Sätze gibt`s

Es gibt Sätze, die einem nachgehen.

Zu mir sagte jemand am Anfang des Jahres diesen Satz: „Geh mit der heiligen Aufgabe der Zuversicht!“
Seitdem treibt dieser Satz mich immer wieder um, an. Etwa wenn ich an morgen denke. An das Paar, das ich trauen werde. Sie erzählten mir beim Traugespräch, wie sehr sie sich vor ihrer Zukunft fürchten. Ukrainekrieg, Klimawandel, „die Verträge für unsere Jobs laufen noch bis zum Frühjahr“. Da wird Zuversicht gebraucht.

Wie geht`s Ihnen mit der Zuversicht? Haben sie genug davon oder bräuchten Sie eher welche?

Ich begreife es für mich gerade tatsächlich als Aufgabe, immer wieder dran zu bleiben an dieser Zuversicht.
Wenn ich die vielen Menschen auf dem Biohof in der Nachbarschaft erlebe, die zum Hoffest kommen. Auch im Alltag versuchen Viele, mit mehr oder mit weniger Geld bewusst zu leben, die Natur zu schonen. Da spüre ich, wie ich zuversichtlicher werde.
Und weiter auf der Spur der Zuversicht fließt sie mir zu, wenn ich bete zu der Quelle alles Seins, die ich Gott nenne. Und höre: ‚Schatten und Licht – fürchte dich nicht.´

Und so mit Zuversicht beschenkt, Stück für Stück, Tag für Tag, kann ich wohl morgen bei der Trauung gut diesen Satz sagen:
„Wunderbar, dass ihr den Mut habt, in diesen Zeiten euch trauen zu lassen. Seid gesegnet mit Zuversicht!“

Grit Markert
Pfarrerin im evangelisch-lutherischen Alesius-Kirchspiel im Leipziger Osten und Coach

Foto: Kai G. Fuchs (Fundus)