Herz und Verstand vereinen

Wir hatten uns zusammengesetzt und sprachen über ein Projekt, das zu scheitern drohte. Fünf engagierte Vereinsmitglieder, die sich an einem Samstagabend Zeit nahmen. Ideen gab es einige. Nun ging es darum, wie sie finanziert werden könnten. Eine erste Absage von Fördermitteln lag mittlerweile auf dem Tisch. Daneben aber auch gleich zwei neue Vorschläge für Aktionen. Etwas ratlos verloren wir uns in einem Gespräch darüber, warum wichtig sei, was wir hier tun. Eigentlich aber wussten wir nur nicht, wie wir weitermachen sollten.

„Wir müssen realistisch hoffen.“ Als dieser Satz fiel, veränderte sich etwas. Erst einmal gab es einen Lacher. Na klar, realistisch hoffen, haha. Das schließt sich doch wohl aus. Entweder ich stehe mit beiden Beinen auf dem Boden der Tatsachen und kalkuliere scharf Chancen und Risiken. Oder ich lasse nicht von der Überzeugung, dass es am Ende gut wird. Aber je länger wir nachdachten, desto klüger erschien uns diese Kombination. Nicht nur, wenn es um heikle Entscheidungen geht, sondern als grundsätzliche Haltung. Einerseits wollten wir uns den harten Tatsachen stellen. Andererseits durften wir unsere Träume nicht aus den Augen verlieren. An diesem Abend fanden wir keine Lösung für unser Projekt. Doch für den kommenden Samstag haben wir uns wieder verabredet und waren dabei sehr fröhlich.

von Lüder Laskowski, Pfarrstelle für „Kirchliche Arbeit in neuen Stadtquartieren“

 

Foto: Birgit Arndt (fundus-media)