber, Ev.-Luth. Kirchgemeinde Connewitz-Lößnig

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