Mit Besonnenheit, Kraft und Liebe durch die Zeit

Wir sitzen alle in einem Boot. In einer Krise, wie wir sie gerade durchleben, wird uns das bewusst. Wie auf einem Schiff, das in Seenot geraten ist, werden die Wesenszüge der Besatzung schärfer sichtbar als sonst:

Da sind die Ängstlichen, die sich zurückziehen und verstecken.
Die Meuterer und Besserwisser, die das Kommando übernehmen wollen.
Die, die zu allererst an sich selbst denken und Vorräte anlegen.
Aber auch die, die mit staunenswerter Kreativität und unter Einsatz aller eigenen Kräfte, anderen Menschen helfen.

Das gesamte Abbild einer Gesellschaft und der verschiedenen menschlichen Charaktere, wird in diesen Zeiten sichtbar. Auch die Platzverteilung im Boot ist sehr unterschiedlich. Einige haben die guten Plätze in der Mitte. Sie werden nicht so schnell nass. Andere sitzen außen auf der Reling und drohen bei schwerem Wellengang über Bord zu gehen.

Besonnenheit ist eine Geisteshaltung, die verantwortungsbewusst abwägt zwischen Risiko und Unvorsichtigkeit einerseits und der Notwendigkeit zu helfen, zu schützen und zu bewahren andrerseits.  Liebe und Solidarität sind starke Kräfte, die eine Gesellschaft braucht, um nicht auseinander zu fallen.
Kein Mensch auf dieser Erde konnte es sich aussuchen, ob er geboren werden will, in welche Familie er geboren wurde, in welchem Land und zu welchem Zeitpunkt er auf die Welt kam. Besinnen wir uns auf unsere Kraft, auch in dieser Zeit, die wir uns nicht ausgesucht haben. Denn Gott hat uns nicht den Geist der Verzagtheit gegeben, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. (2.Tim.1/7)

Dorothea Klein
Erwerbslosen- und Psychosoziale Beratung in der Kirchlichen Erwerbsloseninitiative Leipzig

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