Hans-guck-doch-mal-wieder-in-die-Luft

„Wenn der Hans zur Schule ging, stets sein Blick im Himmel hing. (…) Vor die eignen Füße dicht, ja da sah der Bursche nicht“, so beginnt die Geschichte Hans-guck-in-die-Luft.

Ein verträumter Junge, der seine Aufmerksamkeit dem Himmel schenkt.

Doch der Blick in den Himmel wird zum Verhängnis. Und man möchte zurufen: „Pass doch auf!“ Aber die Geschichte geht immer so aus: „Noch ein Schritt! und plumbs! der Hans stürzt hinab kopfüber ganz!“ Armer nasser Tropf.

Dieses Erlebnis wird ihm eine Lehre sein. Seitdem läuft er mit dem Kopf auf den Boden gesenkt. Auch irgendwie traurig, aber so ist die Geschichte.

Achte auf das Wesentliche, sonst gehst du baden! Behalte das Erdige im Auge und träum nicht so viel!

Aber soll das Bodenständige alles sein? Gibt es nicht doch auch noch den Himmel?

Was wäre die Erde ohne Himmel? Was wäre mein Leben ohne Himmel? Irgendwie traurig.

Und so ist es vielleicht doch gut, den Kopf zu heben und – metaphorisch gesprochen – den Blick in den Himmel zu richten.

Der Wochenspruch lädt dazu ein: „Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.“

Vom Himmel kommt uns Erlösung her!

Die Erzählung war übrigens ein Weihnachtsgeschenk von H. Hoffmann an seinen 3jährigen Sohn. „Die Wirkung (…) war die erwartete“, so Hoffmann. Ob sich der Sohn aber gefreut hat, oder ob er enttäuscht war, das bleibt offen.

von Pfarrer Dr. Sebastian Ziera, Schwesternkirchverbund der Leipziger Kirchgemeinden Lindenau-Plagwitz, Schleußig und Kleinzschocher

 

Foto: Lotz