Perspektivwechsel

Kennen Sie das? Schon fast vorhersehbar kommt der Bus zu spät, wenn Sie es gerade wirklich eilig haben um pünktlich bei einem wichtigen Meeting zu sein. Genau der eine Termin fällt aus, für den Sie extra ein Auto gemietet und einen Babysitter organisiert haben. Das Fahrrad inklusive Anhänger werden allen Vorsichtsmaßnahmen zum Trotz aus dem Innenhof gestohlen.

Solche oder ähnliche Erfahrungen bringen mich manchmal der Verzweiflung ein Stück näher und zugegeben: es gelingt mir nicht immer, mich nicht davon runter ziehen zu lassen.

Aber versuchen wir es mal anders: Gegen den verspäteten Bus hilft tatsächlich nur eine ausgefeilte Kenntnis der Abfahrtspläne oder ein günstig geparkter Cityflitzer. Aus dem ausgefallenen Termin wird ein längst überfälliger, entspannter Nachmittag mit den Kindern und lieben Freunden, die sich fürs Babysitten bereitgehalten hatten. Und letztlich können wir dankbar dafür sein, dass Fahrrad und Anhänger durch Diebstahl abhandengekommen sind und nicht durch einen Unfall.

Der Evangelist Matthäus formuliert es in der Bergpredigt treffend: „Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Spanne verlängern?“ (Matthäus, Kapitel 6, Vers 27)

Ich kann es nicht. Und deshalb versuche ich es mit einer neuen Perspektive.

von Monika Lesch, katholische Gemeindereferentin

 

Foto: Pixabay