Menschenrecht Glaubensfreiheit

„Glaubensfreiheit für die Welt“ – diese Worte finden sich auf einem Gedenkstein vor den Toren Leipzigs in Breitenfeld. Der Gedenkstein erinnert daran, dass Glaubensfreiheit durch schwere Zeiten hindurch errungen wurde. Er erinnert an eine Schlacht im 30-jährigen Krieg. Man hat damals durch Krieg und Not mühsam gelernt, dass in einem Land nicht alle Menschen gleich glauben müssen. Sie haben das Recht anders oder gar nicht zu glauben. Das darf das Zusammenleben nicht gefährden. Im Gegenteil: Es bereichert es.
Glaubensfreiheit ist ein Menschenrecht. In der Charta der Menschenrechte ist es quasi das Herzstück. Wo es keine Glaubensfreiheit gibt, gibt es in der Regel auch keine Gewissens- und Meinungsfreiheit. Am morgigen Sonntag, am Gedenktag für bedrängte und verfolgte Christen, erinnern evangelische Christen daran, dass es nicht überall auf der Welt gut um dieses Recht bestellt ist. In bestimmten Regionen Syriens – einem Ursprungsland des christlichen Glaubens – gibt es gar keine Christen mehr. Radikale Islamisten und der lange Krieg haben dazu geführt. In Aleppo, Homs, Latakia, Damaskus oder Qamishli kann man seinen Glauben relativ frei leben – wenn man sich denn politisch zurückhält. Es darf uns nicht egal sein, wenn in Syrien, an anderen Orten dieser Welt, Christen bedrängt sind. Das gehört zum Wesen unseres Glaubens. Wir müssen an sie erinnern. Reminiscere – heißt der morgige Sonntag: Gedenke! Erinnere! Vergiss nicht!

Pfarrer Enno Haaks, Generalsekretär des Gustav-Adolf-Werks

Foto: Pixabay