Himmlische Schnäppchen

von Gregor Heidbrink

Die Bedeutung des Black Friday wächst von Jahr zu Jahr. Mittlerweile fallen für den Handel Ostern und Weihnachten sprichwörtlich auf einen Tag. Nachdem die Kirche die Kontrolle über den Kalender an die Marketingabteilungen der Konzerne verloren hat, wird sie nun um nötige Anpassungen nicht umhinkommen. Doch da sich der Sinn von Weihnachten in seiner Tiefe ohnehin erst Ostern erschließt, ist es angemessen, statt der gebotenen adventlichen Besinnung dieses Fest selbst vorwegzunehmen.

Für das traditionellere Kirchenpublikum folgen an dieser Stelle ein paar kurze Verbraucherhinweise: Die englischen Begriffe „Good Friday“ und „Black Friday“ bitte gut auseinanderhalten! Während der heutige Black Friday dem Handel schwarze Zahlen beschert und daher ein guter Freitag ist, bedeutet der Good Friday im Englischen den eigentlich schwarzen Freitag, nämlich den vor Ostern. Im Unterschied dazu bleibt heute das Tanzen prinzipiell gestattet, nur sollten Sie nicht aus der Reihe tanzen beim Schlangestehen im Mediamarkt.

Die Stiftung Warentest warnt: Falls die Pfarrerin Ihnen einen dreißig Prozent gnädigeren Gott verspricht, achten Sie darauf, ob sie nicht Gottes Zorn in den vergangenen Wochen unbemerkt erhöht hat. Wichtig: Statt mit dem Ostermontag beginnt die folgende Woche mit dem Cyber Monday. Geschäfte bleiben geöffnet. Gott sei Dank.

Gregor Heidbrink, Missionsdirektor des Diakonischen Werkes Innere Mission Leipzig e.V.

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Foto: Pixabay