Hoffnung unterwegs

Am Anfang des neuen Kalenderjahres, immer am 6. Januar, gibt es ein Fest, das einen wunderschönen Namen hat, aber hierzulande kaum wirklich gefeiert wird: Epiphanias, bekannter unter dem Namen „Dreikönigstag“.

Epiphanias heißt „Erscheinung“. Das, was wir zu Weihnachten gefeiert haben, die Geburt des Gottessohnes und die frohe Botschaft des Friedens, soll auch „erscheinen“, soll öffentlich, soll wirksam werden.

Die bekannte Geschichte der drei Weisen aus dem Morgenland gehört hierher.

Sie nehmen die Friedensbotschaft mit zurück in ihre fernen Länder. Der Gedanke von Versöhnung und gegenseitigem Verstehen nimmt nun globale Züge an, macht vor Grenzen und anderen Barrieren keinen Halt. Die heutige Tradition der Sternsinger, die mit ihrem Gesang Freude, Hoffnung und Licht in die Häuser bringen und die Spenden an Hilfsbedürftige auf der ganzen Welt weitergeben, ist ein praktischer Ausdruck dieses Anliegens. Weihnachten setzt sich fort im Neuen Jahr. Hoffnung lernt laufen und wird öffentlich.

Unsere ganz persönlichen guten Vorsätze aus der Silvesternacht müssen ebenfalls keine leeren Worthülsen bleiben, sondern werden Wirklichkeit, „erscheinen“ im Laufe des Jahres und überraschen dabei nicht nur andere sondern vielleicht sogar uns selbst.

Wer hier noch seine Zweifel hat, der darf die Jahreslosung von 2020 zu Hilfe nehmen: „Ich glaube, hilf meinem Unglauben!“ – ein Gebetsruf von Menschen, die sich nicht überschätzen, aber trotzdem viel von Gottes Zukunft erwarten.

In diesem Sinne allen Leserinnen und Lesern ein gesegnetes und friedvolles Neues Jahr!

Pfarrer Hans-Georg Tannhäuser, stellv. Direktor Ev.-Luth. Missionswerk Leipzig e.V., Leiter Asien-Pazifik-Referat

Foto: Wodicka