Karfreitag ohne Ende? Nein!

“In diesem Jahr Karfreitag zu begehen, fällt mir sehr leicht. Aber ich hab keine Ahnung, ob für mich dieses Jahr Ostern wird.” Ganz schön traurig, was ein Freund da zu mir gesagt hat. Aber nachvollziehbar. Krieg in der Ukraine, die Auswirkungen der Pandemie, Klima-Bedrohungen, Inflation, das Gefühl, dass gerade alles den Bach runtergeht: wir erleben eine Zeit der Sorgen und Ängste, für manche auch eine Zeit voll Trauer und Wut.

Gefühle, die für Christen auch zum Karfreitag gehören, zum Erinnern an das Leiden von Jesus. Dem einstigen Hoffnungsträger wurde ein unfairer Prozess gemacht. Das Kreuz, an dem er noch am selben Tag sterben sollte, musste er selbst durch die ganze Stadt Jerusalem schleppen – begleitet vom Spott der Menschen am Wegesrand. Hoffnungslose Zeiten, damals wie heute? Als Christ glaube ich, dass der Karfreitag nicht das Ende der Geschichte ist, sondern dass ich mit der Auferstehung, mit Ostern den Sieg des Lebens über den Tod feiern darf.

Hmmm …. Also wird hier und heute auch irgendwann alles irgendwie schon wieder gut? Nun, das einfach zu schlussfolgern, wäre wohl töricht, zu kurz gedacht. Mut macht mir diese Hoffnung aber trotzdem: Angst, Tod und Verzweiflung müssen nicht das letzte Wort haben. Ostern zu feiern ist heute vielleicht wichtiger denn je – um Kraft und Zuversicht zu “tanken” für die Herausforderungen unserer Zeit.

Daniel Heinze, kath. Kirchenredakteur Radio PSR

 

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