Kleine Schritte auf einem langen Weg

Der Weg ist noch lang bis zu einem „normalen“ Leben ohne Sorge um Ansteckung und Krankheit, so wie es noch Anfang des Jahres war – auch wenn bald nach und nach wieder Kinder zur Schule können, auch wenn manche Läden wieder öffnen, auch wenn demnächst mit Maske und Abstand irgendwas endlich wieder möglich wird …

Wissenschaft, Politik und überhaupt die meisten Menschen wissen: Das Virus bleibt gefährlich – manchmal sogar tödlich -, wohl noch monatelang. Diese Gefahr soll nicht weiter steigen.

Was ist möglich, ohne zu schaden? Und auch: Was ist nötig? Wer braucht gerade was am Dringendsten, und wie kann es funktionieren? Das ist der Maßstab für alle Lockerungen in nächster Zeit – so ersehnt auch ein Ende des Ausnahmezustands daheim wäre, oder Feiern mit Freunden, oder Sommerurlaub – oder schlicht: dass die Firma überlebt.

Sehnsüchtiges Warten und Hoffen – das zieht sich durch viele Geschichten der Menschheit – auch durch die Bibel. Und bei allen großen Hoffnungen erzählt sie auch immer wieder von kleinen Schritten, um lange Durststrecken durchzustehen: „Unser tägliches Brot gib uns heute“, heißt es im Vaterunser-Gebet, also: Gott, bitte gib uns Tag für Tag das, was wir gerade brauchen! Und kurz drauf sagt Jesus: Sorgt heute für das, was heute dran ist. Ja klar: behaltet die großen Ziele und Hoffnungen im Blick – und tut dafür das, was jetzt gerade nötig und vernünftig ist! Und morgen – kommt dann morgen dran.

Viele geduldige, hoffnungsvolle Schritte, einer nach dem anderen.

Friederike Ursprung
Evangelische Kirchenredakteurin Radio PSR

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