Osterbotschaft – nur echt mit Wunden

Bist das wirklich du – und keine Fälschung? Das glaubt der Computer erst, wenn er einen Beweis bekommt: ein Passwort, einen Code oder auch Ihren Fingerabdruck.

„Das glaube ich nicht, solange ich keinen handgreiflichen Beweis habe!“ sagte vor zweitausend Jahren der Apostel Thomas, als seine Freunde ihm erzählten, am dritten Tag nach seinem Tod am Kreuz wäre ihnen Jesus lebendig erschienen. Manche nennen Thomas deshalb „ungläubig“ – aber hätten es die anderen wohl allein vom Hörensagen glauben können?

Eine Woche später erscheint der auferstandene Jesus wieder in der Runde; diesmal ist Thomas dabei. Und Jesus bietet ihm den geforderten Identitätsnachweis an: Thomas soll die Wunden anfassen, die Löcher von den Nägeln, die die Kreuzigung hinterlassen hat.

Damit ist er überzeugt! „Mein Herr und mein Gott!“, nennt er ihn.

Also: er erkennt Jesus daran, dass er die Spuren seines Leidens berühren und begreifen kann!

Das bedeutet mehr als irgendein heutiges extra-sicheres Merkmal zur Identifizierung. Thomas begreift wortwörtlich: Jesus lebt, nachdem er tatsächlich am Kreuz gepeinigt worden und gestorben ist! Er ist genau dadurch echt, dass er Leid erlebt hat bis zum Tod – und danach zu neuem Leben auferstanden ist.

Das hat Thomas gesehen und gefühlt – und glauben können Christen es bis heute!

von Friederike Ursprung, evangelische Kirchenredakteurin bei Radio PSR

 

Foto: Schwerdtle