(K)ein Grund zum Danken?

In vielen Leipziger Kirchen wird am Sonntag (04.10.20) Erntedankfest gefeiert. Ein alter Brauch, der seinen Ursprung darin hat, dass Menschen Gott danke sagen für die Ernte des Jahres. Nun werden wohl die wenigsten Menschen heute in der Landwirtschaft arbeiten und dass der Tisch immer reich gedeckt ist, dass ist für viele Menschen in unserem Land zur Selbstverständlichkeit geworden. Also kein Grund zu danken, oder?

In diesem Jahr war das anders. Die Gewissheit, Alles zu jeder Zeit kaufen zu können hat ein Virus mächtig durcheinander gewirbelt. Plötzlich wurden Toilettenpapier, Nudeln und die dazugehörigen Soßen zur Mangelware. Regale blieben leer. In der Zeit des Lockdowns, hat es nie wirklich einen Mangel an Essen und Trinken gegeben. Es wurde aber deutlich, dass die Selbstverständlichkeiten unseres Alltags nicht selbstverständlich sind. Unser Leben ist zerbrechlich und wir sind als Menschen aufeinander und auf Gott angewiesen.

Das Erntedankfest ist wie ein Stoppschild im Straßenverkehr. Es lädt uns ein stehenzubleiben und einen Moment über das Jahr 2020 nachzudenken. Welche Dinge sind in meinem Leben wirklich wichtig? Essen und Trinken, Familie, Gesundheit, Freunde, Gott? Vieles davon ist ein Grund dankbar zu sein. Die Erntedankfest- Familien- Gottesdienste sind eine gute Gelegenheit dafür, dass kleine und große Menschen Gott dafür DANKE sagen. Kommen Sie vorbei.

Diakon Ekkehard Weber, Bezirkskatechet im Ev.-Luth. Kirchenbezirk Leipzig

Erntedankaltar, Foto: epd Bild