„Haben wir jetzt Weihnachten nur weggepackt, oder haben wir es entsorgt?“

Nachdem wir die ganze Weihnachtsdeko fein säuberlich abgestaubt, in Kartons verpackt und auf dem Dachboden verstaut haben, sitzen wir da, trinken Kaffee und hängen in Gedanken den Feiertagen nach. Es war aber auch wieder schön. Und jetzt? Alles vorbei? Die Wohnung richtig leer und wirkt fast nackt. Und dann die Frage: „Haben wir Weihnachten nur weggepackt, oder haben wir es entsorgt?“ Was als Wortwitz gedacht war, geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Weihnachten – weggepackt, verstaut, weggeworfen?

Auch wenn es kitschig scheint, irgendwie bleibt ein bisschen Sehnsucht nach Frieden und Harmonie. Ich kann Bon Jovi verstehen, wenn er singt: „Ich wünschte jeder Tag könnte wie Weihnachten sein.“ Warum eigentlich nicht? Wieso kann dieses Weihnachtsfeeling nicht bis März oder noch länger dauern? Auch ohne Deko und Weihnachtsmarkt. Die Geschenke habe ich ja auch noch, die packe ich nicht einfach weg, sondern gebrauche sie immer wieder und immer gern.

Mit Weihnachten kann ich das doch auch so machen: Also, mit dem Geschenk von Weihnachten, das was der Engel verkündigt hat, die Sache mit dem Frieden und der Freude die kommen, weil der Heiland kommt. Der Heiland, der der ganz macht, der die zerbrochenen Stücke eines Lebens und Herzens nimmt und wieder heil macht – Jesus. Weihnachten mag vorbei sein, aber Jesus bleibt und der ist immer nur ein Gebet weit entfernt – nicht entsorgt. In diesem Sinn einen schönen Sonntag.

Reinhard Steeger, Gemeinschaftspastor der LKG Leipzig

Foto: Lotz